Der Brenner Basistunnel gehört zu den wichtigsten europäischen Infrastrukturprojekten und ist maßgeblich für einen leistungsfähigen transeuropäischen Verkehr. Um das volle Potenzial des zukünftigen Tunnels ausschöpfen zu können, ist auf bayerischer Seite der sogenannte Nordzulauf erforderlich.

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FAQ: Brenner-Nordzulauf und Brenner-Basistunnel

Der Brenner-Nordzulauf und der Brenner-Basistunnel sind Teil des Skandinavien-Mittelmeer-Korridors, einer der wichtigsten europäischen Nord-Süd-Verbindungen. Die rund 435 Kilometer lange Schienenverbindung zwischen München und Verona stellt die direkteste und leistungsfähigste Schienenachse zwischen Bayern und Italien dar. Durch den Brennerbasistunnel können Güterzüge die Alpen künftig effizienter und mit höheren Zuglasten queren. Der Tunnel leistet damit einen wesentlichen Beitrag zur Verkehrsverlagerung auf die Schiene und zur Stärkung europäischer Transport- und Logistikketten.

Der Brenner-Nordzulauf ist ein zentrales Infrastrukturprojekt für einen leistungsfähigen Schienenverkehr im Alpenraum. Er schafft die notwendigen Kapazitäten, um die verkehrlichen Vorteile und Potentiale des Brennerbasistunnels voll auszuschöpfen und den wachsenden Güter- und Personenverkehr auf der Schiene zu bewältigen. Gleichzeitig profitieren Nahverkehr und Bestandsstrecken von einer spürbaren Entlastung. Mit dem Abschluss der Vorplanung und der Ermittlung einer Vorzugstrasse im Juli 2026 wurde ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg zur weiteren Projektumsetzung erreicht.

Der Brenner-Basistunnel und der Brenner-Nordzulauf sind zwei Teile derselben überregionalen Verkehrsachse. Der Basistunnel schafft die leistungsfähige Verbindung durch die Alpen, während der Nordzulauf dafür sorgen soll, dass die zusätzlichen Züge auf deutscher Seite an den Tunnel herangeführt werden können. Für eine durchgängige leistungsfähige Brennerachse müssen daher sowohl der Tunnel als auch die entsprechenden Zulaufstrecken betrachtet werden.

Der Bau des Brenner-Basistunnels ist weit fortgeschritten. Das gesamte Tunnelsystem umfasst rund 230 Kilometer, davon waren zuletzt rund 221 Kilometer ausgebrochen. Im August 2026 wurde zudem die westliche Haupttunnelröhre auf einer Länge von rund 55 Kilometern durchgehend fertig ausgebrochen. Der Schwerpunkt der Arbeiten verlagert sich damit zunehmend von den Vortriebsarbeiten auf den weiteren Ausbau und die technische Ausrüstung des Tunnels.

Dabei zeigt sich, dass die bauliche Fertigstellung nur einen Teil der Gesamtaufgabe darstellt. Die Integration unterschiedlicher technischer Standards, betrieblicher Anforderungen und nationaler Rechtsvorschriften erfordert eine enge grenzüberschreitende Zusammenarbeit. Viele Lösungen müssen erstmals für den gemeinsamen Betrieb entwickelt werden. Gerade diese internationale Abstimmung macht den Brenner-Basistunnel zu einem der anspruchsvollsten Infrastrukturprojekte Europas.

Die Inbetriebnahme des Brenner-Basistunnels ist derzeit für das Jahr 2034 vorgesehen. Bis dahin müssen neben den noch laufenden Bauarbeiten auch der Innenausbau sowie die technische und eisenbahntechnische Ausstattung fertiggestellt und anschließend umfangreiche Tests durchgeführt werden. Der eigentliche Tunnelvortrieb ist daher nur ein Teil des gesamten Projekts.

Für Unternehmen bietet eine leistungsfähige Schienenverbindung über den Brenner die Chance auf schnellere, zuverlässigere und wirtschaftlichere Transporte. Weniger Umschlagvorgänge können das Risiko von Transportschäden reduzieren, während zusätzliche Kapazitäten und effizientere Abläufe zu geringeren Transportkosten beitragen können. Davon profitieren insbesondere Logistikdienstleister sowie Unternehmen mit internationalen Lieferketten. Eine starke Schienenanbindung stärkt zudem die Wettbewerbsfähigkeit des Wirtschaftsstandorts und verbessert die Anbindung an die europäischen Märkte.

