Konjunktur Frühjahr 2026

Stimmungseinbruch in der Region Ingolstadt

Sprunghaft gestiegene Energiepreise und erste Lieferschwierigkeiten verpassen der wirtschaftlichen Stimmung in der Region Ingolstadt einen deutlichen Dämpfer. Nachdem sich zu Jahresbeginn noch erste Anzeichen für eine Erholung abgezeichnet hatten, hat sich diese Hoffnung nun zerschlagen. Der IHK-Konjunkturindex fällt um 14 Punkte auf 91 Zähler und erreicht damit wieder das Niveau vom Frühjahr 2025, als der US-Präsident sein damaliges Zollregime verkündete. Die Erwartungen verschlechtern sich spürbar. Investitions- und Beschäftigungspläne brechen auf historisch niedrige Werte ein.

Die Geschäftslage, als erste Komponente der Indexberechnung, sinkt per Saldo gegenüber Jahresbeginn 2026 um 8 Zähler auf 4 Punkte. Damit sind die Lageurteile weit entfernt vom langjährigen Durchschnitt von 28 Punkten, lagen jedoch auch in jüngerer Vergangenheit schon deutlich tiefer (Jahresbeginn 2025: -8 Punkte). 28 % der Betriebe bewerten ihre Geschäfte aktuell als „gut“, 24 % als „schlecht“.

Die Sperrung der Straße von Hormus sorgt für Belastungen bei den laufenden Geschäften: Die Betriebe klagen über hohe Preise bei Rohstoffen und Waren, deren Nennung sprunghaft von 51 % auf 73 % ansteigt, sowie über hohe Preise bei Energie (68 %). Fehlende Nachfrage (62 %) belastet die Unternehmen ebenfalls.

Die Geschäftserwartungen, als zweite Komponente der Indexberechnung, befinden sich im freien Fall von -1 auf -21 Zähler. Nur noch 11 % der Betriebe rechnen mit besseren, 32 % mit schlechteren Geschäften. Der Saldo setzt die längste Pessimismus-Periode seit Beginn der regionalen Erhebung im Jahr 2006 fort.

Die trüben Aussichten stehen im Zusammenhang mit den zahlreichen Risiken: Neben Arbeitskosten (69 %), Inlandsnachfrage (65 %) und wirtschaftspolitische Rahmen-bedingungen (64 %) kommen nun die Energie- und Rohstoffpreise mit 73 % hinzu, deren Nennung sprunghaft ansteigt (zuletzt 46 %). Für die industriestarke Region ein zusätzlicher Hemmschuh.

Die vielen Risiken führen auch zu historisch schlechten Werten bei den Beschäftigungs- und Investitionsplänen der Unternehmen. Die Investitions-absichten sind mit -23 Zählern auf dem niedrigsten Wert seit der Finanzkrise 2008/09.

Bei den Beschäftigungsplänen gewinnt der Stellenabbau weiter an Tempo: Der Saldo fällt von -10 auf -29 Punkte. 38 % der Unternehmen wollen Stellen streichen, nur 9 % möchten Stellen aufbauen. Passend dazu nennen nur noch 28 % der Unternehmen Arbeitskräftemangel als Geschäftsrisiko. Zuletzt waren dies noch 38 %, im Herbst 25 sogar 46 %. Die Region muss sich darauf einstellen, dass deutlich weniger Menschen in Arbeit sein werden.

IHK-Konjunkturumfrage

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Befragungszeitraum

13.04.2026 bis 24.04.2026

Region Ingolstadt

Stadt Ingolstadt sowie die Landkreise Eichstätt, Neuburg-Schrobenhausen und Pfaffenhofen.