IHK-Publikationen

Studien und Umfragen

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Außenwirtschaft

Das ifo-Institut hat im Auftrag der IHK zu den folgenden Themen Studien angefertigt, um Auswirkungen der Europäischen Union auf die Wirtschaft in Bayern zu berechnen:

Arbeitsmarkt & Fachkräfte

Die IHK für München und Oberbayern hat das ifo Institut beauftragt, einen konkreten Reformvorschlag zu erarbeiten, wie ein „Transfersystem aus einem Guss“ – also Bürgergeld, Wohngeld und Kinderzuschlag in einer Leistung gebündelt – ausgestaltet sein sollte.

Durch die Reform wird nach Berechnungen des ifo Instituts das Arbeitsangebot um 149.000 Vollzeitäquivalente steigen und eine fiskalische Einsparung von rund 4,5 Mrd. Euro entstehen. Zugleich werden Haushalte nach Verhaltensanpassung im Durchschnitt finanziell nicht schlechter gestellt und auch das Ungleichheitsmaß bleibt unverändert. Das soziokulturelle Existenzminimum bleibt selbstverständlich unangetastet.

Der Reformvorschlag des ifo Instituts korrigiert die „Designfehler“ hoher Grenzbelastungen im bestehenden Transfersystems und stellt sicher, dass sich Mehrarbeit oder besser bezahlte Arbeit für alle Haushaltskonstellationen immer lohnt.

Die vollständige Studie finden Sie hier zum Download .

Der sich verschärfende Fachkräftemangel in Deutschland kontrastiert mit Arbeitsplatzabbau und Kurzarbeit in einigen Branchen, insbesondere in der chemischen Industrie und im Fahrzeugbau.

Daher erscheint es bedeutsam, im laufenden Strukturwandel das Matching am Arbeitsmarkt zu verbessern. Gesucht werden geeignete realistische Maßnahmen, die idealerweise gleichzeitig die Unterbeschäftigung in den schrumpfenden Branchen und den Fachkräftemangel in vielen Teilen der Wirtschaft reduzieren.

Maßnahmen zur Verbesserung der Arbeitsmarktsituation:

1. Verkürzung der maximalen Bezugsdauer von Kurzarbeitergeld
2. Absenkung oder verzögerte Anpassung des Bürgergelds
3. Kombination von Kurzarbeit und Qualifizierung
4. Programmorientierung hin zu unternehmensnaher Qualifizierung
5. Abbau von Hemmnissen gegen die Nutzung von Weiterbildungsangeboten
6. Förderung der eigenständigen Jobsuche durch innovative Methoden
7. Kampagnen zugunsten des Quereinstiegs
8. Rentenreformen zur Verlängerung der Lebensarbeitszeit
9. Einkommensteuerreform zur Erhöhung der Frauenerwerbstätigkeit
10. Abbau von Hemmnissen gegen die Beschäftigung von Migranten

Zur vollständigen Studie "Arbeitsmarkt und Strukturwandel"

In ganz Bayern fehlten 2023 rund 161.000 Arbeitskräfte und der Engpass wird in den kommenden Jahren nicht kleiner. Oberbayern profitiert zwar durch die Strahlkraft Münchens von Zuwanderung und einer verhältnismäßig jungen Bevölkerung, dennoch fehlen allein in Oberbayern 43.000 (2023) beziehungsweise 56.000 (2028) Arbeitskräfte.

Arbeitskräfte fehlen auf allen Qualifikationsniveaus. Der größte Anteil der Beschäftigten fehlt auf dem Qualifikationsniveau „Fachkraft“ (v.a. berufliche Ausbildung). Hier dürfte die Lücke 2028 rund 120.000 in Bayern und 28.000 in Oberbayern betragen.

Bayerns Wirtschaft erlitt durch den Arbeitskräftemangel im Jahr 2023 Wertschöpfungsverluste von rund 18,7 Mrd. Euro. Das entspricht 2,7 % der Bruttowertschöpfung. In Oberbayern könnte die Wertschöpfung ohne die Arbeitskräftelücke 5,5 Mrd. Euro beziehungsweise 1,77 % höher liegen.

Dies geht aus der vom BIHK beauftragten Arbeitsmarktfortschreibung des IW Köln hervor. Der IHK Arbeitsmarktradar Bayern bietet Ihnen sowohl bayerische als auch regionale Ergebnisse.

