Sie machen sich selbstständig und suchen einen geeigneten Standort? Oder Sie haben bereits den richtigen Standort gefunden? Dann behalten Sie dennoch die baurechtlichen Gegebenheiten rund um Ihren Firmensitz im Auge.

Standortentscheidungen gehören zu den wichtigsten strategischen Weichenstellungen eines Unternehmens. Sie können beeinflussen, wie stabil ein Betrieb am Markt agieren kann und welche Entwicklungsmöglichkeiten er am Standort hat. Standortsicherheit und Standortwahl bilden dabei die zwei zentralen Bausteine für eine langfristig tragfähige Unternehmensentwicklung. Während die Standortsicherheit beschreibt, wie verlässlich ein bestehender Standort auf Dauer ist, richtet sich die Standortwahl darauf, welche Rahmenbedingungen ein neuer Standort erfüllen muss, um den betrieblichen Anforderungen gerecht zu werden.

Standortwahl

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© Vladimir Srajber /pexel.de

Die Wahl eines geeigneten Unternehmensstandorts beeinflusst insbesondere Marktchancen, Erreichbarkeit, betriebliche Abläufe und langfristige Kostenstrukturen. Eine vorherige sorgfältige Analyse lohnt sich, da Standortentscheidungen später oft nur schwer korrigiert werden können.

Eine getroffene Standortentscheidung ist bei Fehleinschätzung aus finanziellen und vertragsrechtlichen Gründen häufig nur schwer zu revidieren. Ein falscher Standort kann ein Unternehmen gar die Existenz kosten.

FAQ zur Standortwahl

Eine gelungene Standortwahl ist ein wesentlicher Erfolgsfaktor für Ihr Unternehmen.
Gerade im Handels- und Dienstleistungsbereich mit räumlich eng abgegrenztem
Absatzmarkt hat die Standortqualität entscheidenden Einfluss auf die Absatzchancen Ihres Unternehmens. Doch auch im produzierenden Gewerbe hängt der Unternehmenserfolg von der Qualität des Standortes ab.

Wenn Sie Ihren Standort eher unbewusst und passiv auswählen oder bei der Wahl des Standortes lediglich private Argumente in den Vordergrund stellen (z.B. Nähe zum Wohnort), werden Sie die eigentliche Qualität des Standortes erst mit der beginnenden Geschäftstätigkeit entdecken. Resultat einer mangelhaften oder gänzlich fehlenden Standortanalyse bzw. unbewussten Standortentscheidung kann eine Fehleinschätzung der Konkurrenz und der Anforderungen Ihrer Kunden zur Folge haben. Ist eine Standortentscheidung einmal getroffen, ist diese aus finanziellen und vertragsrechtlichen Gründen nur schwer zu revidieren. Das kann bei einer Fehleinschätzung katastrophale Folgen für Ihr Unternehmen haben. Ein falscher Standort kann Ihrem Unternehmen unter Umständen die Existenz kosten. Daher ist es ausgesprochen wichtig, sich frühzeitig Gedanken zu den Anforderungen des Unternehmens an den zukünftigen Standort zu machen.

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@ IHK München

Bei der Wahl eines Standortes sollten Sie in erster Linie die Standortanforderungen
Ihres Unternehmens und erst dann Ihre persönlichen Präferenzen berücksichtigen.
Für die abschließende Wahl Ihres Standortes sollten Sie die präferierten Standorte
einer kritischen Bewertung unterziehen.

"Welche Standortanforderungen hat mein Unternehmen?" Diese Frage lässt sich
nicht pauschal beantworten. Jedes Unternehmen ist verschieden, verfolgt andere
Ziele und stellt dementsprechend unterschiedliche Anforderungen an den Standort.
Die obenstehenden Punkte sowie die Checkliste zur Standortwahl helfen Ihnen, die Anforderungen Ihres Unternehmens an den zukünftigen Standort einzuschätzen.

