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Machte aus seiner Liebe zum Kiri-Holz eine Geschäftsidee: Gründer Paul Helmeth

Machte aus seiner Liebe zum Kiri-Holz eine Geschäftsidee: Gründer Paul Helmeth

© Paul Helmeth

Astreine Sache

Flugkapitän Paul Helmeth setzt mit seiner KIRI-MANUFAKTUR auf flexible Stecksysteme aus ganz besonderem Holz.

Von Margrit Amelunxen, 10/2026

„Im Gegensatz zu meinem normalen Beruf schaffe ich in meiner Selbstständigkeit etwas Bleibendes.“ Seit rund 25 Jahren ist Paul Helmeth hauptberuflich Pilot bei der Lufthansa, aktuell fliegt er in Teilzeit auf der Kurzstrecke. „Als Kapitän produziert man Sicherheit, wenn man einen Flug von A nach B durchführt. Aber das Ergebnis sieht man ja nicht“, erläutert er.

Ganz anders in seinem Nebenberuf als Chef der Kiri-Manufaktur – in der der Münchner mit Leidenschaft Kiri-Holz verarbeitet. Dass aus seiner Leidenschaft allerdings ein Nebenberuf werden würde, dazu brauchte es einen Schubs. Im konkreten Fall entstand dieser durch die Coronapandemie, einen auf Kiri-Holz spezialisierten Freund und Helmeths Frau. Diese erkannte, dass man die Holzbausteine im Stecksystem, an denen ihr Mann seit längerem tüftelte, perfekt für den pandemiebedingt nun wachsenden Bedarf an Homeoffices nutzen könnte. Während also die Lufthansa 2020 am Boden blieb, startete Helmeth sein Projekt Selbstständigkeit.

Ein ganz besonderes Holz

Kiri ist die japanische Bezeichnung für das Holz des Blauglockenbaums (Paulownia). In Asien verwendet man es gern für den Möbelbau. Kiri-Bäume haben kein Harz, daher einen extrem hohen Flammpunkt. Das Holz weist kaum Astlöcher auf und ist etwa halb so leicht wie Fichtenholz. Die Bäume wachsen bis zu 5 Meter pro Jahr, binden etwa 4-mal mehr CO2 als ein üblicher Mischwald und treiben nach der Fällung erneut aus. Sie gelten als besonders nachhaltig.

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Arbeitet leidenschaftlich gern mit Holz: Paul Helmeth

Grundlage für Helmeths Geschäftsidee sind die Kiri-Bricks – mit 30 cm Breite und verschiedenen Längen sind diese Holzbausteine die Basismodule seines Systems. Mit Steckelementen in U- oder H-Form zudem in L- oder T-Form lassen sie sich händisch zusammenstecken und werden so zu Trennwänden für flexible Officebereiche, zu Messeständen, aber auch zu Raumteilern für Spielecken oder eben Arbeitsplätzen zu Hause. Dabei können die Bausteine jederzeit ab- und neu zusammengebaut werden. Außerdem im Angebot sind schallabsorbierende Bauelemente.

Mut und rasches Handeln

Helmeth gründete die KIRI-MANUFAKTUR 2021 im Nebenerwerb und rein mit Eigenmitteln. Der Prozess von der Produktion in seiner Garage hin zur Serienreife war anspruchsvoll, bis zur Anmeldung eines Gebrauchsmusters vergingen weitere 3 Jahre.

2024 wurde schließlich zum Umbruchjahr. Das Produkt war serienreif, die Produktion in Deutschland gesichert. Doch als es losgehen sollte, verlor Helmeth seine Lieferquelle. Nun waren Flexibilität, rasches Handeln und Mut zu Entscheidungen gefragt. Alles, was ein Pilot sowieso mitbringt.

Vertrieb outgesourct

Über sein Netzwerk fand Helmeth dann bis Jahresende eine neue Rohstoffquelle sowie einen Produktionspartner in der chinesischen Shandong-Provinz. Dort ist man spezialisiert auf Holzgewinnung und -verarbeitung. „Die haben schnell verstanden, was ich möchte und das super umgesetzt“, sagt Helmeth. Die direkte Zusammenarbeit zwischen ihm und dem Hersteller sei für beide Seiten ein Gewinn.

Zurück in die Gegenwart: „Da die beste Idee ohne Vertrieb und Marketing nichts bringt“, hat Helmeth den Vertrieb outgesourct an seinen exklusiven Partner, die boho Möbelwerkstätten GmbH.

Fokus auf B2C und B2B

Er selbst kümmert sich um die technische Seite und die strategische Weiterentwicklung und schafft Kontakte im B2B-Bereich. 2026 möchte er mit den Kiri-Bricks richtig durchstarten. Aufwind gibt ihm dabei das jüngste Feedback von Kunden aus der Schweiz. In der Medizintechnikfirma Cascination bauten Mitarbeitende Raumteiler für ein Großraumbüro in einem sonntäglichen Teamevent selbst zusammen: „Echt ein klasse Produkt! Das ganze Team hatte riesigen Spaß, und das Ergebnis ist wirklich top.“