Eine aktuelle Unternehmensbefragung des Bayerischen Industrie- und Handelskammertags (BIHK) zeigt, dass trotz der schwierigen wirtschaftlichen Lage ein erheblicher Anteil bayerischer Unternehmen mit Problemen bei der Stellenbesetzung kämpft.

Im Herbst 2024 berichteten 38 % der Unternehmen, dass sie offene Stellen länger als zwei Monate nicht besetzen können – ein deutlicher Rückgang gegenüber 57 % im Vorjahr. Diese Entwicklung ist vor allem auf die konjunkturelle Abkühlung und die damit sinkende Arbeitsnachfrage zurückzuführen.

Die Auswirkungen variieren jedoch zwischen den Branchen. Besonders stark betroffen bleibt das Baugewerbe, wo 54 % der Unternehmen Probleme bei der Stellenbesetzung haben.

Zu den Ergebnissen

Deutschland ist mit einem sich verschärfenden Fachkräftemangel konfrontiert. Daher erscheint es bedeutsam, die vorhandenen Erwerbspotenziale insbesondere von Frauen und Älteren besser zu nutzen und bestehende Fehlanreize abzubauen. Die Studie betrachtet potenzielle Reformen in den Bereichen Steuern, Sozialabgaben, Kinderbetreuung und Rentenversicherung hinsichtlich ihrer Auswirkungen auf die Beschäftigtenzahl. Ein Übergang vom Ehegattensplitting zu einem Familiensplitting würde ein Beschäftigungs-Plus von etwa 180.000 Vollzeitstellen in Deutschland auslösen, ein Ende der beitragsfreien Mitversicherung von Ehegatten in der gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung 150.000 Vollzeitkräfte in die Beschäftigung bringen. Höhere Renten­abschläge bei Frührentnern würden ein Beschäftigungsplus von umgerechnet 180.000 Vollzeitarbeitskräften bewirken. Die Anhebung der Regelaltersgrenze von 67 auf 69 Jahre würde 470.000 zusätzliche Vollzeitarbeitskräfte schaffen. Auch mehr Kinderbetreuungsplätze führen zu mehr Beschäftigten.

Zur Studie "Ansatzpunkte zur Erhöhung der Erwerbstätigkeit von Frauen und Älteren"

Der demografische Wandel stellt Deutschland und Bayern in den kommenden Jahrzehnten vor große Herausforderungen. Um das Wirtschaftswachstum in Bayern aufrechtzuerhalten, ist eine Zuwanderung und die Gewinnung qualifizierter Arbeitskräfte aus dem Ausland notwendig. Die Kurzstudie stellt die Bedeutung der innereuropäischen Migration und der Zuwanderung aus Drittstaaten für den deutschen und bayerischen Arbeitsmarkt dar. Darüber hinaus wird analysiert, wie andere EU-Länder mit der Zuwanderung aus Drittstaaten umgehen und was sich daraus gegebenenfalls für Deutschland und Bayern ableiten lässt.

Es ergeben zeigen sich zahlreiche politische Handlungsmöglichkeiten für eine höhere Attraktivität bei globalen Talenten sowie für die Integration von Zuwanderern:

  • Unterstützung der Unternehmen bei der Fachkräfteanwerbung, etwa durch „Turbo-Bewertungsverfahren“
  • Effizientere und schnellere Visaerteilung und aufenthaltsrechtliche Verfahren
  • Schnellere und transparentere Anerkennung ausländischer Qualifikationen
  • Schaffung der Erwerbsmigration auch ohne im Herkunftsland anerkannten Abschluss für nicht-reglementierte Berufe
  • Förderung der Integration durch kommunale Integrationskonzepte und die Schaffung von Welcome-Centern als zentraler Anlaufstelle sowie das Angebot qualitativ hochwertiger Sprachkurse (auch über B1 hinaus und v.a. auch berufsbezogen).
  • Nutzung von neuen Übersetzungstechnologien bei Behördengängen zur Überbrückung von Sprachbarrieren

Zur gesamten Studie "Fachkräfteeinwanderung nach Deutschland. Schwerpunkt Bayern".

