Frühjahr 2026: Hoffnung auf Erholung zerschlagen
Die Folgen des Irankriegs haben die Hoffnung auf eine Erholung in der bayerischen Wirtschaft zerschlagen. Sprunghaft gestiegene Energiepreise und erste Lieferschwierigkeiten verpassen der Stimmung in der bayerischen Wirtschaft einen deutlichen Dämpfer. Der aus Lageurteilen und Erwartungen zusammengesetzte BIHK-Konjunkturindex fällt gegenüber Jahresbeginn um 6 Zähler auf 101 Punkte und liegt damit seit drei Jahren unter dem Langzeitdurchschnitt von 111 Punkten. Trotz zusätzlicher Arbeitstage und eines stärkeren Fiskalimpulses im Vergleich zum Vorjahr ist für 2026 nur noch mit einem schwachen Wachstum zu rechnen.
Die Geschäftslage bleibt im Tief gefangen: Mit einem Saldo von 9 Punkten gibt sie gegenüber Jahresbeginn leicht nach und befindet sich seit über zwei Jahren unter dem Langzeitdurchschnitt von 17 Punkten. Zufrieden zeigen sich per Saldo weiterhin die Dienstleister, wenn auch weniger als zuletzt. Im Baugewerbe überwiegen die positiven Lageurteile leicht – eine saisonübliche Verbesserung gegenüber Jahresbeginn. In der Industrie halten sich gute und schlechte Lageurteile die Waage. Die Auftragslage aus dem In- und Ausland hat sich von niedrigem Niveau aus verbessert. Im Handel und im Tourismus dominieren dagegen die negativen Lageeinschätzungen. Der Kaufkraftverlust der Konsumenten macht sich hier bereits bemerkbar.
Die Geschäftserwartungen brechen deutlich ein. Gegenüber Jahresbeginn sinkt der Indikator um 10 Zähler auf -6 Punkte. Damit sind die Erwartungen seit vier Jahren unter dem Langzeitdurchschnitt von 7 Punkten – so lange wie noch nie zuvor. Der Pessimismus überwiegt in allen Branchen. Leichte Skepsis zeigt sich bei den Dienstleistern und in der Industrie. Im Handel, Baugewerbe und Tourismus sind die Aussichten äußerst düster.
Die Unzufriedenheit mit den wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen ist weiterhin über alle Branchen hinweg nahe dem Negativrekord vom Vorjahr. Entsprechend sind die Unternehmen mit Inlandsinvestitionen äußerst zurückhaltend. Die Entwicklung spiegelt sich auch in den Beschäftigungsplänen wider: Hohe Arbeitskosten und schwache Perspektiven zwingen die Unternehmen in allen Branchen zum Beschäftigungsabbau.