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Tourismus und Handel in Bayern

Tourismus ist weit mehr als Hotellerie und Gastronomie. Die aktuelle dwif-Studie belegt erstmals umfassend den wirtschaftlichen Zusammenhang zwischen Tourismus und Einzelhandel in Bayern: Im Jahr 2024 wurden durch die Ausgaben von Tages- und Übernachtungsgästen 10,9 Milliarden Euro Umsatz im bayerischen Einzelhandel generiert. Damit stammt nahezu jeder dritte touristisch ausgegebene Euro aus dem Handel.

Titelbild der Studie

Quelle: dwif, 2026

Touristen und Tagesgäste sichern Kaufkraft in Städten und Regionen Bayerns. Von ihren Ausgaben profitieren nicht nur Hotels und Gastronomiebetriebe. Gerade in ländlichen Regionen kann der Tourismus dazu beitragen, die wirtschaftliche Basis des Einzelhandels zu stärken und die Attraktivität von Ortskernen zu erhalten.

Wesentliche Ergebnisse der Studie lauten:

  • Im Jahr 2024 erwirtschafteten Betriebe durch die Ausgaben der Reisenden in Bayern einen Bruttoumsatz von rund 37,5 Milliarden Euro.
  • 10,9 Milliarden Euro Einzelhandelsumsatz durch Gäste in Bayern.
  • Von 50 € fließen 15€ in den Handel.
  • Tagesgäste gelten als Umsatztreiber.
  • Einkaufsfahrten zählen zu den ausgabenstärksten Reiseanlässen.

Tagesgäste als unterschätzter Wirtschaftsfaktor

Die Studie zeigt, dass Tagesgäste einen wesentlichen Beitrag zur regionalen Wertschöpfung leisten. Sie sorgen für zusätzliche Frequenz in Innenstädten und Ausflugsregionen und stärken den stationären Handel direkt vor Ort.
Für viele Regionen gilt: Ohne touristisch motivierte Tagesbesuche wären zahlreiche Umsätze im Einzelhandel nicht erreichbar. Gleichzeitig gehören Einkaufsfahrten zu den besonders ausgabenintensiven Reiseanlässen.

Was erfolgreiche Destinationen auszeichnet:

Die Untersuchung macht deutlich: Die größten wirtschaftlichen Effekte entstehen dort, wo verschiedene Akteure gemeinsam auftreten und

  • touristische Angebote mit Einkaufserlebnissen verknüpfen,
  • Handel, Gastronomie und Freizeitangebote gemeinsam vermarkten,
  • Aufenthaltsqualität in Innenstädten und Ortskernen steigern,
  • zielgruppengerechte Angebote entwickeln,
  • regionale Partnernetzwerke ausbauen und
  • Kaufkraft in der Region halten.

Handlungsempfehlungen für Kommunen, Destinationen und Wirtschaft:

  • Handel und Tourismus gemeinsam denken
  • Gemeinsame Besuchsanlässe schaffen, z.B. Veranstaltungen, Stadtfeste, Shopping-Events
  • Tagesgäste gezielt ansprechen
  • Erlebnisorientierte Innenstädte und attraktive Ortskerne fördern, um die Aufenthaltsqualität für Gäste und Einheimische zu steigern
  • Regionale Kooperationen ausbauen
  • Regionale Unterschiede berücksichtigen - erflgreiche Konzepte sollten auf die jeweilige Zielgruppe und Standortbedingungen zugeschnitten werden.