Welche Kompetenzen und Fähigkeiten sind am oberbayerischen Arbeitsmarkt gefragt? Welche regionalen Unterschiede bestehen? Welche Trends und Entwicklungen zeichnen sich ab? Und wie ändert die Digitalisierung das von Unternehmen nachgefragte Fähigkeitsprofil?

Im Auftrag der IHK für München und Oberbayern ging das ifo Institut diesen Fragen mit einer Auswertung von 1,8 Millionen Online-Stellenanzeigen in der Zeitspanne von 2019 bis 2022 nach.

Zur ifo-Studie "Kompetenzen in der Arbeitswelt"

Bildung

Die IHK München hat im Rahmen einer bayernweiten Online-Umfrage zum Ausbildungsstart 2025 Ihre Ausbildungsbetriebe befragt. Die wichtigsten Kennzahlen zu ihren Erfahrungen im Bewerbungs- und Besetzungsprozess sowie zur aktuellen Situation sind in der Befragung zur Ausbildungsstellensituation 2025 für Sie zusammengefasst.

Das Thema Fachkräftesicherung treibt den Wirtschaftsstandort Oberbayern bereits seit mehreren Jahren unvermindert um. Die Situation auf dem Ausbildungsmarkt bleibt für Unternehmen angespannt.

Zuletzt fanden bundesweit 48 Prozent der Betriebe im IHK-Bereich nicht genügend Auszubildende, teilweise bekommen Unternehmen nicht einmal eine einzige Bewerbung. Die Bemühungen, Jugendliche und Eltern von den Vorzügen einer Karriere innerhalb der Beruflichen Bildung über eine duale Ausbildung und der Option der Aufstiegsfortbildung (Fachwirt oder Meister und Betriebswirt) zu überzeugen, werden Jahr für Jahr verstärkt. Unternehmen, Kammern, Verbände und Politik arbeiten gemeinsam am gleichen Ziel.

Hier finden Sie die bundesweiten Ergebnisse der Online-Umfrage der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK) 2025 sowie die regionalen Ergebnisse für die IHK für München und Oberbayern 2025

Die Bilanz des Ausbildungsjahres 2025 weist für den IHK-Bereich mit 14.203 neuen ‎Ausbildungsverträgen ein Minus von 5,7 % aus. Dabei basiert das Minus sowohl auf ‎einem Rückgang bei den kaufmännischen Berufen (-5%) als auch bei den technischen Berufen (-7%). Bei der schulischen Vorbildung der Jugendlichen ‎zeigt sich folgende Verteilung: Ein Viertel der neuen Ausbildungsverträge ‎wurden mit Auszubildenden mit Mittelschulabschluss abgeschlossen. Etwas mehr als 50 Prozent aller neuen Auszubildenden begannen im Jahr 2025 ihre Ausbildung mit einem Mittleren Schulabschluss. 16,6 Prozent hatten eine ‎Hochschulzugangsberechtigung beim Vertragsabschluss in der Tasche. Die Zahl der aktiven Ausbildungsunternehmen hat sich im Vergleich zum Vorjahr um ein Minus von 2,4% verringert.

Digitalisierung

IHK Digitalisierungsumfrage

Die IHK-Organisation befragt jährlich Unternehmen zum Stand der eigenen Digitalisierung. Die Ergebnisse von 2024 aus Bayern finden Sie hier.

Dabei zeigt sich: Die Unternehmen sehen sich digital unverändert aufgestellt zum Vorjahr. Es bleibt weiter viel Luft nach oben. Es gibt eine Reihe von Herausforderungen, die es zu lösen gilt, um die Digitalisierung weiter voranzutreiben. Hier sind Unternehmen wie Politik gefragt.

Zur IHK Digitalisierungsumfrage

Das Potenzial zur Nutzung Künstlicher Intelligenz wird in Unternehmen in Deutschland und der Europäischen Union nicht umfassend ausgeschöpft. Im EU-Durchschnitt nutzten 2023 nur etwa 8% der Unternehmen Künstliche Intelligenz. Die Hürden für die KI-Nutzung ähneln sich im europäischen Vergleich, wobei deutsche Unternehmen branchenunabhängig vor allem aufgrund fehlenden Wissens, der hohen Datenschutzauflagen und hoher Kosten zögern. Zu diesen und weiteren Ergebnissen kam das Ifo Institut, das im Auftrag der IHK für München und Oberbayern die Studie Künstliche Intelligenz (KI) - Verbreitung, Anwendungen und Hindernisse in Deutschland im europäischen Vergleich erstellt hat.

