Die Schiene rückt auch bei der Personenbeförderung in den Fokus. Eine Anbindung des Airports an das Fernbahnnetz wäre aus Sicht des Airports ein Meilenstein. „Eine Fernbahnanbindung hat große strategische Bedeutung für die langfristige Entwicklung des Standorts“, betont Flughafenchef Lammers. Als Luftverkehrsdrehkreuz würde der Flughafen München von einem erweiterten Einzugsgebiet profitieren und wäre für Passagiere, Mitarbeitende und Unternehmen noch besser zu erreichen.
Nein zu ICE auf S-Bahn-Gleisen
Dafür müssten aber wohl neue Gleise verlegt werden. Denn eine Behelfslösung, bei der ICEs auf der bestehenden Trasse für S-Bahnen und Regionalzüge fahren können, hält die Deutsche Bahn nach einer Prüfung für nicht sinnvoll umsetzbar. Sie erklärte im Juni 2026, dass die Auslastung der aktuellen Gleise dafür zu hoch sei.
Gesperrte Lufträume treiben Kosten
Dass Wachstum alles andere als selbstverständlich ist, zeigt auch der Blick auf die globale Lage. „Geopolitische Krisen wie der Krieg im Iran wirken sich spürbar auf den weltweiten Luftverkehr und damit auch auf den Flughafen München aus“, sagt Geschäftsführer Lammers. Gesperrte Lufträume über Iran, Russland oder der Ukraine machen Flugrouten länger und erhöhen die Kosten. Zwar könne München zeitweise profitieren, wenn andere internationale Drehkreuze ausfielen. Insgesamt würden die aktuellen Krisen die Entwicklung des Passagierverkehrs jedoch bremsen.
Beständiges Zusatzgeschäft am Boden
Auch die Logistikunternehmen beurteilen die Lage zurückhaltend. Viele Warenströme verändern sich derzeit, Planbarkeit ist kaum gegeben. Langfristige Prognosen sind schwierig bis unmöglich. Das Geschäft am Boden könnte hier als stabilisierender Faktor wirken: „Die Bereiche Einzelhandel, Gastronomie, Hotellerie und das Parken am Flughafen sind für uns wichtige Einnahmequellen neben dem reinen Aviation-Geschäft“, betont der Flughafenchef.
Zukunftstechnologien am LabCampus
Besonders große Erwartungen verbindet der Airport mit dem LabCampus auf dem Gelände. Noch im laufenden Jahr wird zum Beispiel die Technische Universität München (TUM) hier neue Forschungszentren eröffnen, darunter das weltgrößte Trainingszentrum für kognitive Robotik RoboGym und das TUM LivingLab für künftige Arbeits- und Lebenswelten. Auf diese Weise soll sich das Innovationsquartier zum eigenständigen Wirtschaftsstandort entwickeln – als weiterer zukunftsträchtiger Baustein im Geschäftsmodell Flughafen München.