Das Kombimodell - Ausbildung neu gestalten – Fachkräfte gewinnen

1 + X = Fachkraft

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© Jacob Lund - stock.adobe.com

Mit dem Kombimodell schafft die IHK ein neues Ausbildungsformat, das die Ausbildung von Flüchtlingen, Migranten und Personen mit Förderungsbedarf stabilisieren und Fachkräfte von morgen sichern soll. Derzeit wird in Oberbayern das Kombimodell im Handel (Verkäufer/-in) und in den HOGA-Berufen angeboten.

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Das Kombimodell der IHK für Geflüchtete, Migranten und Jugendliche mit Förderbedarf

Warum gibt es das Kombimodell?

Geflüchtete, Neuzugewanderte und Jugendliche mit Förderbedarf über eine Berufsausbildung zur Fachkraft zu qualifizieren, ist mit Blick auf den künftigen Fachkräftebedarf unverzichtbar. Unsere Erfahrungen aus den Beratungsgesprächen mit Unternehmen machen deutlich: Wir müssen neue und zielgruppenspezifische Wege in der Berufsausbildung gehen, damit die Integration in Ausbildung und Beruf erfolgreich gelingt.

Die IHK für München und Oberbayern setzt deshalb ein neues Format zur dualen beruflichen Ausbildung auf. Ziel ist es, die Potenziale dieser Jugendlichen zu nutzen sowie über die gezielte Auswahl und langfristige Betreuung geeigneter Kandidaten Ausbildungsabbrüche zu vermeiden.

Das Kombimodell ist bereits seit 2016 erfolgreich bei der IHK zu Coburg im Einsatz. In Oberbayern wird es aktuell in Zusammenarbeit mit der Landeshauptstadt München und der Berufsschule Einzelhandels Mitte für den Beruf des Verkäufers/ der Verkäuferin angeboten sowie in Rosenheim mit der Berufsschule I in den Hotel- und Gastroberufen (Fachkraft im Gastgewerbe, Restaurantkaufmann/-frau, Hotelkaufmann/-frau oder Koch/Köchin).

Das Kombimodell auf einen Blick

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© IHK für München und Oberbayern

Was ist das Kombimodell?

  • Das Kombimodell ermöglicht eine frühe Integration in Arbeit und Gesellschaft.
  • Es ist ein Teilzeit-Ausbildungsmodell und besteht aus einer Kombination von fachbezogenem Spracherwerb von Anfang an mit dem Besuch der Berufsschule und der Ausbildung im Betrieb.
  • Die klassische Berufsausbildung wird um ein Jahr verlängert.
  • Die künftigen Auszubildenden können so intensiver im Lernprozess unterstützt und an den Ausbildungsbetrieb gebunden werden.

Wer kann teilnehmen?

  • Ausbildungsbetriebe in München und Oberbayern
  • Geflüchtete, Neuzugewanderte und Jugendliche mit Förderbedarf, die mindestens ausreichende Deutschkenntnisse vorweisen können.

Wie wird das Kombimodell umgesetzt?

  • Schritt 1: Informationsveranstaltung für Unternehmen (derzeit nur digital möglich)
  • Schritt 2: Auswahl der Kandidat*innen
  • Schritt 3: Kennenlernphase zwischen Unternehmen und Kandidat*innen (Schnupperpraktikum)
  • Schritt 4: Abschluss des Ausbildungsvertrags
  • Schritt 5: Umsetzung des Kombimodells

Worin besteht der Mehrwert des Kombimodells für Unternehmen?

  • Entlastung der Ausbilder/-innen
  • Sprachbarrieren werden von Anfang an abgebaut
  • Förderung zentral an der Berufsschule
  • Planungssicherheit über die gesamt Ausbildungszeit

Was müssen Unternehmen beachten?

  • Es handelt sich um eine Teilzeit-Ausbildung. Die Jugendlichen sind wegen der zusätzlichen Förderung, insbesondere Sprachunterricht, länger in der Berufsschule als in einer üblichen Vollzeitausbildung.
  • Der Ausbildungsvertrag und die entsprechende Vergütung werden durch das Unternehmen für die gesamte Zeit des Kombimodells zur Verfügung gestellt.