Von Mutterschutz und Selbständigkeit über Unternehmensnachfolge bis zur Finanzierung: Hier erhalten Unternehmerinnen praxisnahe Informationen für die erfolgreiche Unternehmensführung.

Inhaltsverzeichnis

Nachfolge ist weiblich – Chancen und Herausforderungen für Frauen bei der Unternehmensnachfolge

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Knapp 36.000 Unternehmen in ganz Bayern sind aktuell auf der Suche nach einem Nachfolger oder einer Nachfolgerin (Stand 2026). Noch sind unter den Nachfolgenden deutlich weniger Frauen als Männer. Wie können sich mehr Frauen für die Nachfolge in Position bringen?

Unternehmen finanzieren – Chancen und Herausforderungen für Frauen

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Frauen gründen und führen Unternehmen anders als Männer – und sie finanzieren sie auch anders. Was Gründerinnen und Unternehmerinnen zur Finanzierung wissen sollten.

Mutterschutz und Selbständigkeit

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Schwangerschaft und Selbstständigkeit: Wie können Sie sich und Ihren Betrieb während Schwangerschaft, Geburt und Stillzeit absichern?

Aktuelle Situation: Unternehmerinnen in Oberbayern

33% der IHK-Unternehmen in Frauenhand

Der Wirtschaftsstandort Oberbayern ist wirtschaftlich sehr erfolgreich und weist auch bei den Unternehmensgründungen eine überdurchschnittliche Dynamik auf.

33 Prozent der rund 400.000 IHK-Mitgliedsunternehmen in Oberbayern werden aktuell von Frauen geführt oder mitgeführt. Bei den ins Handelsregister eingetragenen Unternehmen sind es 27 Prozent (Stand 31.06.2025). Bei den Gründungen liegt die Frauenquote seit Jahren bundesweit unverändert bei durchschnittlich rund 40 Prozent, bei Nebenerwerbsgründungen lag die Quote 2023 bei 46 Prozent (KfW-Gründungsmonitor 2024). Betrachtet man die Vollerwerbsgründungen ergibt sich allerdings eine schlechtere Bilanz. 2023 lag der Anteil der Frauengründungen im Vollerwerb bundesweit bei 40 Prozent (KfW-Gründungsmonitor 2024).

Noch eindeutiger fiel die Quote bei den Startups aus: hier wurden nur knapp 19 Prozent von Frauen gegründet oder mitgegründet (Deutscher Startup Monitor 2024). Damit liegt der Anteil nach wie vor weit hinter den männlichen Startup-Gründungen. Die technische Qualifikation von Frauen kann dafür nur bedingt als Erklärung dienen. Der Anteil von MINT-Studentinnen liegt mittlerweile bundesweit bei mehr als 34,5 Prozent (Statistisches Bundesamt).

Unterm Strich liegt also noch viel weibliches Gründungs- und damit unternehmerisches Potenzial brach – gerade auch im Technologiebereich.

Unternehmerinnen und ihre Arbeit im Ausschuss

Der Ausschuss Unternehmerinnen der IHK für München und Oberbayern setzt sich aus rund 40 Unternehmerinnen aus ganz Oberbayern und aus allen Branchen und Betriebsgrößen zusammen. Der Auschuss setzt sich für die Interessen von Unternehmerinnen und deren Sichtbarkeit ein. Dabei werden fachliche Grundpositionen für die Vollversammlung erarbeitet und der Austausch mit Vertretern/-innen aus Politik und Verwaltung gesucht. Er versteht sich als Netzwerk oberbayerischer Unternehmerinnen und sucht den Austausch mit anderen Netzwerken.

Der Ausschuss Unternehmerinnen besteht seit 2021. Sein Vorläufer war der Arbeitskreis "Frauen in der Wirtschaft", dieser wurde 2015 ins Leben gerufen.

