IHK-Magazin 10/2026
Am 21. Oktober 1876 ging es los: Mit 6 Pferdewagen für je 36 Fahrgäste startete die Tram auf ihrer ersten, 2,8 Kilometer langen Linie vom Promenadeplatz über Stachus und Bahnhof bis zur Stadtgrenze in der Nymphenburger Straße. 390.000 Fahrgäste waren im 1. Jahr mit der Tram unterwegs. Zum Vergleich: München hatte damals 200.000 Einwohner.
Schnell wurde das Netz ausgebaut. Bis Ende 1964 wuchs es auf knapp 135 Kilometer – seine bis heute größte Ausdehnung. Mit dem S- und U-Bahn-Bau ab den 1960er-Jahren jedoch begann der Rückbau vieler Straßenbahnlinien.
In den 1990er-Jahren erlebte die Tram eine Renaissance als nachhaltiges, platzsparendes Verkehrsmittel mit hoher Kapazität. Der Großteil der Züge war zu diesem Zeitpunkt jedoch 25 Jahre alt und älter, das Netz war auf 65 Kilometer mehr als halbiert worden. Also wurden moderne niederflurige Fahrzeuge angeschafft, die das Einsteigen ohne Stufen ermöglichten. Während mit dem U-Bahn-Ausbau an den Außenästen weitere Tramabschnitte eingestellt wurden, reaktivierte die Stadt im Zentrum wieder Tramlinien.
Heute gibt es 173 Haltestellen auf 82 Streckenkilometern. In den nächsten Jahren soll das Netz um mehr als 15 Kilometer wachsen – die Straßenbahn ist wichtiges Element des öffentlichen Nahverkehrs und auch für die Mobilität von Mitarbeitern der Münchner Firmen unverzichtbar. Im Bau ist zum Beispiel die Westtangente von Neuhausen-Nymphenburg bis nach Obersendling, die 2028 komplett in Betrieb gehen soll. Die Tram Johanneskirchen soll das Verkehrsangebot im Münchner Nordosten verbessern, für den Norden sind ebenfalls neue Verbindungen geplant.