6G ist die nächste Generation des Mobilfunks, die derzeit erforscht wird und künftig extrem schnelle, nahezu verzögerungsfreie und KI‑gestützte Kommunikation ermöglichen soll. Für Wirtschaft und Forschung ist 6G eine strategische Schlüsseltechnologie, die neue Anwendungen und Geschäftsmodelle ermöglicht und langfristig die Wettbewerbsfähigkeit und technologische Entwicklung prägt.

Inhalt

Was ist 6G?

6G steht für die sechste Generation des Mobilfunks und ist der geplante Nachfolger von 5G. Es handelt sich derzeit noch nicht um einen fertigen Standard, sondern um ein globales Forschungs- und Entwicklungsfeld, an dem Unternehmen, Forschungseinrichtungen und Regierungen weltweit arbeiten.

Ziel von 6G ist es, die Kommunikation auf ein neues Niveau zu heben: Neben deutlich höheren Datenraten und geringeren Verzögerungen sollen damit künftig auch Künstliche Intelligenz, Sensorik und Kommunikation enger miteinander verschmelzen.

Die Entwicklung von 6G wird international durch Standardisierungsprozesse begleitet, die die Grundlage für eine weltweite Nutzung schaffen.

Worin unterscheidet sich 6G von 5G?

Während 5G vor allem schnelle Verbindungen und industrielle Anwendungen ermöglicht, wird 6G darüber hinausgehen:

  • nochmals höhere Geschwindigkeiten (theoretisch bis in den Terabit-pro-Sekunde-Bereich)
  • noch geringere Verzögerungen (Latenz) als bei 5G (im Mikrosekunden-Bereich)
  • stärkere Integrationsmöglichkeiten von Künstlicher Intelligenz und Sensorik
  • neue Anwendungen wie holografische Kommunikation oder digitale Zwillinge in nahezu Echtzeit
  • Nutzung von bisher weniger genutzten Frequenzbändern oberhalb von 100 Gigahertz: hochpräzise Lokalisierung als ergänzende oder alternative Lösung zu globalen Navigationssatellitensystemen
  • Ein weiteres Ziel ist eine bessere Energieeffizienz der Netze, um den steigenden Datenbedarf nachhaltig zu bewältigen.
  • Gleichzeitig steigen mit 6G die Anforderungen an Cybersicherheit, Datenschutz und die Resilienz kritischer Infrastrukturen.

Welche Chancen bietet 6G für Unternehmen?

6G bietet Unternehmen vor allem neue Innovations‑ und Effizienzpotenziale. Durch extrem hohe Datenraten und nahezu verzögerungsfreie Kommunikation können Prozesse in Echtzeit gesteuert werden – etwa in Produktion, Logistik oder Energie.
Zudem ermöglicht 6G neue Anwendungen und Geschäftsmodelle, z. B.:

Gleichzeitig verbessert 6G die Vernetzung von Standorten und Systemen und integriert verschiedene Kommunikationsnetze nahtlos.

Ist 6G schon heute relevant für Unternehmen?

Kurz gesagt: operativ noch nicht, strategisch aber ja.
6G befindet sich derzeit noch in der Forschungs- und Entwicklungsphase und wird voraussichtlich erst ab etwa 2030 verfügbar sein. Für den aktuellen Geschäftsbetrieb spielt die Technologie daher noch keine direkte Rolle.

Dennoch ist 6G für Unternehmen bereits heute strategisch relevant, weil es zukünftige digitale Geschäftsmodelle und Infrastrukturen prägen wird. Themen wie Echtzeitvernetzung, KI‑gestützte Prozesse oder digitale Zwillinge bauen langfristig darauf auf.

Was sollten Unternehmen jetzt tun?

Unternehmen sollten sich auf 6G vorbereiten, indem sie bestehende Technologien wie

  • die fünfte Mobilfunkgeneration (5G) und das Internet der Dinge (IoT) aktiv nutzen,
  • ihre Digitalisierung vorantreiben und
  • ihre Datenkompetenz (z. B. Datenanalyse und Künstliche Intelligenz) ausbauen.
  • Bei der Anschaffung in die weitere Zukunft blicken: Bei vernetzten Geräten (z. B. Industriemaschinen) sollte darauf geachtet werden, ob die eingesetzte Vernetzungstechnologie zukunftsfähig ist – etwa durch eine modular austauschbare Kommunikations‑ bzw. Anbindungstechnik.

Gleichzeitig sollten sie technologische Entwicklungen frühzeitig beobachten und passende Anwendungsfälle identifizieren.

So können sie neue Möglichkeiten von 6G später schneller und gezielter einsetzen.

Wer ist bei 6G aktiv?

Bayern gehört zu den führenden 6G‑Forschungsstandorten in Deutschland mit enger Verzahnung von Hochschulen, Forschungseinrichtungen und Industrie.
Allerdings: Deutschland und die EU sind bislang nicht führend in der Entwicklung und Nutzung von Mobilfunktechnologie. Der Transfer von Forschung zu Produkten und Wertschöpfung gelingt oft nicht.

6G-Netzwerke:

Forschung und Entwicklung:

An den bayerischen 6G-Transfer-Hubs sind folgende Institutionen beteiligt:

Standortpolitik: Die IHK setzt auf 6G

Mit dem BIHK-Positionspapier Schnelles Internet für Unternehmen spricht sich die IHK ausdrücklich für die Weiterentwicklung von 6G aus. Ziel ist es, die Forschung gezielt zu intensivieren und die daraus entstehende Wertschöpfung nachhaltig zu sichern.

FAQs: Was Unternehmen über 6G wissen müssen

6G ist der geplante Nachfolger von 5G und befindet sich derzeit in der Entwicklung. Ziel ist eine schnellere Kommunikation sowie eine engere Vernetzung von Künstlicher Intelligenz und digitalen Systemen.

6G soll höhere Geschwindigkeiten, minimale Verzögerungen und neue Anwendungen ermöglichen sowie Künstliche Intelligenz stärker integrieren – bei höheren Anforderungen an Sicherheit und Effizienz.

6G schafft für Unternehmen neue Effizienz‑ und Innovationspotenziale durch Echtzeit‑Prozesse, neue Anwendungen (z. B. digitale Zwillinge, AR/VR) und eine deutlich bessere Vernetzung.

6G ist operativ noch nicht relevant, aber strategisch wichtig, da es künftige Geschäftsmodelle und digitale Infrastrukturen prägen wird.

Unternehmen sollten frühzeitig auf 6G hinarbeiten, indem sie bestehende Technologien nutzen, Digitalisierung und Datenkompetenz ausbauen, auf zukunftsfähige Systeme setzen und Entwicklungen aktiv beobachten.

Mit dem BIHK-Positionspapier Schnelles Internet für Unternehmen spricht sich die IHK ausdrücklich für die Weiterentwicklung von 6G aus. Ziel ist es, die Forschung gezielt zu intensivieren und die daraus entstehende Wertschöpfung nachhaltig zu sichern.