Der Brenner-Nordzulauf soll zusätzliche Kapazitäten für den Schienenverkehr schaffen und die bestehende Strecke entlasten. Neben einer besseren Anbindung an die europäischen Verkehrsachsen profitiert auch die Regionen entlang der Strecke von einer verbesserten Erreichbarkeit sowie attraktiveren Verbindungen im Nah- und Fernverkehr. Gleichzeitig sind mit dem Projekt Fragen des Lärm-, Umwelt- und Naturschutzes, der Landwirtschaft sowie der regionalen Entwicklung verbunden. Die Deutsche Bahn hat dabei die gesetzlichen Vorgaben einzuhalten und entsprechende Schutzmaßnahmen vorzusehen.

Die bestehende Strecke bleibt auch nach dem Ausbau des Brenner-Nordzulaufs ein wichtiger Bestandteil des Bahnnetzes. Ein Ziel der neuen Infrastruktur ist es, zusätzliche Verkehre aufnehmen zu können und dadurch auf der bestehenden Strecke mehr Kapazitäten für andere Verkehre, insbesondere den Nahverkehr, zu schaffen. Die neue und die bestehende Infrastruktur sollen sich damit ergänzen und unterschiedliche Verkehrsaufgaben übernehmen.

Der Brenner ist eine der wichtigsten Alpenquerungen für den europäischen Güterverkehr. Der Ausbau der Brennerachse soll dazu beitragen, mehr Güterverkehr auf die Schiene zu verlagern und eine leistungsfähige Alternative zum Straßengüterverkehr zu schaffen. Dafür reicht der Bau des Basistunnels allein jedoch nicht aus. Entscheidend ist, dass auch die Zulaufstrecken und die weitere Infrastruktur entlang der gesamten Verbindung ausreichend leistungsfähig sind.

Neben den technischen und baulichen Herausforderungen geht es insbesondere um die Finanzierung, die weitere Planung und Genehmigung des Nordzulaufs sowie um die Interessen der betroffenen Regionen. Beim Brenner-Basistunnel müssen die noch ausstehenden Bau- und Ausrüstungsarbeiten abgeschlossen und die Infrastruktur für den späteren Bahnbetrieb vorbereitet werden. Beim deutschen Nordzulauf steht nach Abschluss der Vorplanung die parlamentarische Befassung an. Erst danach können die weiteren Planungsschritte erfolgen. Damit bleibt die Abstimmung zwischen Infrastruktur, Politik, Region und Wirtschaft ein zentraler Faktor für die weitere Entwicklung der Brennerachse.

Der Brenner-Nordzulauf und Forderungen der Wirtschaft

Wie ist der Stand beim Brenner-Nordzulauf?

Hier finden Sie die aktuellen Meldungen zu Planung und Bau des Brenner-Nordzulaufs.

Forderungen der Wirtschaft zum Nordzulauf

Der Erfolg der deutschen und bayerischen Wirtschaft baut auf leistungsstarke Verkehrswege am Standort selbst und zu den Absatzmärkten und Zulieferern in den angrenzenden Nachbarländern. Der Brenner Basistunnel als unterirdische Querung des Alpenkamms bildet hierbei das neue Herzstück des europäischen Nord-Süd-Verkehrskorridors.

In Verantwortung für den Wirtschaftsstandort Bayern in Deutschland und Europa spricht sich die IHK dafür aus, zusätzlich zu den bestehenden beiden Gleisen ein drittes und viertes Gleises zu bauen, um den Brenner Basistunnel optimal an das nördliche Schienenfernverkehrsnetz anzubinden (Brenner-Nordzulauf). Die zusätzlichen Kapazitäten werden benötigt, um neben dem aktuellen Transportvolumen das weiter steigende Güterverkehrsaufkommen bewältigen und insbesondere Verkehre von der Straße auf die umweltfreundlichere Schiene in substanziellem Maße verlagern zu können.

Notwendig sind:

  • Realisierung des Brenner-Nordzulaufs
  • Ertüchtigung der Bestandskapazitäten
  • Optimierung des Bahnbetriebs

Forderungen der Wirtschaft zum grenzüberschreitenden Bahnverkehr

Die verstärkte Verlagerung des Güterverkehrs von der Straße auf die Schiene ist gerade für den alpenquerenden Transit eine enorme Herausforderung. Neben zusätzlichen Kapazitäten, die der Brenner Basistunnel und seine Zulaufstrecken schaffen, bedarf es darüber hinaus der Ertüchtigung der vorhandenen Schieneninfrastruktur als auch der Optimierung des darauf stattfindenden grenzüberschreitenden Bahnbetriebs.