Dafür setzen wir uns ein: Unternehmerinnen stärken

Beschluss der Vollversammlung der IHK für München und Oberbayern am 26. Juni 2024

Die IHK für München und Oberbayern setzt sich ein für mehr Unternehmerinnen und spricht sich für Folgendes aus:

Studien identifizieren als Ursachen für das risikoaverse Gründungsverhalten von Frauen vor allem das Fehlen von Vorbildern. Positive Rollenvorbilder geben Orientierung, beeinflussen Entscheidungen und machen Mut. Erfolgreiche Unternehmerinnen und Gründerinnen gerade auch im Startup-Bereich können als Role Models wichtige Impulse für mehr Gründung und mutige Wachstumsziele setzen. Hierfür braucht es:

  • die Auslobung eines bayerischen Unternehmerinnen- und Gründerinnenpreises mit Preisträgerinnen in jedem Regierungsbezirk,
  • ein gezieltes Sichtbarmachen von erfolgreichen Unternehmerinnen und Gründerinnen als positive Vorbilder in der Öffentlichkeit, u.a. auch in den öffentlich-rechtlichen Medien.

Auch bei der Berufswahl von Mädchen und jungen Frauen spielen Vorbilder eine große Rolle. Eine stereotype und risikoaverse Erziehung von Mädchen führt zudem dazu, dass Frauen ihre eigenen Fähigkeiten häufig zu gering einschätzen, seltener naturwissenschaftliche oder technische Berufe wählen und die eigene Selbstständigkeit weniger im Kalkül haben. Um Schülerinnen zur späteren Gründung oder Nachfolge zu ermutigen, braucht es:

  • die Förderung der technischen und mathematischen Fähigkeiten und Interessen von Mädchen, um Gründungen im technisch orientierten und wachstumsintensiven Startup-Bereich zu stärken,
  • die Verankerung unternehmerischen Denkens als fester Bestandteil in den Lehrplänen an Mittel-, Realschulen und Gymnasien mit verpflichtenden Schulprojekten zur Gründung von Schüler/-innenunternehmen, Unternehmensbesuchen nach dem Vorbild des IHK-Girls‘Day “Ich werde Chefin” und Unternehmerinnenbesuchen an den Schulen.

Die Finanzierung stellt für Frauen eine höhere Hürde dar als für Männer. Gründerinnen werden bei Investitions- und Finanzierungsentscheidungen durch Banken und Wagniskapitalgeber kritischer geprüft, was dazu führt, dass sie weniger externe Finanzmittel und vermehrt die Unterstützung aus dem Familien- und Freundeskreis nutzen. Frauengeführte Start-ups erhalten von Venture-Capital-Gebern weniger häufig und geringere VC-Investitionen. Um Gründerinnen und Unternehmerinnen den Zugang zu Kapital zu verbessern, braucht es:

  • eine höhere Transparenz der Finanzierungsvorgänge bei Banken, öffentlichen Fördermittelgebern sowie Venture-Capital-Gebern durch Berichterstattungen über die Unterstützung von Gründerinnen und Unternehmerinnen. Hierdurch können Finanzierungshürden besser erkannt und abgebaut werden.
  • eine datenbasierte, an Kennzahlen orientierte Finanzierungs- oder Investitionsentscheidung. Hierdurch kann Geschlechtervorurteilen entgegengewirkt und der Zugang zu Kapital verbessert werden.
  • eine freiwillige Selbstverpflichtung von Banken, öffentlichen Fördermittelgebern sowie Venture-Capital-Gebern für mehr Frauen in Führungspositionen und Entscheidungs-Teams.

Ein Großteil der Investorinnen und Investoren sind Business Angels. Bundesweit wie bayernweit sind lediglich 14 % der Business Angels Frauen. Ursachen für die geringe Anzahl von weiblichen Business Angels sind fehlende/mangelnde Zugänge zu Angel-Netzwerken und geringere Vermögenswerte von Investorinnen. Der niedrige Anteil an Angel-Investorinnen schränkt die Finanzierung von Gründerinnen ein, weil Frauen häufiger in Unternehmen investieren, die von Frauen geführt oder beliefert werden oder Frauen als Kundinnen adressieren. Studien belegen zudem, dass diverse Investorkreise mehr Ideen und unterschiedliche Standpunkte in das Unternehmen einbringen, was für den Unternehmenserfolg von Vorteil ist. Es gilt, gezielt das Engagement von Frauen als Business Angels und Venture-Capital-Geberinnen zu stärken. Hierzu braucht es:

  • die gezielte Ansprache und Gewinnung von weiblichen Business Angels durch Organisationen wie BayStartUP und die Förderung deren Sichtbarkeit als Vorbilder,
  • die Förderung des Zugangs von Frauen zu Angel-Netzwerken,
  • die Ergänzung bestehender Programme, wie beispielsweise „INVEST - Zuschuss für Wagniskapital“, um spezielle Angebote für weibliche Business Angels.

