Konjunktur Herbst 2026

Aufwind in der Wirtschaft im Oberland

Die Wirtschaft im Oberland befindet sich trotz hoher Energiepreise und einer Rekordunzufriedenheit mit den wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen im Aufwind. Der aus Lageurteilen und Erwartungen zusammengesetzte IHK-Konjunkturindex für die Landkreise Bad Tölz, Wolfratshausen, Miesbach, Garmisch-Partenkirchen und Weilheim-Schongau steigt auf den höchsten Wert seit mehr als zwei Jahren. Er macht mit nun 111 Punkten gegenüber dem Frühjahr einen großen Schritt von 11 Zählern nach oben. Gleichzeitig liegt das Barometer aber weiterhin - seit nun mehr als drei Jahren - unter seinem Langzeitdurchschnitt von 117 Punkten. Während die Unternehmen ihre laufenden Geschäfte spürbar besser bewerten als noch im Frühjahr und auch im Vorjahr, bleiben die Aussichten auf die kommenden Monate verhalten.

Geschäftslage wieder auf Niveau des Langzeitdurchschnitts

Die Geschäftslage steigt gegenüber Frühjahr per Saldo um 15 Zähler auf 24 Punkte und befindet sich damit erstmals seit mehr als zwei Jahren wieder im Bereich des Langzeitdurchschnitts von 26 Punkten. 39 % der Betriebe bezeichnen ihre Lage als „gut“, 15 % der Betriebe als „schlecht“. Die Unternehmen in der Region dürften, wie auch die bayerische Wirtschaft insgesamt, von den hohen, schuldenfinanzierten Staatsausgaben profitieren. Die tourismusstarke Region kann zudem einen guten Sommer verzeichnen: Die Lage steigt deutlich. Auch bei den Dienstleistern zieht diese stark an.

Verhaltener Blick auf die kommenden Monate

Der Ausblick auf die kommenden Monate bleibt jedoch verhalten. Die Geschäftserwartungen ziehen zwar um 6 Zähler an, befinden sich mit -1 aber immer noch knapp im negativen Bereich. 19 % der Betriebe rechnen damit, dass sich ihre Geschäfte verbessern werden, 20 % gehen von einer Verschlechterung aus. Ein echter Wirtschaftsaufschwung sieht anders aus.

Weiterhin unübersichtliche Risikogemengelage

Die Risikogemengelage ist Ausdruck der durchwachsenen Aussichten der Betriebe: Die Unzufriedenheit mit den wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen erreicht mit 77 % einen historischen Negativrekord. Die Unternehmen klagen vor allem über ausufernde Bürokratie und mangelnde Planungssicherheit. Auch die Energie- und Rohstoffpreise werden mit 65 % so häufig als Geschäftsrisiko genannt, wie seit der Energiekrise 2022 infolge des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine nicht mehr. Das Risiko Arbeitskosten wird im Oberland von den Unternehmen mit 61% etwas weniger häufig genannt als im Frühjahr, während der Fachkräftemangel in der Risikonennung weiter rückläufig ist. Nur noch 39 % der Unternehmen berichten davon. Die fehlende Inlandsnachfrage bereitet etwa der Hälfte der Betriebe Sorgen.

Positive Signale bei den Investitionsabsichten

Positive Signale gehen von den Investitionsabsichten der Unternehmen aus. Diese steigen spürbar an und liegen auf dem höchsten Wert in der Region seit 2019: Per Saldo klettern sie von 0 auf 15 Zähler. 29 % der Betriebe wollen Investitionen ausweiten, 14 % wollen sie zurückfahren. Das langjährige Mittel von 10 Punkten wird klar überschritten. Die besseren Lageurteile dürften wieder mehr Spielraum für Investitionen in Transformation und Rationalisierung zulassen.

Stellenabbau geht weiter

Die anziehende Investitionsbereitschaft in Transformation und Rationalisierung spiegelt sich auch in den Beschäftigungsabsichten der Unternehmen wider. Der Stellenabbau geht nämlich zeitgleich mit nahezu unverminderter Geschwindigkeit weiter. Die hohen Arbeitskosten und die durchwachsenen Aussichten zwingen viele Unternehmen zum Beschäftigungsabbau. Per Saldo bleibt der Wert im Vergleich zum Frühjahr nahezu unverändert bei -14 Punkten. 8 % der Betriebe wollen Stellen aufbauen, 22 % streichen.

IHK-Konjunkturumfrage

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Befragungszeitraum

14.09.2026 bis 25.09.2026

Region Oberland

Landkreise Bad Tölz, Wolfratshausen, Miesbach, Garmisch-Partenkirchen und Weilheim-Schongau