Zunächst sollten Sie sich umfassend Gedanken darüber machen, welche
Anforderungen Ihr Unternehmen an den optimalen Standort stellen könnte.
Beantworten Sie sich hierfür beispielsweise folgende Fragen:

  • Ist für mein Unternehmen die Nähe zum Kunden wichtig? Wenn ja, ist Laufkundschaft vorhanden (z.B. auf dem Weg von und zur Arbeit)?
  • Sind andere Geschäfte in der Nähe, die auch für Kunden meines Unternehmens bzw. Geschäfts einen Magneten darstellen?
  • Wie groß muss der potentielle Kundenkreis mindestens sein, damit sich mein Geschäft rentiert?
  • Wie sensibel ist mein Unternehmen bzgl. Konkurrenten in der Nähe meines Standortes?
  • In welcher Form ist Verkehrsanbindung notwendig (aus Sicht der Kunden und der Zulieferer: PKW, LKW, öffentlicher Verkehr, Autobahnanschluss,Parkplätze)?
  • Wie sollen die Geschäftsräume beschaffen sein, die ich benötige (Art, Größe, Ausstattung)?

Diese Fragenliste ist bei weitem nicht komplett. Eine umfangreiche Sammlung von
eventuell zutreffenden Standortfaktoren können Sie in der Checkliste des Merkblatt Standortwahls entnehmen.
Integrieren Sie diese bei Bedarf in Ihren Fragenkatalog. Überlegen Sie sich weitere
Fragen! Jedes Unternehmen ist unterschiedlich. Ein Standortfaktor, der für das eine
Unternehmen völlig unwichtig ist, kann für Ihr Unternehmen entscheidend sein und
anders herum. Seien Sie kritisch mit sich selbst! Verfassen Sie anschließend eine
Tabelle mit den Standortanforderungen, die Ihr Unternehmen mit sich bringt.
Verwenden Sie die Checkliste zur Standortwahl als Grundlage für die Vorauswahl von einigen Standorten.

Wenn Sie eine Vorauswahl von einigen Standorten getroffen haben, sollten Sie
deren Qualität für Ihr Unternehmen kritisch hinterfragen. Machen Sie sich zu
nachfolgend aufgeführten Fragen Gedanken und geben Sie sich eine ehrliche
Antwort. Nur wenn die handfesten Vorteile die Nachteile eindeutig überwiegen und
Sie ein gutes Gefühl haben, sollten Sie sich für einen Standort aus Ihrer Vorauswahl
entscheiden. Schauen Sie sich den bevorzugten Standort genau an. Beobachten Sie
die Entwicklung des Standortes und des Umfelds. Sprechen Sie mit Anwohnern und
bereits ansässigen Unternehmen, allerdings ohne dabei Informationen über Ihr
Vorhaben preiszugeben.

Sind die Standortanforderungen erfüllt?
Bewerten Sie anhand Ihrer Tabelle mit den Standortanforderungen Ihres
Unternehmens den bevorzugten Standort. Werden am bevorzugten Standort die
Standortanforderungen Ihres Unternehmens erfüllt? Welche unternehmerischen
Nachteile bringt der Standort mit sich (z.B. schlechte Erreichbarkeit, ungünstiges Umfeld) und welche Zusatzkosten können dem Unternehmen dadurch entstehen?
Überwiegen die betriebswirtschaftlichen Vorteile diese Nachteile eindeutig?
Bedenken Sie, dass Ihr Kundenkreis den Standort bestimmen sollte, nicht die Nähe
zu Ihrem Wohnort. Sie haben sich für den bevorzugten Standort entschieden? Sie
sind sich sicher, dass der Standort den Anforderungen Ihres Unternehmens gerecht
wird? Beantworten Sie sich zusätzlich noch nachfolgende Fragen:

  • Wie ist die Konkurrenzsituation am Standort? Verkraftet mein Unternehmen bereits am Standort ansässige Konkurrenten?
  • Passen die Nachbarunternehmen zu meinem Unternehmen? Passt das nachbarschaftliche Umfeld zu meinem Unternehmen (Sozialstruktur der Anwohner, Öffentliche Einrichtungen, Bürostandorte etc.)
  • Ist der Standort gewerbefreundlich (Unternehmerfreundlichkeit und Flexibilität der Politik / öffentlichen Verwaltung)?
  • Ist an diesem Standort eine weitere Entwicklung des Unternehmens möglich?
  • Sind am Standort verkehrstechnische oder bauliche Maßnahmen geplant, die das Unternehmen beeinträchtigen könnten?