Bei rund einem Drittel der bayerischen Familienunternehmen steht in den nächsten zehn Jahren die Nachfolge an. Meistens sind es Männer, die ein Unternehmen weiterführen. Damit mehr Frauen Firmen übernehmen braucht es:

  • das Sichtbarmachen von erfolgreichen weiblichen Nachfolgerinnen in der breiten Öffentlichkeit,
  • eine erhöhte Sensibilisierung bei Unternehmensübergaben, um die Rolle von Töchtern und Käuferinnen als potenzielle Nachfolgerinnen stärker zu betonen. Dies kann durch gezielte Mediations- und Beratungsangebote für Übergebende und potenzielle weibliche Nachfolgerinnen erreicht werden.

Frauen bereiten sich auf die Gründung anders vor als Männer und wünschen sich eine intensivere Begleitung in der Gründungsphase. Sie setzen sich geringere Wachstumsziele und müssen daher zu größeren Gründungen ermutigt werden. Dazu benötigt es ergänzend zu den Hochschulangeboten für Gründerinnen und Beratende Zugang zu Wissen über Finanzierungsstrategien, Risikoabsicherungsmöglichkeiten sowie Trainings zum verbesserten Kapitalzugang. Auch Unternehmerinnen, die Wachstumspläne für ihr Unternehmen haben, benötigen Zugang zu spezifischem Wissen, um ihr Wachstumspotenzial voll auszuschöpfen. Hierzu braucht es:

  • eine Anpassung oder Ergänzung der bestehenden Plattformen für Gründerinnen und frauengeführte Unternehmen,
  • die Ergänzung bestehender Coachingangebote, wie beispielsweise das Vorgründungs- und Nachfolgecoaching Bayern sowie das BAFA-Coaching „Förderung von Unternehmensberatung für KMU“, um ein spezielles Angebot für Frauen, das insbesondere bei der Vorbereitung der Finanzierungsrunden bei Risikokapitalgebern unterstützt und die Sensibilisierung der beratenden Personen,
  • ein Förderprogramm nach dem Vorbild EXIST-Women, dass auch Frauen außerhalb von Hochschulen offensteht und Qualifizierung, Coaching, eine Betreuung durch eine erfahrene Mentorin und den Zugang zu bundesweiten Netzwerken von Gründerinnen bietet.

Gründung und Wachstum eines Unternehmens erfordert Zeit und Flexibilität. Gründerinnen und Unternehmerinnen mit Kindern haben jedoch deutlich weniger Arbeitszeit zur Verfügung und können Familie und Unternehmertum schwerer verbinden als Männer. Auch die Pflege von Angehörigen schränkt den unternehmerischen Handlungsspielraum ein. Gründerinnen mit Care-Aufgaben brauchen:

  • bedarfsgerechte, flexible und zuverlässige Kinderbetreuungsangebote auch in den Randzeiten nach 17 Uhr, an Wochenenden und in den Ferien sowie ein zuverlässiges Unterstützungsangebot bei der Pflege von Angehörigen,
  • bessere Informationen über Unterstützungsmöglichkeiten rund um die Geburt eines Kindes und in der Elternzeit und wie man sich für diese Zeit gezielt absichern kann.

Unternehmerinnen und vor allem Gründerinnen bewerten die Einbindung in Netzwerken als wertvoll. Damit sie ihre Erfahrungen austauschen können, Tipps und Anregungen erhalten, Kooperationspartner/innen finden und Investor/innen und Gründerinnen und Unternehmerinnen zueinander finden, braucht es:

  • eine breite Palette von regelmäßigen Vernetzungsangeboten,
  • eine Möglichkeit für Gründerinnen und Unternehmerinnen Kooperationspartner/-innen zu finden,
  • eine bessere Sichtbarkeit der vorhandenen Frauennetzwerke und deren Aktivitäten.

Angebote und Veranstaltungen für Unternehmerinnen

Person mit lockigem Haar und Brille steht mit verschränkten Armen in einem modernen Bürogebäude vor einer Rolltreppe und geometrischen Glas- und Metallelementen.