Die IHK bekennt sich zur Verkehrsverlagerung und fordert, die Attraktivität des Verkehrsträgers Schiene deutlich zu erhöhen. Aus Sicht der verladenden und transportierenden Wirtschaft sind folgende Maßnahmen zur Steigerung der Leistungsfähigkeit des Schienenverkehrs
über den Brenner dringend notwendig:

  • Regeln und Normen
    • Harmonisiertes Eisenbahnrecht und Angleichung technischer Bestimmungen in Europa
    • Einführung des europäischen Zugleit- und Zugsicherungssystems ERMTM/ETCS an der Strecke und „on-board“ in den Zügen
  • Bahnbetrieb
    • Zügigere Trassenbereitstellung und zusätzliche Slots für den Güterverkehr
    • Garantierte Fahrlaufzeiten der Züge für zuverlässige Transporte
  • Bahnpersonal
    • Harmonisierte Aus- und Weiterbildung des Personals in Europa für einen grenzüberschreitenden Arbeitseinsatz
    • Verwendung einer einheitlichen Sprache zur grenzüberschreitenden Kommunikation im Brenner-Korridorverkehr
  • Fahrzeuge
    • Investition in zusätzliches Wagenmaterial und Lokomotiven
    • Einführung einer europaweit standardisierten automatischen Kupplung

Informationen zum Brenner Basistunnel

Der Brennerbasistunnel (BBT) ist ein gemeinsames Tunnelbauprojekt zwischen Italien und Österreich und zählt zu den bedeutendsten Infrastrukturvorhaben Europas. Nach seiner Fertigstellung wird der BBT mit einer Länge von über 64 Kilometern der längste Eisenbahntunnel der Welt sein. Der Brennerbasistunnel (BBT) bildet außerdem das zentrale Herzstück des Skandinavien–Mittelmeer-Korridors (Scan-Med), einem der Kernnetze des transeuropäischen Verkehrsnetzes (TEN-V). Ziel des Projekts ist es, den stark frequentierten Brennerkorridor – insbesondere die überlasteten Autobahnen und Bahnstrecken – deutlich zu entlasten. Gleichzeitig schafft der Tunnel neue Kapazitäten für einen umweltfreundlichen und klimafreundlichen Güter- und Personenverkehr durch die Alpen. Damit leistet der BBT einen zentralen Beitrag zur nachhaltigen Mobilität und zur Verlagerung des Transits von der Straße auf die Schiene.

Hier einige Fakten zu diesem Jahrhundertprojekt

  • Länge des Tunnels: Gesamt (Tulfes - Franzensfeste) 64 km (längster Eisenbahntunnel der Welt), Verbindung Innsbruck - Franzensfeste: 55 km
  • Scheitelhöhe des Tunnels: 790 m ü.d.M., also 580 m tiefer als der Brennerpass (1.371 m)
  • Verbindung: Der Brenner Basistunnel ist Teil der Verbindung zwischen München und Verona
  • Beginn der Planungen: Erste Machbarkeitsstudie 1989
  • Gründung der Gesellschaft: 1999 gründeten die Verkehrsminister Österreichs und Italiens die Europäische Wirtschaftliche Interessensvereinigung (EWIV) zur Projektierung
  • Baubeginn: Am 30. Juni 2006 erfolgte der symbolische Spatenstich und im August 2007 begannen die Bauarbeiten für den ersten Abschnitt des Erkundungsstollens zwischen Aicha und Mauls in Südtirol.
  • Gesellschaft und Finanzierung: Die Aktien der BBT SE sind zu gleichen Teilen auf Österreich und Italien verteilt. Auf österreichischer Seite sind die ÖBB (Österreichische Bundesbahnen) alleiniger Aktionär mit 50 % der Anteile. Die Beteiligungsgesellschaft TFB (Tunnel Ferroviario del Brennero Holding AG) hält den italienischen Anteil von 50 %. Die TFB setzt sich zusammen aus: 88,2 %: RFI (Rete Ferroviaria Italiana = Italienische Staatsbahnen), 6,38 %: Autonome Provinz Bozen, 4,96 %: Autonome Provinz Trient und 0,46 %: Provinz Verona. Der Brenner Basistunnel wird von der Europäischen Union mitfinanziert.
  • Geplantes Bauende: 2034
  • Fahrstrecke: Der Brenner Basistunnel verkürzt die Fahrstrecke Innsbruck - Franzensfeste von 75 km auf 55 km.
  • Fahrzeit: Die Fahrzeit für Personenzüge verkürzt sich von 80 auf 20 Minuten.
  • Geschwindigkeit im Tunnel: Güterzüge: 120 bis 160 km/h, Personenzüge: 250 km/h
  • Aktueller Stand beim Bau des Brenner-Basistunnels

schienenverkehr
03.12.2026

Bayerischer Verkehrspolitischer Dialog: Die Zukunft der Schiene

Eine verlässliche Infrastrukturfinanzierung, mehr Kapazität auf der Schiene und die Modernisierung des Netzes zählen zu den zentralen Zukunftsaufgaben der kommenden Jahre. Diskutieren Sie mit Vertreterinnen und Vertretern des Bundes, aus Bayern und der Branche, welche Weichen heute gestellt werden müssen.

Datum: Donnerstag, 3. Dezember 2026 um 10:00 Uhr
Ort: IHK für München und Oberbayern