Finanzierung noch ausbaufähig
Sein Branchenkollege Winkeljann sieht das ähnlich: „Der Standort München bietet für die Biotechnologie ein dichtes Netz an Unternehmen, Universitäten und Instituten. Vor allem bezüglich der Forschung ist hier der Boden bereitet.“ Er weist aber auch auf Nachholbedarf hin: „Insbesondere die Finanzierung ist noch nicht in der Breite angekommen. Das Kapital reicht nicht für die Masse.“
Denn Biotechnologie-Unternehmen brauchen enorm viel Kapital in der Frühphase. In der langen Anlaufphase bis zum Markteintritt vergehen viele Jahre, in denen hohe Kosten für Forschung und Entwicklung anfallen und es noch keine Umsätze gibt. BioM-Geschäftsführer Huss bringt es folgendermaßen auf den Punkt: „Vor allem da, wo ein erhöhtes Risiko besteht, etwa bei frühen klinischen Studien, fehlt das Geld.“ Die meisten Experten, darunter auch die IHK für München und Oberbayern, plädieren aus diesem Grund dafür, Investitionsanreize für institutionelle Anleger, Risikokapitalgeber und Private Equity aus dem In- und Ausland zu verstärken.
Firmen und Geldgeber zusammenbringen
Damit aussichtsreiche Jungfirmen und Investoren schneller in Kontakt kommen, haben zum Beispiel BioM und die LMU mit ihrem neuen Vizepräsidenten für Entrepreneurship im März 2026 eine Kooperation geschlossen. Als Unternehmer kennt Philipp Baaske beide Welten. 2008 startete er mit Stephan Duhr als LMU-Ausgründung die NanoTemper Technologies GmbH. Inzwischen ist sie weltweit erfolgreich mit biophysikalischen Messgeräten für die Grundlagenforschung, Biotechnologie sowie die Pharmaindustrie.
BioM-Geschäftsführer Huss: „Durch die enge Verzahnung von universitärer Spitzenforschung, klinischer Expertise und unserem spezialisierten Inkubator MAxL schaffen wir gemeinsam optimale Bedingungen für die nächste Generation von Biotech- und Healthtech-Start-ups in Bayern.“ Die Unternehmen der Branche jedenfalls sind optimistisch, was ihre Entwicklung angeht. Das zeigt eine Umfrage aus dem Frühjahr 2026. Darin bewertet nicht nur mehr als die Hälfte der befragten Firmen die aktuelle Lage als positiv. Die große Mehrheit erwartet außerdem, dass es in den nächsten 3 bis 5 Jahren für sie weiter aufwärts geht.