Konjunktur Herbst 2026

Wirtschaft in Ingolstadt macht nur einen kleinen Schritt aus dem Tief

Die Stimmung der Wirtschaft in der Region Ingolstadt stabilisiert sich nach dem Rückschlag vom Frühjahr infolge des Irankonflikts nur geringfügig: Der IHK-Konjunkturindex legt um 5 Zähler auf 96 Punkte zu, bleibt damit aber weiterhin deutlich unter dem Langzeitdurchschnitt von 115 Punkten. Die Geschäfte laufen kaum besser als zuletzt, die Erwartungen bleiben pessimistisch, auch wenn die Unternehmen den Schock vom Frühjahr hinter sich gelassen haben.

Die schwachen Aussichten und eine hohe wirtschaftspolitische Unsicherheit sorgen für erhebliche Zurückhaltung bei Investitions- und Beschäftigungsplänen der Unternehmen.

Geschäftslage kaum besser als zuletzt

Die Geschäftslage, als erste Komponente der Indexberechnung, befindet sich im Seitwärtsgang. 29 % der Betriebe bewerten ihre Geschäfte aktuell als „gut“, 24 % als „schlecht“. Mit einem Saldo von 5 Punkten sind die Lageurteile damit kaum besser als im Frühjahr und bleiben weit entfernt von ihrem Langzeitdurchschnitt von 28 Punkten. Immerhin zeichnet sich eine leichte Stabilisierung im Vorjahresvergleich ab. Hintergrund dürften die hohen schuldenfinanzierten Staatsausgaben sein, die die Inlandsnachfrage im Jahresverlauf gestützt haben.

Aussichten bleiben pessimistisch

Die Geschäftserwartungen, als zweite Komponente der Indexberechnung, bleiben pessimistisch, auch wenn die Unternehmen den Schock vom Frühjahr zunehmend hinter sich lassen: Per Saldo steigen die Geschäftserwartungen um 9 Zähler auf -12 Punkte, sie bleiben aber weit von ihrem Langzeitdurchschnitt von 4 Punkten entfernt. 17 % der Betriebe rechnen mit besseren, 29 % mit schlechteren Geschäften. Damit setzt sich die seit Herbst 2023 andauernde Phase, in der die pessimistischen die optimistischen Unternehmensstimmen überwiegen, fort. Die Region kämpft mit einer strukturellen Wachstumsschwäche.

Breite Risikofront

Die negativen Aussichten stehen im Zusammenhang mit einer nach wie vor breiten Risikofront: Die Unsicherheit hinsichtlich der wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen kratzt mit 69 % an ihrem Rekordniveau, das 2025 erreicht wurde: 71% (Jahresbeginn) bzw. 74% (Frühjahr). Besonders häufig wird dabei das Thema Bürokratie genannt. Die Sorge vor weiter steigenden Energie- und Rohstoffpreisen lässt nach dem Schock vom Frühjahr in Folge des Irankonflikts leicht nach. Nach zuletzt 73 % sehen nun 64 % die Energie- und Rohstoffpreise als Risiko an. Dies ist immer noch ein hohes Niveau und auch über dem bayerischen Durchschnitt (60%). Die Risiken Arbeitskosten (61 %) und Inlandsnachfrage (58%) lassen etwas in der Nennung nach, bleiben aber weiterhin zentral in der Region.

Weiterhin schwache Investitionsabsichten

Die Kombination aus trüben Aussichten und hoher Unzufriedenheit mit den wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen sorgen für schwache Investitionsabsichten der Unternehmen. Per Saldo verlassen die Inlandsinvestitionen zwar ihren fast historischen Tiefstwert von -23 Punkten, kommen aber mit -19 Punkte nicht aus dem Keller. Der Langzeitdurchschnitt von 3 Punkten bleibt außer Reichweite, ebenso wie das bayerische Niveau insgesamt, das bei einem Saldo von 2 Punkten liegt.

Stellenabbau verlangsamt sich etwas

Der Stellenabbau geht derweil weiter, auch wenn er an Tempo verliert: Per Saldo steigen die Beschäftigungspläne von -29 auf -14 Punkte. 32 % der Unternehmen rechnen mit weniger, 18 % mit mehr Beschäftigung. Ein möglicher Grund für die geringere Geschwindigkeit ist, dass ein Teil des Beschäftigungsabbaus bereits vollzogen ist bzw. die Gesamtheit aller Beschäftigten, die noch abgebaut werden können, bereits geringer ausfällt. Dennoch ist der Beschäftigungsabbau in der Region immer noch stärker ausgeprägt als in Bayern insgesamt.

IHK-Konjunkturumfrage

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Befragungszeitraum

14.09.2026 bis 25.09.2026

Region Ingolstadt

Stadt Ingolstadt sowie die Landkreise Eichstätt, Neuburg-Schrobenhausen und Pfaffenhofen.