Konjunktur Herbst 2026

Wirtschaft in Südostoberbayern im Aufwind, nicht aber in einem echten Aufschwung

Nach der Verunsicherung vom Frühjahr infolge der Eskalation des Irankonflikts befindet sich die Wirtschaft in Südostoberbayern im Aufwind. Der aus Lageurteilen und Erwartungen zusammengesetzte IHK-Konjunkturindex für die Landkreise Altötting, Berchtesgadener Land, Mühldorf am Inn, Traunstein sowie Stadt und Landkreis Rosenheim legt um 11 Zähler auf 109 Punkte zu und erreicht sogar knapp den höchsten Wert seit fast vier Jahren. Gleichzeitig liegt das Barometer aber seit nun fast fünf Jahren unter dem Langzeitdurchschnitt von 113 Punkten. Während die Unternehmen ihre laufenden Geschäfte spürbar besser bewerten als noch im Frühjahr und auch im Vorjahr, bleiben die Erwartungen mager. Ein echter Aufschwung steht der Region nicht bevor.

Die eher schwachen Aussichten in Kombination mit der hohen Kostenbelastung am Standort und eine große Unzufriedenheit mit den wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen sorgen bei den Unternehmen für anhaltende Zurückhaltung bei ihren Investitions- und Beschäftigungsplänen.

Geschäftslage lässt Tief hinter sich

Die Geschäftslage, die erste Komponente der Indexberechnung, hellt sich auf: Mit 23 Punkten verbessert sich der Saldo aus guten und schlechten Lageurteilen um 18 Zähler gegenüber Frühjahr. Auch steht eine Verbesserung von 10 Zählern gegenüber Herbst 2025 zu Buche, der Langzeitdurchschnitt von 27 Punkten wird jedoch nicht ganz erreicht. 39 % der Unternehmen sind zufrieden mit ihren Geschäften, 15 % unzufrieden. Grund für die Aufhellung dürften die hohen schuldenfinanzierten Staatsausgaben sein, die die Inlandsnachfrage stützen und die Kapazitäten stärker auslasten.

Geschäftserwartungen zu mager für echten Aufschwung

Der Ausblick auf die kommenden Monate bleibt hingegen mager. Zwar ziehen die Geschäftserwartungen, die zweite Komponente der Indexberechnung, um 5 Zähler an, der Saldo bleibt mit -4 Punkte aber im negativen Bereich und unter seinem Langzeitdurchschnitt von 1 Punkt. 19 % der Unternehmen rechnen mit besseren Geschäften, 23 % mit einer Eintrübung. Die Aussichten liegen damit im bayerischen Trend. Ein echter Aufschwung steht nicht bevor.

Weiterhin hohe Risikofront trotz ausbleibender Zuspitzung

Die Risikogemengelage bleibt breit. Zwar lässt die Dramatik sowohl bei der Unzufriedenheit mit den wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen (67%) als auch bei der Sorge vor hohen Energie- und Rohstoffpreisen (58%) im Vergleich zum Frühjahr deutlich nach, die beiden Risiken bleiben aber dennoch zentral. Das Risiko Arbeitskosten nimmt mit 61% der Nennungen wieder etwas zu. Die Sorge vor zu geringer Inlandsnachfrage beschäftigt weiterhin mehr als die Hälfte der Unternehmen.

Investitionsschwäche hält an

Die hohe Kostenbelastung am Standort und die breite Unzufriedenheit mit den wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen sorgen bei den Unternehmen für anhaltende Zurückhaltung bei den Inlandsinvestitionen. Der Saldo aus steigenden und sinkenden Investitionsabsichten notiert mit -6 Punkten weiterhin im negativen Bereich und kann sich gegenüber dem Frühjahr kaum verbessern. Der langjährige Durchschnitt von 5 Punkten bleibt weiterhin außer Reichweite. 19 % wollen Investitionen ausweiten, 25 % zurückfahren. Anders als in Bayern insgesamt wollen damit mehr Unternehmen Investitionen zurückfahren als Unternehmen Investitionen ausbauen.

Belebung am Arbeitsmarkt bleibt aus

Bei den Personalplänen stehen die Zeichen weiterhin auf Stellenabbau. Mit -12 Punkten liegt der Saldo sowohl unter dem Niveau des Frühjahrs als auch unter dem Niveau des Vorjahrs. 9 % der Betriebe wollen Beschäftigung aufbauen, 21% Stellen streichen. Eine Wende am Arbeitsmarkt zeichnet sich nicht ab. Ganz im Gegenteil: Die hohen Arbeitskosten und die schwachen Perspektiven zwingen viele Unternehmen – wie in Bayern insgesamt – zu schlankeren Strukturen.

IHK-Konjunkturumfrage

Mit den Pfeiltasten können Sie die Tabelle horizontal scrollen.

Befragungszeitraum

14.09.2026 bis 25.09.2026

Region Südostoberbayern

Landkreise Altötting, Berchtesgadener Land, Mühldorf am Inn, Traunstein sowie Stadt und Landkreis Rosenheim