Warum stehen die Geschäftsräume zum Angebot?
Bevor Sie sich für leerstehende Geschäftsräume entscheiden, sollten Sie in
Erfahrung bringen, welche Art von Unternehmen zuvor dort angesiedelt war. Wäre
Ihr Unternehmen womöglich das x-te Schuhgeschäft / Kneipe / Copyshop / Friseur
o.ä., das an diesem Standort eröffnen will? Warum haben die Geschäfte, die bisher
an diesem Standort angesiedelt waren, wieder geschlossen. Haben Sie eine
Strategie, warum Ihr Schuhgeschäft o.ä. an diesem Standort besser laufen sollte als
alle anderen dort zuvor? Sprechen Sie auch in diesem Zusammenhang Anwohner
und ansässige Unternehmen an.

Warum ist der Preis verhältnismäßig günstig?
Besonders wenn die Geschäftsräume zu einem verhältnismäßig günstigen Preis
angeboten werden, sollten Sie kritisch die Ursache hinterfragen: Läuft ein Geschäft
an diesem Standort etwa schlecht und der Eigentümer versucht Anreize zu schaffen,
um die Geschäftsräume doch vermieten zu können

Weitere Informationsquellen für im Gründungsprozess relevanten Zahlen und Daten
erhalten Sie im Bereich "Zahlen & Daten zum Wettbewerb und Standortwahl"

Angebote von Gewerbeflächen und Gewerbeimmobilien, Technologie- und
Gründerzentren, Ansprechpartner vor Ort sowie allgemeine Standortinformationen
und die Firmenstruktur vor Ort erhalten Sie im IHK-Standortportal Bayern.

Checkliste Standortwahl

Eine Schritt-für-Schritt Anleitung bzw. einen beispielhaften Katalog evtl. relevanter Standortfaktoren zur Standortwahl finden Sie in dieser Checkliste. Die jeweiligen Faktoren sind mit Fragen, die Sie sich selbst stellen sollten, veranschaulicht. Scheuen Sie nicht davor zurück, diese Liste mit speziellen, für Ihr Unternehmen zutreffende Faktoren zu ergänzen.

  • Grundstücke/Gebäude (z.B. Größe, Kosten, Nutzungsmöglichkeit, Erweiterungsmöglichkeit): Welche Art von Fläche benötige ich? Sind die benötigten Flächen bzw. Geschäftsräume in der erforderlichen Qualität zu einem akzeptablen Kauf oder Mietpreis vorhanden? Kann ich die Flächen/Geschäftsräume für meine Zwecke nutzen? Bestehen zu einem späteren Zeitpunkt noch Erweiterungsmöglichkeiten, wenn dies erforderlich ist?

  • Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe (z.B. Preise, Transportkosten, Verfügbarkeit): Welche Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe brauche ich für mein Unternehmen und in welcher Qualität bzw. zu welchem Preis sind diese an meinem Standort verfügbar? Wie hoch sind die Transportkosten für diese Stoffe bis zu meinem Standort?

  • Energie (z.B. Verfügbarkeit, Kosten): Benötige ich für mein Unternehmen eine besondere Art der Energieversorgung (z.B. Starkstrom)? Welche Energieanbieter versorgen meinen Standort? Wie hoch sind die Energiepreise am Standort? Gibt es bereits Unternehmen am Standort, deren Abwärme ich für meinen Betrieb nutzen könnte?

  • Liefermöglichkeiten (Zulieferung): Wo sitzen meine Zulieferer? Wie lang sind die Transportwege der Zulieferer? Ist mein Standort verkehrsmäßig so erschlossen, dass die Zulieferer ungehindert zufahren können?