Zur ifo-Studie "Künstliche Intelligenz - Verbreitung, Anwendung und Hindernisse"

Die IHK-Organisation befragt jährlich Unternehmen zum Stand der eigenen Digitalisierung. Die aktuellen Ergebnisse vom Jahr 2022 aus Bayern finden Sie hier.

Dabei zeigt sich: die Mehrheit der Unternehmen sehen sich digital nur mittelgut aufgestellt. Der erwartete Digitalisierungsschub blieb auch im Jahr 2022 aus. Sicherlich hatten andere Themen Priorität. Nichtdestotrotz gilt es eine Reihe von Herausforderungen, sowohl unternehmensintern wie auch durch die Politik, zu lösen, um die Digitalisierung voranzutreiben.

Zur IHK Digitalisierungsumfrage

Die IHK-Organisation befragt regelmäßig Unternehmen zum Stand der Digitalisierung in ihren Unternehmen. Die aktuellen Ergebnisse von Ende 2021 aus Oberbayern finden Sie hier.

Dabei zeigt sich: Etwa 1/3 der Unternehmen sehen sich digital gut oder sehr gut aufgestellt und nutzen digitale Innovationen für die Entwicklung ihres Unternehmens. 2/3 der Unternehmen schätzt jedoch ihre digitale Entwicklung nach wie vor nicht gut ein. Hier ist ein Digitalisierungschub ausgeblieben. Die Digitalisierung in den Unternehmen steht dabei vor einer Reihe von Hürden und Herausforderungen, die unternehmensintern wie auch durch die Politik gelöst werden müssen.

Zu den Umfrageergebnissen

Energie, Umwelt, Rohstoffe

In ihrer neuen Studie „Neue Wege für die Energiewende (Plan B)“ hat die DIHK einerseits die volkswirtschaftlichen Kosten einer Weiterführung der bisherigen Energiewende bis 2050 untersuchen lassen. Die sich ergebende Summe von bis zu 5,4 Billionen Euro würde die deutschen Unternehmen und Haushalte enorm belasten. Andererseits werden Alternativen aufgezeigt, wie die Energiewende durch mehr Technologieoffenheit, marktwirtschaftliche Lösungen und Fokussierung auf ein umfassendes Cap-und-Trade-System deutlich effizienter gestaltet und dabei alleine im reinen Energiesystem bis zu 910 Mrd. Euro eingespart werden können. Einschließlich weiterer Maßnahmen wie mehr internationaler Kooperation ergibt sich bis 2050 ein Kostensenkungspotenzial von deutlich über einer Billion Euro.

DIHK-Präsident Peter Adrian warnt: "Wenn wir den aktuellen Weg der Energiepolitik unter diesen Vorgaben weitergehen, gefährden wir nicht nur den Wirtschaftsstandort Deutschland, sondern erweisen auch dem notwendigen Ziel der Klimaneutralität einen Bärendienst." Es brauche dringend ein Umdenken in der Energiepolitik, um die Belastungen durch die Energiewende in Deutschland zu reduzieren.

Auch kleinteilige Regulierung, Komplexität und bürokratische Prozesse stehen der Energiewende im Weg und kosten Akzeptanz: "Die Transformation stockt bei Unternehmen und Verbrauchern, weil sie durch energiewendebedingte Regulierung und Bürokratie belastet und zunehmend überfordert sind", erklärt der stellvertretende DIHK-Hauptgeschäftsführer Achim Derks. "Insbesondere auf EU-Ebene ist durch den Green Deal ein Wildwuchs an Bürokratie entstanden, den wir dringend zurückdrängen müssen."

DIHK-Pressemeldung zur Studie "Plan B"

Der Rohstoffreport Bayern 2025 informiert über den aktuellen Stand der Rohstoffversorgung bei den bayerischen Unternehmen. Dazu haben die bayerischen Industrie- und Handelskammern eine ausführliche Befragung ihrer Mitgliedsunternehmen durchgeführt.