IHK Unternehmerinnentag

Der IHK Unternehmerinnentag ist die Veranstaltung für Unternehmerinnen und Gründerinnen aus München und Oberbayern. Von Tech Trends über Innovationen bis zu New Work und Leadership widmen wir uns aktuellen Themen rund um das weibliche Unternehmertum. Der Unternehmerinnentag findet jährlich statt, das Datum für 2027 wird noch bekannt gegeben.

Rückblick Unternehmerinnentag 2026 "Future Tech Perspectives"

Porträt einer Person vor einem blauen Hintergrund. Die Person trägt ein helles Oberteil, blickt in die Kamera und hält im Vordergrund einen Daumen nach oben. Der Daumen nimmt einen großen Teil des Bildvordergrunds ein

IHK-Girls'Day „Ich werde Chefin!“

Am 22. April 2027 ist es wieder so weit! Wir suchen die Rolemodels für die Chefinnen von morgen. Werden Sie Gastgeberin und begeistern Sie Schülerinnen ab der 8. Klasse für die Selbständigkeit! Alle Infos zur Teilnahme finden Sie hier: IHK-Girls' Day „Ich werde Chefin!“

Vier Personen diskutieren auf einer Bühne. Im Hintergrund ist eine Leinwand mit den Speakerinnen zu sehen.

SheStartup – Frauen gründen

Die Infoveranstaltung für Gründerinnen hat sich in den letzten Jahren zu einem erfolgreichen Format entwickelt. Zweimal jährlich erhalten rund 100 Teilnehmerinnen wertvolle Impulse zu Gründung, Selbstständigkeit und Fördermöglichkeiten. Netzwerke, Praxisberichte und der persönliche Austausch stehen dabei im Mittelpunkt.

Nächster Termin: 13. November. Jetzt anmelden: SheStartup – Frauen gründen

Grafik mit der Aufschrift ‚Women Startup Award 2026‘. Darunter steht ‚Supported by‘ sowie das Logo der IHK für München und Oberbayern

Women Startup Award 2026

Als Partnerin des Awards ist die IHK für München und Oberbayern in diesem Jahr Teil der Jury und begleitet die Auswahl der vielversprechendsten Gründerinnen.

Bei der Pitch Night am 19. November präsentieren die 10 Finalistinnen ihre innovativen Geschäftsideen live vor Publikum und Fachjury. Im Anschluss werden die Gewinnerinnen des Women Startup Award 2026 ausgezeichnet.

Jetzt kostenlos anmelden: Women Startup Pitch Night & Award Ceremony 2026

Gruppenfoto von rund 25 Personen in einer großen Industriehalle. Die Gruppe steht vor einer historischen Stahlkonstruktion mit roten und gelben Trägern sowie einem großen Hallenkran. Im Hintergrund sind technische Anlagen und ein Oldtimer-Fahrzeug zu sehen. Die Personen blicken in Richtung Kamera und sind in einer Reihe angeordnet.

Unternehmerinnen digital

Die LinkedIn‑Gruppe "Unternehmerinnen digital" vernetzt Unternehmerinnen und Gründerinnen in Bayern. Über 900 Mitglieder teilen hier Beiträge, News, Tipps, Projekte und Veranstaltungen.

Gruppenfoto in einem Klassenzimmer. Mehrere Jugendliche und drei Erwachsene stehen gemeinsam vor der Kamera. Einige Personen zeigen Handzeichen oder halten kleine Kartons in den Händen. Im Hintergrund sind Pinnwände mit Aushängen sowie große Fenster zu sehen

Unternehmerinnen machen Schule

Sie kennen eine Schule, die das Thema Selbständigkeit in den Unterricht integrieren möchte oder möchten sich selbst gern beteiligen? Dann melden Sie sich bei girlsday@muenchen.ihk.de.
Unsere Berichte zu den Schulbesuchen finden Sie unter Unternehmerinnen machen Schule

Logo der Käte Ahlmann Stiftung

Mentoringprogramm „TWIN–TwoWomenWin“ der Käte Ahlmann Stiftung

Im Mentoring-Programm TWIN TwoWomenWin unterstützen erfahrene Unternehmerinnen Mentees durch Einblicke in Unternehmensführung, wertvolle Kontakte und persönliche Begleitung.
Kontakt: Marlene Eder