  • Agglomerationsvorteile (d.h. Standortvorteil aufgrund einer Ansammlung von Unternehmen am selben Standort, wie Kontaktvorteil, Beschaffungsvorteile o.ä.): Sind an meinem Standort Betriebe ansässig, mit denen ich evtl. kooperieren kann? Kann ich dadurch beispielsweise beim gemeinsamen Einkauf von Produktionsstoffen günstigere Preise erzielen?

  • technische Gegebenheiten (z.B. bauliche Voraussetzungen, Nähe zu Kooperationspartnern): Weist die Halle beispielsweise die erforderliche Höhe auf? Gibt es eine Laderampe mit ausreichender Belastbarkeit?

  • natürliche Gegebenheiten (z.B. Bodenbeschaffenheit, Klima): Ist das Gelände eben oder schränkt mich die Hangneigung in meiner Tätigkeit ein? Gibt es Gefährdungszonen durch Naturgefahren auf dem Grundstück?

  • Umweltschutzauflagen (z.B. gesetzliche Regelungen, behördliche Auflagen): Liegt der Standort in einem Schutzgebiet? Darf ich am Standort mit bestimmten Stoffen (Öl, Lacke etc.) evtl. nicht arbeiten? Bestehen am Standort Umweltauflagen, deren Einhalten für Ihr Unternehmen sehr teuer oder nicht möglich ist? Muss ich am Standort bestimmte Lärmschutzauflagen einhalten? Ist ein 24 Stunden Betrieb am Standort möglich?

  • "Unternehmerfreundlichkeit" und Flexibilität der Verwaltung/Politik: Ist die Standortgemeinde und der Landkreis als wirtschaftsfreundlich bekannt? Was haben die bereits ansässigen Unternehmer für Erfahrungen gemacht? Kann ich am Standort langfristig planen? Sind die wirtschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen am Standort sicher?

  • öffentliche Meinung (z.B. Ablehnung von Branchen, Existenz von Bürgerinitiativen): Besteht am Standort eine starke Ablehnung der Bevölkerung gegenüber der Tätigkeit meines Unternehmens? Gibt es am Standort oder in der Umgebung Bürgerinitiativen gegen den Tätigkeitsbereich meines Unternehmens oder artverwandte Tätigkeiten?

  • Erweiterungsmöglichkeiten: Momentan sind die Flächen an meinem Standort ausreichend, aber möchte ich später vielleicht expandieren? Sind dann noch genügend Erweiterungsmöglichkeiten am Standort vorhanden? Kann und sollte ich mir bereits jetzt Erweiterungsmöglichkeiten sichern?

  • Absatz- bzw. Ertragspotenzial (z.B. Kaufkraft, Konkurrenzsituation, Laufkundschaft,Frequentierung, Lage, Erreichbarkeit, Image): Ist die Zielgruppe meines Produktes am Standort bzw. in dessen Umgebung vorhanden? Bin ich fürmeine Kunden zu Fuß oder mit dem Auto gut erreichbar? Sind genügend Parkplätze am Standort vorhanden? Verkraftet mein junges Unternehmen die bestehende Konkurrenz am Standort? Kann ich mit entsprechenden Werbemaßnahmen auf meine neuen Standort hinweisen?

  • Liefermöglichkeiten (z.B.Verkehrsanbindung, entstehende Transportkosten, Erreichbarkeit): Kann ich mein Produkt vom Standort gut ausliefern bzw. können die Kunden das Produkt selbst gut abholen? Sind die Transportkosten für die Auslieferung des Produktes im Rahmen oder zu hoch?

  • Absatzkontakte (z.B. persönliche Beziehungen, Messen, Händler, Werbemöglichkeiten): Verfüge ich am neuen Standort über die erforderlichen Kontakte? Wie kann ich die erforderlichen Kontakte auf- und ausbauen? Gibt es Messen oder Ausstellungen am Standort, auf denen ich mein Unternehmen und meine Produkte präsentieren kann?

