Konjunktur Frühjahr 2026

Wirtschaft im Oberland: Erholung zerschlagen

Sprunghaft gestiegene Energie- und Rohstoffpreise verpassen der Stimmung in der Wirtschaft im Oberland einen deutlichen Dämpfer. Der aus Lageurteilen und Erwartungen zusammengesetzte IHK-Konjunkturindex für die Landkreise Bad Tölz, Wolfratshausen, Miesbach, Garmisch-Partenkirchen und Weilheim-Schongau fällt gegenüber Jahresbeginn um 6 Zähler auf 100 Punkte und liegt damit seit fast drei Jahren unter dem Langzeitdurchschnitt von 117 Punkten. Beide Indexkomponenten geben nach: Die Geschäftslage verschlechtert sich leicht, die Erwartungen brechen ein.

Die Geschäftslage sinkt gegenüber Jahresbeginn per Saldo um 3 Zähler auf 9 Punkte und befindet sich deutlich unter dem Langzeitdurchschnitt von 26 Punkten. 31 % der Betriebe bezeichnen ihre Lage als „gut“, 22 % der Betriebe als „schlecht“.

Die Sperrung der Straße von Hormus sorgt für Belastungen bei den laufenden Geschäften: Die Betriebe klagen über hohe Preise bei Energie (73 %) und Rohstoffen und Waren (68 %), deren Nennung jeweils sprunghaft von 58 % bzw. 50 % ansteigt. Fehlende Nachfrage (54 % der Nennungen) belastet die Unternehmen ebenfalls, jedoch weniger als zuletzt (64 %).

Die Geschäftserwartungen brechen angesichts der geopolitischen Verwerfungen deutlich ein. Gegenüber Jahresbeginn sinkt der Indikator um 8 Zähler auf -7 Punkte. 18 % der Betriebe rechnen damit, dass sich ihre Geschäfte verbessern werden, 25 % gehen von einer Verschlechterung aus.

Die Risikosituation ist vielschichtig. Die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen bleiben mit 67 % das meistgenannte Risiko, dicht gefolgt von den Arbeitskosten (65 %), die gegenüber Jahresbeginn deutlich häufiger genannt werden (damals 52 %). Auch die Energie- und Rohstoffpreise steigen in der Risikonennung stark an (von 40 % auf 62 %). Die Inlandsnachfrage (53 %) und der Arbeitskräftemangel (43 %) werden hingegen seltener als Risiko genannt als zuletzt (63 % bzw. 50 %).

Die schwierige wirtschaftspolitische Gemengelage führt dazu, dass die Unternehmen bei Inlandsinvestitionen weiterhin äußerst zurückhaltend sind: Per Saldo sinken die Investitionsabsichten um 5 Punkte auf Null. 22 % der Betriebe wollen Investitionen ausweiten, 22 % wollen sie zurückfahren. Das langjährige Mittel von 10 Punkten wird weit verfehlt.

Derweil gewinnt der Stellenabbau weiter an Tempo. Die hohen Arbeitskosten und schwache Perspektiven zwingen viele Unternehmen zum Beschäftigungsabbau. Per Saldo sinkt der Wert von -8 auf -15 Punkte. 8 % der Betriebe wollen Stellen aufbauen, 23 % streichen. Der Druck auf dem Arbeitsmarkt im Oberland steigt damit weiter an.

IHK-Konjunkturumfrage

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Befragungszeitraum

13.04.2026 bis 24.04.2026

Region Oberland

Landkreise Bad Tölz, Wolfratshausen, Miesbach, Garmisch-Partenkirchen und Weilheim-Schongau