Rund 7.000 bayerische Unternehmen aus potenziell rohstoffrelevanten Wirtschaftszweigen wurden zu ihrer Situation bei der Verwendung, Versorgung und Beschaffung von Rohstoffen befragt. Berücksichtigt wurden ausschließlich mineralische, nicht jedoch energetische Rohstoffe. Die Ergebnisse der Befragung dienen als Grundlage für den vorliegenden Report.

Bayernweit haben sich 646 Unternehmen aus verschiedenen Branchen beteiligt, darunter überwiegend kleine und mittlere Unternehmen (KMU). Dabei kann jedes zweite Unternehmen einer der drei Branchen zugeordnet werden: Baugewerbe, Metallerzeugung und -bearbeitung bzw. Herstellung von Metallerzeugnissen sowie Maschinenbau.

Zum Rohstoffreport Bayern 2025

Die Flut an neuen gesetzlichen Anforderungen für Unternehmen im Energie- und Klimaschutzbereich nimmt nicht ab. Umso herausfordernder ist es, den Überblick zu behalten, die zur Umsetzung notwendigen Ressourcen bereitzustellen und neue Prozesse rechtzeitig zu etablieren. Vor allem bei gänzlich neuen regulatorischen Vorgaben ist es dringend geboten, sich frühzeitig über Regeln und Pflichten zu informieren.

Um die zahlreichen neuen Vorgaben aufzuzeigen und Hilfestellung zu geben, hat die FfE im Auftrag und in Kooperation mit der IHK für München und Oberbayern diesen Überblick erstellt. Weitere Informationen zu den einzelnen gesetzlichen Vorhaben finden Unternehmen und Interessierte auf den in der Übersicht verlinkten IHK-Ratgeberseiten.

Übersicht: Welche neuen regulatorischen Vorgaben kommen auf Unternehmen im Bereich Klimaschutz und Energiewende zu?

Mit dem Energiewende-Barometer stellt die IHK-Organisation jährlich die Ergebnisse einer Online-Unternehmensbefragung vor, an der sich das Ehrenamt und weitere Mitgliedsunternehmen der Organisation beteiligen. Das Barometer bildet eine Bewertung der Unternehmen zum Fortschritt der Energiewende sowie zur aktuellen Klima- und Energiepolitik ab.

Die Befragung zur diesjährigen Auflage fand vom 12. Juni bis 2. Juli 2023 statt. Grundlage der vorliegenden Auswertung sind deutschlandweit 3.572 eingegangene Antworten, davon 596 aus Bayern (Vorjahr: 3.514 bzw. 505). Die bayerischen Antworten verteilen sich auf die Wirtschaftszweige Dienstleistungen (41 %), Industrie (40 %),
Handel (12 %) und Bau (7 %).

Mit großer Flexibilität entwickelten die Unternehmen am Standort Bayern immer neue Lösungen und Strategien, um den Krisen der vergangenen Jahre zu trotzen und auf die ständigen und rasanten Veränderungen bei Kosten, Versorgungslage und politischen Vorgaben zu reagieren. Das anfängliche Anpacken der Unternehmen weicht allerdings zunehmend der Ernüchterung.

Zwar unterstützte die Politik, deckelte zum Beispiel die Kostenlast der Energiekrise mit der Gas- und Strompreisbremse, schürte aber auch weitere Unsicherheiten mit immer neuen und teils unausgegorenen Vorhaben. Eine nachhaltige Entlastung stellte sich nicht ein – im Gegenteil. Die mangelnde politische Verlässlichkeit schafft Planungs- und Investitionsunsicherheit und hemmt zunehmend betriebliches Engagement bei Klimaschutz und Energiewende.

Die Ergebnisse der diesjährigen Umfrage sind alarmierend. Noch nie seit Beginn der Aufzeichnungen vor gut 10 Jahren fürchteten so viele Betriebe energiewendebedingt um ihre Geschäfte. Die Wettbewerbsfähigkeit ist an vielen Stellen stark gefährdet. Die Einschränkung oder Verlagerung von Produktionskapazität wird für immer mehr Unternehmen zum gangbaren Weg aus der Krise. Investitionen in Kernprozesse, aber auch in Innovation und Klimaschutz stehen kostenbedingt zurück.