  • Agglomerationsvorteile (d.h. Standortvorteil aufgrund einer Ansammlung von Unternehmen am selben Standort, wie Kontaktvorteil, bessere Absatzchancen o.ä.): Gibt es am Standort ähnliche Unternehmen wie meines, die einen Magneten für Besucher meines Geschäfts/Unternehmens darstellen? Kommt ein Kunde nach einem Einkauf im benachbarten Geschäft noch bei mir vorbei, um beispielsweise Zubehör für das im benachbarten Geschäft gekaufte Produkt zu erwerben?

  • Regelmäßiger Aktionsradius des Unternehmens: Wo liegen meine Partner, Kunden, Zulieferer? Kann ich diese Gruppen von meinem neuen Standort gut erreichen? Sind diese Gruppen von meinem Standort zu weit entfernt? Kann ich die mangelnde Nähe zu diesen Gruppen am neuen Standort z.B. durch den Einsatz von schnellem Internet überbrücken?

  • Lohn- und Gehaltsniveau,Gehaltsstrukturen: Wie hoch sind die Löhne und Gehälter an meinem Standort? Wie haben sich diese in den letzten Jahren entwickelt? Kann ich meinen Mitarbeitern entsprechende Löhne und Gehälter garantieren oder laufe ich Gefahr, diese an die besser zahlende Konkurrenz zu verlieren?

  • Qualifikationsniveau: Gibt es am Standort und in der Region die erforderlichen Fachkräfte, auch auf lange Sicht? Ist es wahrscheinlich, dass meine Fachkräfte von anderen Unternehmen abgeworben werden?

  • Image des Standortes: Wie ist das Image des Standortes? Passt der Standort zu meinem Unternehmen?

  • Freizeitwert der Region, kulturelle Gegebenheiten: Bietet die Region um meinen neuen Standort mir und meinen Mitarbeitern neben der beruflichen Tätigkeit ein ausreichendes Freizeit- und Kulturangebot? Auf welches Freizeit- und Kulturangebot legen meine Mitarbeiter überhaupt Wert? Kann es sein, dass ich Mitarbeiter verliere, weil es Ihnen am neuen Standort nicht gefällt?

Gewerbesteuerhebesatz, Hebesatz der Grundsteuer: Mit welchen steuerlichen Abgaben habe ich am neuen Standort zu rechnen? Ist in der Nachbargemeinde der Hebesatz niedriger? Gibt es dort evtl. auch einen interessanten Standort?Welche Entwicklung haben die Hebesätze in der Gemeinde genommen und wie sieht die Zukunft aus?

  • Verkehrseinrichtungen: Wie ist mein Standort an das örtliche, regionale und überregionale Verkehrsnetz angebunden? Brauche ich eine schnelle Anbindung an die Autobahn? Brauche ich einen Gleisanschluss oder einen Anschluss an die Binnenschifffahrt? Sollte mein Standort leicht mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen sein?

  • Kommunikationseinrichtungen, Breitband: Brauche ich für mein Unternehmen Breitband Internet? Ist am Standort ein solches vorhanden oder geplant?

  • Ver- und Entsorgung: Fallen bei meiner Tätigkeit Abfälle an, die aufwendig zu entsorgen sind? Ist diese Entsorgung am Standort sichergestellt? Ist die Versorgung mit Wasser und Energie sowie die Entsorgung der Abwässer und Abfälle sichergestellt? Benötige ich für meine Tätigkeit eine besondere Löschwasserversorgung und ist diese am Standort herstellbar bzw. vorhanden?

  • Bildungs- und Gesundheitseinrichtungen: Sind am Standort oder in der näheren Umgebung die für meine Familie und die Familien meiner Mitarbeiter erforderlichenschulischen Einrichtungen vorhanden? Gibt es Fortbildungsmöglichkeiten für mich und meine Mitarbeiter?

  • mikro-soziales Umfeld (privater und beruflicher Bereich): Gefällt es mir am neuen Standort? Habe ich dort Freunde, Bekannte, Ansprechpartner, sowohl im Privaten, wie auch im beruflichen Bereich? Fühlt sich meine Familie am neuen Standort wohl?

