IHK-‎Dienstleistungsausschuss

Berichte aus den Sitzungen des IHK-Dienstleistungsausschusses

Der Dienstleistungsausschuss beschäftigt sich mit politischen Themen, die die im Ausschuss vertretenen Branchen bewegen und erarbeitet Stellungnahmen und Positionen auf Bundes- und Landesebene. Im Fokus steht eine praxisnahe Gestaltung von Gesetzen. Zudem dient die Expertise des Dienstleistungsausschusses für IHK-Stellungnahmen, Briefe an die Politik sowie Gespräche mit Politik und Parteien, Verwaltung und Hochschulen.

CSU-Politiker Bernhard Loos diskutiert mit den Mitgliedern des IHK-Dienstleistungsausschusses

IHK-Dienstleistungsausschuss im Gespräch mit MdB Bernhard Loos, 22.10.2018

Wie geht es weiter mit der Wirtschaftspolitik in Bayern und im Bund? Mit dieser Frage befasst sich der IHK-Dienstleistungsausschuss in seiner Sitzung am 22. Oktober in der IHK München. Der CSU-Bundestagsabgeordnete Bernhard Loos berichtete aus der Arbeit des Bundestagsausschusses für Wirtschaft und Energie.

Die anwesenden Unternehmer wollten seine Sicht bei vielen Themen jedoch nicht teilen. Speziell mit der Politik der Bundesregierung bei den Themen Diesel-Skandal, Bürokratieabbau, Energiewende und Unternehmenssteuerentlastung äußerten sich die Unternehmer unzufrieden. Die Unternehmerschaft prangert an, dass Bundes- und Landesregierung die Wirtschaftspolitik zu wenig im Fokus haben. Der Ausschussvorsitzende Detlef Dörrié fasste den Zwischenstand beim Bürokratieabbau so zusammen: "Da wird viel darüber gesprochen, aber wenig passiert."

IHK-Präsident Eberhard Sasse betonte, nach der bayerischen Landtagswahl könne man nicht zur Tagesordnung übergehen. Die Landespolitik müsse sich mit der Realität befassen: auch in Bayern habe sich die politische Grundstimmung verschoben. Speziell bei der Wohnungspolitik sei bislang zu wenig getan worden. Loos räumte ein, das sich auf Grund der aktuellen Koalitionskonstellation vorerst wenig ändern werde. Mit Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) sei eine Unternehmenssteuerentlastung nicht zu machen. Loos plädierte jedoch dafür, den Rückenwind aus der Wirtschaft beizubehalten. Peter Kammerer, stellvertrender IHK-Hauptgeschäftsführer, erklärte, gerade deshalb nehme man inhaltlich Einfluss auf die Regierungsbildung in Bayern und auf die Europawahl.

Im zweiten Teil der Sitzung sprach die Wirtschaftswissenschaftlerin Dr. Andrea Ferber über Wege aus der multifunktionalen Überlastung von Unternehmern in kleinen und mittleren Unternehmen, die die gesamte Palette an Führungsaufgaben allein bewältigen müssen, für die es in großen Unternehmen spezialisierte Fachabteilungen mit Experten gibt. Gleichzeitig arbeiten diese Unternehmer gemeinsam mit ihren Teams an der Umsetzung der Kundenaufträge. Diese Besonderheit bezeichnet die Beraterin und Trainerin „multifunktionale Überlastung“ im Mittelstand. Aus ihrer Sicht ist es eine der entscheidenden Ursachen dafür, dass in Deutschland jedes Jahr einige hunderttausend Selbständige und Unternehmer scheitern.

Frau Dr. Ferber hat sich in den vergangenen 15 Jahren intensiv mit diesem Phänomen auseinandergesetzt und mit Unternehmern und Mitarbeitern praktikable Lösungen entwickelt und erprobt. Ihre Erkenntnisse und Erfahrungen hat sie auch in einem Buch zusammengefasst: „Und es geht doch – Die Bewältigung der multifunktionalen Überlastung in kleinen und mittleren Unternehmen.“