Konjunktur Frühjahr 2026

Südostoberbayerns Wirtschaft: Geschäftserwartungen brechen ein

Die Stimmung der Wirtschaft in den Landkreisen Altötting, Berchtesgadener Land, Mühldorf am Inn, Traunstein sowie Stadt und Landkreis Rosenheim verharrt auf niedrigem Niveau. Der IHK-Konjunkturindex bleibt mit 98 Zählern nahezu unverändert und liegt damit weiterhin deutlich unter dem langjährigen Durchschnitt von 114 Punkten. Positiv ist, dass sich die Geschäftslage angesichts einer besseren Auftragslage in der Industrie zumindest wieder im positiven Bereich befindet. Die Erwartungen für die kommenden Monate brechen hingegen ein. Auch die Investitionszurückhaltung nimmt gegenüber der letzten Befragung weiter zu.

Die Geschäftslage, die erste Komponente der Indexberechnung, erholt sich nach dem starken Rückschlag zu Jahresbeginn zumindest etwas: Ausgehend von -2 Punkten, dem zweitschlechtesten Wert der vergangenen 15 Jahre, steigt sie auf 5 Punkte. Sie liegt damit zwar wieder im positiven Bereich, der Langzeit-durchschnitt von 27 Punkten ist jedoch weit entfernt. 27 % der Unternehmen sind mit ihren Geschäften zufrieden, 22 % unzufrieden.

Die größten Hemmschuhe für die industriestarke und energieintensive Region sind die hohen Energie- (74 %) und Rohstoffpreise (71%), deren Nennungen stark ansteigen (zuletzt 60 % bzw. 52 %). Über Nachfrage-schwäche klagen 59 % der Betriebe.

Für die kommenden Monate erwarten die Unternehmen angesichts der Folgen des Irankonflikts eine deutliche Verschlechterung. Der Saldo der Geschäftserwartungen, die zweite Komponente der Indexberechnung, sackt von 0 auf -9 Punkte. 14 % der Unternehmen rechnen mit einer Geschäftsbelebung, 23 % mit einer Eintrübung.

Die Risikonennung von wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen steigt entsprechend sprunghaft an und erreicht mit 79 % ein neues Rekordniveau. Bei der Nennung von Energie- und Rohstoffpreisen, wird mit 78 % der dritthöchste jemals gemessene Wert erreicht. Noch höher war er nur im Frühjahr und Herbst 2022, nach dem russischen Überfall auf die Ukraine. Die Risiken Arbeitskosten (57 %) und Inlandsnachfrage (56 %) bleiben für mehr als jedes zweite Unternehmen relevant, verlieren aber im Vergleich zum Jahresbeginn etwas an Dramatik. Der Arbeitskräftemangel verharrt mit 44 % auf ähnlichem Niveau wie zuletzt.

Bei den Personalplänen stehen die Zeichen weiterhin auf Stellenabbau, auch wenn das Tempo nicht zunimmt (von –14 Punkten auf –10 Punkte). Saisonal bedingt geht der Stellenabbau vor allem im Baugewerbe zurück.

Die unattraktiven wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen, hohe Kosten und fehlende Nachfrage sorgen erneut für stärkere Investitionszurückhaltung. Der Saldo aus steigenden und sinkenden Investitionsabsichten notiert niedriger als zuletzt, bei -8 Punkten. Der langjährige Durchschnitt von 5 Punkten ist weit entfernt. 17 % wollen Investitionen ausweiten, 25 % zurückfahren.

IHK-Konjunkturumfrage

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Befragungszeitraum

13.04.2026 bis 24.04.2026

Region Südostoberbayern

Landkreise Altötting, Berchtesgadener Land, Mühldorf am Inn, Traunstein sowie Stadt und Landkreis Rosenheim