  • Wohnstandort: Wie weit ist mein Wohnstandort vom neuen Standort meines Unternehmens entfernt? Muss ich pendeln und sind die Kosten dafür akzeptabel? Sollte ich meinen Wohnstandort wechseln?

  • lokale Kenntnisse des Unternehmensgründers (bestehende Beziehung zu relevanten Akteuren (Banken, Behörden, Markt, Geschäftspartner): Verfüge ich am neuen Standort über die erforderlichen Kontakte zu wichtigen Institutionen und Personen? Wie kann ich diese Kontakte am besten herstellen? Kenne ich mich in der Region meines neuen Standortes aus? Verfüge ich über ausreichende Kenntnis der Mentalität der Einheimischen?

Zahlen & Daten zu Wettbewerb und Standortwahl

Um eine Geschäftsgründung plausibel und für Außenstehende realistisch nachvollziehbar planen zu können (z.B. Businessplan für die Hausbank), sollte auf statistisches Datenmaterial zurückgegriffen werden. Auch bei der Suche nach einem geeigneten Standort ist es notwendig, Standortinformationen zu berücksichtigen. Die wichtigsten Quellen für statistisches Datenmaterial sind als Hilfestellung zusammengefasst

Allgemeine Brancheninformationen können bei folgenden Quellen bezogen werden:

  • Allgemeine Informationen (Bundesländerübergreifend):
  • Branchenbriefe (Link nicht aktuell)
  • Ferner können Branchenbriefe auch über die Banken/Sparkassen für rund 25 erworben werden.

Informationen über verschiedene Branchen in der Region München (z.B. Medienwirtschaft, Informations- und Kommunikationswirtschaft, Biotechnologie und Pharma, Luftfahrt, Raumfahrt) liegen in Form von empirischen Studien vor und sind bei der IHK München und Oberbayern zu finden.

Hersteller von Produkten oder Anbieter von Dienstleistungen können bei "Wer liefert was" unter www.wlw.de bezogen werden.

Branchenvergleichszahlen stellen die jeweiligen Fachverbände zur Verfügung. Meist wird das Zahlenmaterial jedoch nur an Mitglieder herausgegeben. FürNichtmitglieder bietet es sich an, selbst seinen Markt (Wettbewerb) zu erkunden, umfür sich verlässliches Zahlenmaterial zu gewinnen (vgl. auch Wettbewerbssituation /Unternehmensstatistik).

Eine zusammengefasste Unternehmensstatistik (nach Branchen bzw. Rechtsform
und Landkreisen) der IHK-Unternehmen und viele weitere aufbereitete Strukturdaten finden Sie bei der IHK München und Oberbayern.

Umfassende Statistiken zu Unternehmen (z. B. Anzahl der Unternehmen, Größe der
Unternehmen nach Beschäftigten) aufbereitet nach einzelnen Branchen sind auf
Landkreisebene unter dem Stichwort "Unternehmensregister" beim Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung abrufbar. Eine Auflistung nach Gemeinden oder
einzelnen Berufsgruppen existiert jedoch nicht, so dass es sinnvoll ist, eigenständig
eine Konkurrenzanalyse für die relevante Branche / Berufsgruppe und Gemeinden
durchzuführen. Dabei ist es auch hilfreich, die Gelben Seiten heranzuziehen.
Die daraus gewonnenen Informationen sollen bzw. können mit Branchenbriefen/
Betriebsvergleichszahlen abgeglichen werden, um eine vernünftige Aussage zu
treffen.

Für das Verarbeitende Gewerbe veröffentlicht das Bayerische Landesamt für
Statistik im jährlichen Turnus den Statistischen Bericht Verarbeitendes Gewerbe in den kreisfreien Städten und Landkreisen Bayerns.Hier finden Sie nach Landkreisen und kreisfreien Städten sowie nach Wirtschaftszweigen sortiert Daten über Anzahl der Betriebe, Beschäftigte und Umsatz der Unternehmen.