Jetzt ist politisches Handeln gefragt, um zukünftig Versorgungssicherheit und Bezahlbarkeit bei grüner Energie zu gewährleisten und auf dem Weg zu einem klimaschonenden Energiesystem nicht den Standort aufs Spiel zu setzen. Dazu müssen unter anderem die Rahmenbedingungen für die Eigenversorgung mit grünem Strom dringend verbessert, weitere Steuern und Abgaben auf den Strompreis endlich reduziert und die benötigten Übertragungs- sowie Verteilnetze ausgebaut werden.

IHK-Energiewende-Barometer 2023: Auswertung für Bayern

Bei vielen Schlüsseltechnologien wie Batterietechnik, Robotik und erneuerbaren Energien ist Deutschland von importierten Rohstoffen abhängig, oftmals von einzelnen Lieferländern wie China. Dringender Handlungsbedarf für krisensichere Lieferketten besteht bei neun kritischen Mineralien, das sind Kobalt, Bor, Silizium, Graphit, Magnesium, Lithium, Niob, Seltene Erden und Titan. Hier sind mehr Bezugs­quellen nötig, um die Lieferketten widerstandsfähiger zu machen, so die ifo-Studie. Das Papier wurde gemeinsam mit dem DIHK veröffentlicht. Lieferkettenstörungen sind laut Studie bei den genannten Rohstoffen besonders problematisch, da alternative Quellen nur langfristig erschlossen werden könnten. Dies sei eine Lektion der jüngsten Versorgungsnotlagen im Zuge der Corona-Pandemie und geopolitischer Krisen wie dem Ukraine-Krieg.

Mehr Infos zur Studie

Verkehr

Flughafen München für eine intermodale Vernetzung im Regional- und Fernverkehr

Der Flughafen München hat keinen Fernbahnanschluss. Im Wettbewerb mit anderen Flughäfen verliert er dadurch an Attraktivität. Es fehlen Regionalverkehrsangebote, um Fluggästen die An- bzw. Weiterreise mit der Bahn in Bayern und den benachbarten Regionen ermöglichen zu können. Die S-Bahn verbindet den Flughafen mit der Münchner Innenstadt und dem Hauptbahnhof, ist aber häufig überlastet und störanfällig. Den überregionalen Flughafenexpress ÜFEX gibt es nur aus Richtung Regensburg. Seit Dezember 2024 ist er über Parsberg und Neumarkt (Oberpfalz) zum Nürnberger Hauptbahnhof verlängert worden.

Zur IHK-Position "Schienenanbindung Flughafen München: Für eine intermodale Vernetzung im Regional- und Fernverkehr"

Zur ifo-Studie "Die Wirkungen eines Bahnhalts für Hochgeschwindigkeitszüge am Flughafen München"

Wirtschaftsstandort

Kernergebnisse

  • Bayern führt bei der Startup-Aktivität
  • Startup-Neugründungen steigen 2025 deutlich
  • Frauenanteil ist sehr gering
  • Hochschulen sind Innovationsmotor
  • DefenseTech boomt – München an der Spitze
  • München ist auf Augenhöhe mit Berlin
  • Englisch ist noch selten Arbeitssprache
  • Man liegt noch hinter internationalen Hotspots

Zur Studie

Die Betriebe in Oberbayern sind mit ihrem Standort unter dem Strich zufrieden. In einer Umfrage der IHK für München und Oberbayern hat der Wirtschaftsraum die Gesamtnote 2,0 erhalten, unverändert zur vorherigen Umfrage vor vier Jahren. Vier von fünf der Unternehmen bewerten ihren Standort als „sehr gut“ oder „gut“. Für Oberbayern würden sich 83 Prozent der ansässigen Unternehmen noch einmal entscheiden – vor vier Jahren waren es noch 86 Prozent.

Zur IHK Standortumfrage 2023

Impulse für die Wirtschaftspolitik – ifo-Studien im Auftrag der IHK für München und Oberbayern

Die IHK für München und Oberbayern hat das ifo Institut beauftragt, einen konkreten Reformvorschlag zu erarbeiten, wie ein „Transfersystem aus einem Guss“ – also Bürgergeld, Wohngeld und Kinderzuschlag in einer Leistung gebündelt – ausgestaltet sein sollte.

