Übersicht über die bundesdurchschnittlichen, tariflichen Ausbildungsvergütungen

Ausbildungsvergütung

In der Übersicht der tariflichen Ausbildungsvergütungen erfahren Sie, wie sich das Auszubildendengehalt, Sachleistungen oder auch zur Verfügung gestellter Wohnraum bemessen.

Ausbildende zahlen dem Auszubildenden eine angemessene Vergütung - dies regelt § 17 des Berufsbildungsgesetzes (BBiG). Sie muss nach dem Lebensalter der Auszubildenden so bemessen sein, dass sie mit fortschreitender Berufsausbildung mindestens jährlich ansteigt.

Wenn für Ausbildende und Auszubildende eine verbindliche Tarifregelung vorliegt, dürfen im Ausbildungsvertrag keine niedrigeren Vergütungssätze als die Tarifsätze vereinbart werden. Ob eine verbindliche Tarifregelung vorliegt, lässt sich beim Ausbildenden, Betriebsrat oder - soweit vorhanden - bei der Jugend- und Auszubildendenvertretung erfragen.

Fehlt eine tarifliche Regelung und wird die Formulierung - 'Soweit Vergütungen tariflich geregelt sind, gelten mindestens die tariflichen Sätze' - im Ausbildungsvertragsmuster gestrichen, ist eine Unterschreitung der tariflichen Sätze um bis zu 20 Prozent möglich, ohne die Angemessenheit der Vergütung in Frage zu stellen.

Eine über die vereinbarte regelmäßige tägliche Ausbildungszeit hinausgehende Beschäftigung ist besonders zu vergüten (§ 17 BBiG). Auch diese besondere Vergütung für geleistete Überstunden muss angemessen sein. Statt der Überstundenvergütung kann auch Freizeitausgleich gewährt werden. Für Sonn- und Feiertagsarbeit, die Jugendliche nur in bestimmten Wirtschaftszweigen verrichten dürfen, muss - soweit sie gesetzlich überhaupt zulässig ist - in bestimmtem Umfang Freizeit gewährt werden.

Eine Gesamtübersicht der durchschnittlichen tariflichen Brutto-Ausbildungsvergütungen nach Ausbildungsberufen haben wir für Sie zum Download bereitgestellt.

Werden Auszubildenden von Ausbildenden Sachleistungen (z.B. Kost und Wohnung) auf die Vergütung angerechnet, müssen in jedem Fall mindestens 25% der festgelegten Gesamtvergütung anrechnungsfrei bleiben (§17 BBiG). Die Vergütung für den laufenden Kalendermonat muss spätestens am letzten Arbeitstag des Monats gezahlt werden (§18 BBiG).

Sachbezugswerte in der Ausbildung

Sachbezugswerte sind auch im Rahmen der Ausbildungsvergütung von Bedeutung, wenn der Ausbildende dem Auszubildenden Unterkunft oder Verpflegung im Rahmen der Ausbildungsvergütung gewährt. Diese Möglichkeit derartiger Vereinbarungen im Ausbildungsvertrag sieht das Berufsbildungsgesetz (BBiG) ausdrücklich vor.

Die aktuellen Sachbezugswerte finden Sie unter Downloads.

Förderung für Azubis: Berufsausbildungsbeihilfe (Ausbildungsbeihilfe)

Wer eine Ausbildung macht, will auf auch finanziell auf eigenen Beinen stehen. Unter bestimmten Voraussetzungen unterstützt die Bundesagentur für Arbeit (BA) Auszubildende mit einem Zuschuss.

Wann können Azubis mit einer Förderung rechnen?

  • Sie machen eine betriebliche oder außerbetriebliche Berufsausbildung in einem anerkannten Ausbildungsberuf. Der Ausbildungsbetrieb ist zu weit von den Eltern entfernt, um zuhause zu wohnen.
  • Die Azubis sind über 18 Jahre alt oder verheiratet beziehungsweise leben mit Partnerin oder Partner zusammen.
  • Die Azubis haben mindestens ein Kind und leben nicht in der Wohnung der Eltern.

Ausschlusskriterien für eine Ausbildungsbeihilfe:

  • Es handelt sich um eine schulische Ausbildung (zum Beispiel zur Physiotherapeutin beziehungsweise zum Physiotherapeut).
  • Es werden bereits Leistungen von einer anderen Behörde bezogen, die mit der BAB vergleichbar sind.

Höhe der Ausbildungsbeihilfe:

  • Derzeit beträgt der Höchstbetrag für Lebensunterhalt und Wohnen 622 Euro monatlich.
  • Er steigt zum 1. August 2019 auf 716 Euro monatlich.
  • Zum 1. August 2020 wird er nochmals auf 723 Euro pro Monat erhöht.


Wie können Azubis prüfen, ob sie Berufsausbildungsbeihilfe erhalten können?


Weitere Infos zur Berufsausbildungsbeihilfe der Agentur für Arbeit