Für die Stadt München besteht die Möglichkeit, anhand der Umsatzsteuerstatistik im
Statistischen Jahrbuch der Stadt München die Anzahl von Unternehmen nachWirtschaftszweigen abzuleiten.

Informationen zu Marktpreisen erhalten Sie über:

  • die jeweiligen Berufsverbände
  • Branchenbriefe (Link nicht mehr aktuell)
  • Richtsatzsammlung des Bundesfinanzministeriums Richtsätze sind ein Hilfsmittel für die Finanzverwaltung, Umsätze und Gewinne der Gewerbetreibenden zu verproben und ggf. bei Fehlen anderer geeigneter Unterlagen zu schätzen (§ 162 AO). Die Pauschalbeträge für unentgeltliche Wertabgaben beruhen auf Erfahrungswerten und bieten dem Steuerpflichtigen die Möglichkeit, die Warenentnahmen monatlich pauschal zu verbuchen. Sie entbinden ihn damit von der Aufzeichnung einer Vielzahl von Einzelentnahmen.
  • Vergleichbare Geschäftsführergehälter können über die Agentur für Arbeit als auch über die Tarifvertragsparteien (Arbeitgeberverbände oder Gewerkschaften) erfragt werden

Strukturdaten Bayern im IHK-Standortportal Bayern:
Zahlen zum Pendlersaldo, Bevölkerung, Beschäftigten nach Wirtschaftszweigen,
Hebesätzen der Grundsteuer B und der Gewerbesteuer finden Sie für alle
Kommunen und Landkreise in Bayern im Standortportal Bayern. Diese Strukturdaten stehen bei der jeweiligen Gemeinde bzw. dem jeweiligen Landkreis als Einzelwerte zur Verfügung oder sind in der Statistikabfrage frei selektierbar.

Strukturdaten Oberbayern:
Aktuelle Angaben zur Entwicklung der Arbeitslosenzahlen, IHK-Auszubildenden,
Bevölkerung, Bruttowertschöpfung, Gewerbeanmeldungen, Gewerbeflächen,
Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte, Tourismuskennziffern und Kaufkraft finden Sie in Tabellenform und grafisch aufbereitet bei der IHK München und Oberbayern.

Hebesätze der Gewerbesteuer und Grundsteuer B
Die Hebesätze der Gewerbesteuer und Grundsteuer B der Kommunen in
Oberbayern erhalten Sie bei der IHK München und Oberbayern.

Daten der amtlichen Statistik
Das Bayerische Landesamt für Statistik liefert wichtige amtliche Daten zu
Wettbewerb und Standort. Ein Großteil der amtlichen Daten kann im Webshop
kostenlos herunter geladen werden. Die statistischen Berichte sind dort nach
Themenblöcken sortiert und stehen als pdf und/oder Excel-Dateien zur Verfügung.

Für den fortgeschrittenen Anwender bietet sich die statistische Online Datenbank
GENESIS an. Es steht eine Vielzahl von Abfragemöglichkeiten bis auf
Gemeindeebene bereit. Den Auskunftsdienst des Bayerischen Landesamtes für
Statistik erreichen Sie unter der Telefonnummer 0911 98208-6563 bzw. unter
info@statistik.bayern.de.

Standortsicherung

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© IHK für München und Oberbayern

Standortsicherheit bedeutet, dass ein Unternehmensstandort auch dauerhaft nutzbar bleibt, ohne unerwartete Einschränkungen durch rechtliche Entwicklungen im direkten Umfeld. Eine besondere Rolle spielen dabei das Baurecht, die kommunale Bauleitplanung sowie Vorgaben aus dem Immissionsschutz, dem Natur‑ und dem Wasserrecht. Werden etwa neue Bebauungspläne aufgestellt, Wohngebiete in unmittelbarer Nähe geplant oder gesetzliche Anforderungen zu Lärm oder Luftqualität verschärft, kann dies den betrieblichen Handlungsspielraum deutlich beeinflussen.