Durch die Reform wird nach Berechnungen des ifo Instituts das Arbeitsangebot um 149.000 Vollzeitäquivalente steigen und eine fiskalische Einsparung von rund 4,5 Mrd. Euro entstehen. Zugleich werden Haushalte nach Verhaltensanpassung im Durchschnitt finanziell nicht schlechter gestellt und auch das Ungleichheitsmaß bleibt unverändert. Das soziokulturelle Existenzminimum bleibt selbstverständlich unangetastet.

Der Reformvorschlag des ifo Instituts korrigiert die „Designfehler“ hoher Grenzbelastungen im bestehenden Transfersystems und stellt sicher, dass sich Mehrarbeit oder besser bezahlte Arbeit für alle Haushaltskonstellationen immer lohnt.

Die vollständige Studie finden Sie hier zum Download .

Nach den Berechnungen des ifo-Instituts entgehen Deutschland durch überbordende Bürokratie bis zu 146 Milliarden Euro pro Jahr an Wirtschaftsleistung.

Grundlage für die Berechnungen ist ein „Bürokratie-Index“, der für eine Vielzahl von Ländern den Bürokratieaufwand in für die Wirtschaft und Unternehmen relevanten Bereichen multidimensional abbildet. Auf Basis dieses Datensatzes identifizieren die Forschenden Länder, die tiefgreifende Bürokratiereformen umgesetzt haben und verfolgen deren wirtschaftliche Entwicklung über die Zeit. Auf Basis dieser Ergebnisse simulieren sie die Wirkung einer Bürokratiereform, die Deutschland auf das niedrige Bürokratieniveau von Schweden, dem Spitzenreiter im Bürokratie-Index, gebracht hätte.

Auch die Digitalisierung der öffentlichen Verwaltung kann eine wichtige Rolle zur Verringerung des bürokratischen Aufwands beitragen. Würde Deutschland bei der Digitalisierung der öffentlichen Verwaltung auf das Niveau von Dänemark aufschließen, wäre die Wirtschaftsleistung um 96 Milliarden Euro pro Jahr höher.

Die Ergebnisse unterstreichen die dringende Notwendigkeit einer umfassenden Verwaltungsreform, bei der alle Regulierungen kritisch auf den Prüfstand kommen und unverzichtbare bürokratische Prozesse vollständig digitalisiert werden.

Zur Studie "Entgangene Wirtschaftsleistung durch hohen Bürokratieaufwand"

Deutschland ist mit einem sich verschärfenden Fachkräftemangel konfrontiert. Daher erscheint es bedeutsam, die vorhandenen Erwerbspotenziale insbesondere von Frauen und Älteren besser zu nutzen und bestehende Fehlanreize abzubauen. Die Studie betrachtet potenzielle Reformen in den Bereichen Steuern, Sozialabgaben, Kinderbetreuung und Rentenversicherung hinsichtlich ihrer Auswirkungen auf die Beschäftigtenzahl. Ein Übergang vom Ehegattensplitting zu einem Familiensplitting würde ein Beschäftigungs-Plus von etwa 180.000 Vollzeitstellen in Deutschland auslösen, ein Ende der beitragsfreien Mitversicherung von Ehegatten in der gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung 150.000 Vollzeitkräfte in die Beschäftigung bringen. Höhere Renten­abschläge bei Frührentnern würden ein Beschäftigungsplus von umgerechnet 180.000 Vollzeitarbeitskräften bewirken. Die Anhebung der Regelaltersgrenze von 67 auf 69 Jahre würde 470.000 zusätzliche Vollzeitarbeitskräfte schaffen. Auch mehr Kinderbetreuungsplätze führen zu mehr Beschäftigten.

Zur Studie "Ansatzpunkte zur Erhöhung der Erwerbstätigkeit von Frauen und Älteren"

Der demografische Wandel stellt Deutschland und Bayern in den kommenden Jahrzehnten vor große Herausforderungen. Um das Wirtschaftswachstum in Bayern aufrechtzuerhalten, ist eine Zuwanderung und die Gewinnung qualifizierter Arbeitskräfte aus dem Ausland notwendig. Die Kurzstudie stellt die Bedeutung der innereuropäischen Migration und der Zuwanderung aus Drittstaaten für den deutschen und bayerischen Arbeitsmarkt dar. Darüber hinaus wird analysiert, wie andere EU-Länder mit der Zuwanderung aus Drittstaaten umgehen und was sich daraus gegebenenfalls für Deutschland und Bayern ableiten lässt.
Es ergeben zeigen sich zahlreiche politische Handlungsmöglichkeiten für eine höhere Attraktivität bei globalen Talenten sowie für die Integration von Zuwanderern:

