Die Europäische Kommission hat im Rahmen ihres Digitalpakets einen Verordnungsentwurf zur Einführung der European Business Wallet (EBW) vorgelegt. Sie soll zentrale Funktionen bündeln: digitale Identifizierung und Authentifizierung von Unternehmen, elektronische Signaturen, Verwaltung elektronischer Nachweise und einen qualifizierten elektronischen Zustelldienst. EBW-Lösungen sollen von notifizierten privaten Anbietern im Wettbewerb bereitgestellt werden; die Nutzung durch Unternehmen ist freiwillig, öffentliche Stellen sollen die EBW schrittweise verpflichtend akzeptieren. Nach Berechnungen der Kommission könnten so bis zu 160 Milliarden Euro Bürokratiekosten pro Jahr eingespart werden. In Deutschland würde die EBW fragmentierte nationale Lösungen wie "Mein Unternehmenskonto" technisch ergänzen und perspektivisch eine europaweit einheitliche Infrastruktur für Unternehmensidentitäten schaffen.

23.06.2026 - 23.06.2026

European Digital Identity Wallet – so verändert sie die Zukunft Ihres Unternehmens

Datum: Dienstag, 23. Juni 2026 11:00 - 12:00 Uhr

FAQ: Häufig gestellte Fragen zu EUID und EBW-Wallet

Quelle: DIHK

Die EBW ist eine digitale Lösung, mit der Unternehmen sich gegenüber Behörden und Geschäftspartnern ausweisen, Dokumente elektronisch signieren, Nachweise verwalten und rechtssicher zustellen können – europaweit nach einheitlichen Regeln.

Nein. Unternehmen können die EBW freiwillig einsetzen. Vorgesehen ist jedoch, dass Behörden EBW-Nachweise und -Kommunikation akzeptieren müssen, sodass sich für Unternehmen ein Anreiz zur Nutzung ergibt.

Die EUDI-Wallet richtet sich an natürliche Personen und dient als digitale Brieftasche für persönliche Dokumente. Die EBW ist auf Unternehmen und wirtschaftlich Tätige zugeschnitten und bildet insbesondere Unternehmensidentitäten, Rollen und Vertretungsbefugnisse ab.

Unternehmen können Identitäten und Nachweise in anderen EU-Staaten nach dem gleichen Verfahren nutzen – etwa bei Niederlassungsgründungen, behördlichen Registrierungen oder in Lieferketten. Das reduziert Medienbrüche und unterschiedliche nationale Anforderungen.

Der genaue Zeitplan hängt vom weiteren EU-Gesetzgebungsverfahren ab. Angesichts der absehbaren Rolle der EBW als Standardinfrastruktur empfiehlt es sich insbesondere für stark regulierte oder international agierende Unternehmen, das Thema frühzeitig in Digitalisierungs- und IT-Strategien mitzudenken.