Der IHK-Leitfaden Standortsicherung unterstützt Sie dabei, solche Entwicklungen frühzeitig zu erkennen und besser einschätzen zu können. Er gibt einen verständlichen Überblick über die wichtigsten rechtlichen Einflussfaktoren. Ziel ist es, Betriebe in die Lage zu versetzen, ihren Standort aktiv zu beobachten, rechtliche Risiken früh zu identifizieren und Erweiterungs- oder Veränderungspotenziale realistisch zu bewerten.

FAQ: Häufige Fragen zur Standortsicherung

Stellen Sie sicher, dass die bestehenden Genehmigungen (z. B. Bau-, Immissionsschutzrecht) den Bedürfnissen Ihres Betriebes für die Gegenwart entsprechen. Generell unterliegen genehmigte Betriebe dem Bestandsschutz. Beachten Sie aber, dass Ihr Betriebsgrundstück dennoch von Bebauungsplanänderungen betroffen sein kann. So werden teilweise vielfach geänderte Bebauungspläne neu aufgestellt, um mehr Übersicht über die konkreten Inhalte zu schaffen. Dabei können auch Festsetzungen, wie z. B. Emissionskontingente, geändert werden, welche dann für zukünftige Vorhaben relevant sind. Sollten Sie Ihre Entwicklungsmöglichkeiten beeinträchtigt sehen, empfehlen wir, dies schnellstmöglich Ihrer Kommune mitzuteilen. Sie können sich dazu auch an die IHK wenden.

Prüfen Sie, welche Flächen in der Umgebung Ihres Betriebsgeländes für spätere Erweiterungen in Frage kommen und ob auf diesen der (erweiterte) Betriebsablauf gut integrierbar ist. Sichern Sie solche geeigneten Vorratsflächen. Dies erfordert nicht nur deren bloße Verfügbarkeit. Zusätzlich muss auf diesen die vorgesehene gewerbliche Nutzung zulässig sein. Die auf einer Fläche zugelassenen Nutzungen ergeben sich u. a. aus dem Planungsrecht. Insbesondere durch die Bauleitplanung kann die Kommune die entsprechenden Voraussetzungen dafür schaffen.

Bebauungspläne können geändert werden und neu erteilte Einzelbaugenehmigungen in der Umgebung können auch Auswirkungen auf Ihren Betriebsstandort haben. Insbesondere bei geplanten Wohnnutzungen in der Nachbarschaft Ihres Betriebs sollten Sie genau prüfen, ob diese Ihre Betriebsabläufe gefährden. Eine Einschränkung kann beispielsweise darin bestehen, dass Sie gewisse Lärmkontingente einhalten müssen, um dem Schutzanspruch der Wohnbebauung gerecht zu werden. Falls Sie eine Beeinträchtigung Ihrer Betriebsabläufe befürchten, sollten Sie dies so schnell wie möglich Ihrer Kommune mitteilen. Wenden Sie sich auch an die IHK.

Insgesamt raten wir, die kommunalpolitischen Tendenzen in der (immissionsrelevanten) Nachbarschaft Ihres Betriebs aufmerksam zu beobachten. Entwicklungen, die Ihren Betriebsablauf gegenwärtig oder in Zukunft beeinträchtigen könnten, kann auf diese Weise schon bei ihrer Entstehung entgegengewirkt werden. Gegebenenfalls erforderliche Maßnahmen oder gar rechtliche Schritte können dann schon frühzeitig überlegt werden.

Bestehende Altlasten auf genutzten oder neu zu erwerbenden Betriebsgrundstücken können den Firmenbestand gefährden. Insbesondere bei Konversionsflächen sollten Sie auf etwaige Altlasten ein besonderes Augenmerk richten. Flächen, auf denen Altlasten vermutet werden, sind zumeist in Altlastenverdachtsflächenkatastern erfasst und sollten auch in Bebauungs- und Flächennutzungsplänen entsprechend gekennzeichnet sein. Fragen Sie im Verdachtsfall dennoch vor einem Erwerb bei Ihrer Kommune nach und lassen Sie das Grundstück gegebenenfalls von einem Fachmann dahin gehend untersuchen.