  • Unterstützung der Unternehmen bei der Fachkräfteanwerbung, etwa durch „Turbo-Bewertungsverfahren“
  • Effizientere und schnellere Visaerteilung und aufenthaltsrechtliche Verfahren
  • Schnellere und transparentere Anerkennung ausländischer Qualifikationen
  • Schaffung der Erwerbsmigration auch ohne im Herkunftsland anerkannten Abschluss für nicht-reglementierte Berufe
  • Förderung der Integration durch kommunale Integrationskonzepte und die Schaffung von Welcome-Centern als zentraler Anlaufstelle sowie das Angebot qualitativ hochwertiger Sprachkurse (auch über B1 hinaus und v.a. auch berufsbezogen).
  • Nutzung von neuen Übersetzungstechnologien bei Behördengängen zur Überbrückung von Sprachbarrieren

Zur Studie "Fachkräfteeinwanderung nach Deutschland. Schwerpunkt Bayern"

Was bringt die Europäische Union (EU) dem Wirtschaftsstandort Deutschland? Dieser Beitrag berechnet anhand unterschiedlicher politischer Szenarien den Vorteil in Form von geringeren Strom- und CO2-Preisen einer europäischen Kooperation beim Klimaschutz sowie beim Ausbau des internationalen Übertragungsnetzes. Sollte jedes Land in Europa Klimaschutz allein betreiben und Netze nach 2035 nicht mehr ausbauen, so beläuft sich der deutsche (europäische) Nachteil auf 66 (248) Mrd.Euro im Zeitraum 2024 bis 2050. Der Gesamtvorteil von mehr Klimaschutz und mehr Netzausbau liegt bei 16 (71) Mrd. Euro.

Zur Studie "Energie- und Klimapolitik: Effekte eines europäischen Ansatzes auf Preise, Versorgungssicherheit und CO2-Emissionen in Deutschland"

Satte Exportüberschüsse als Ausdruck der wirtschaftlichen Stärke Bayerns gehören der Vergangenheit an. Dies zeigt die vorliegende ifo-Studie im Auftrag der IHK für München und Oberbayern. Der Freistaat muss sich damit von einem wesentlichen Markenzeichen seines rasanten Wirtschafts­aufschwungs der Nachkriegszeit verabschieden. Bereits seit 2019 ist Bayern kein Netto-Exporteur von Gütern mehr, das heißt im Freistaat werden mehr Waren im Ausland eingekauft als exportiert wird. In dieser Kurzexpertise wird die Entwicklung und Hintergründe des internationalen bayerischen Güter- sowie des Dienstleistungsexportdefizits analysiert. Schließlich werden die Ergebnisse interpretiert und wirtschaftspolitische Lösungsansätze aufgezeigt.

Zur Studie "Exportdefizitland Bayern - Ausdruck einer Industrie-Standort-Schwäche?"

Die Ampelkoalition hat sich das Ziel gesetzt, dass bis 2030 mindestens 15 Millionen Elektroautos auf deutschen Straßen rollen sollen. Anfang 2023 überstieg die Anzahl der zugelassenen Elektroautos aber gerade erst die Millionenmarke.

Die Kurzexpertise "Was zu tun ist, um die Elektromobilität in Deutschland zu fördern" ist ein ordnungspolitisches Plädoyer, das aufzeigt, was die Politik tun sollte (und was besser nicht), um die Elektromobilität zu unterstützen.

Welche Kompetenzen und Fähigkeiten sind am oberbayerischen Arbeitsmarkt gefragt? Welche regionalen Unterschiede bestehen? Welche Trends und Entwicklungen zeichnen sich ab? Und wie ändert die Digitalisierung das von Unternehmen nachgefragte Fähigkeitsprofil?

Im Auftrag der IHK für München und Oberbayern ging das ifo Institut diesen Fragen mit einer Auswertung von 1,8 Millionen Online-Stellenanzeigen in der Zeitspanne von 2019 bis 2022 nach.

Zur Studie "Kompetenzen in der Arbeitswelt"