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Beim Präsentieren zählt nicht nur der Inhalt, sondern auch ein stilsicherer Auftritt

Beim Präsentieren zählt nicht nur der Inhalt, sondern auch ein stilsicherer Auftritt

© fizkes/Adobe Stock

Authentisch und gut vorbereitet

Was macht eine Präsentation überzeugend? Warum neben thematischer Kompetenz und guter Aufbereitung Authentizität und Stil so eine große Rolle spielen.

Von Josef Stelzer, 9/2026

Andrea Maucher weiß aus langjähriger Erfahrung als Trainerin, Fotografin und Stylistin, wie Präsentationen gut gelingen. „Sie wirken dann überzeugend, wenn man sein Thema mit echter Begeisterung vermittelt und mit Herzblut referiert“, weiß die Business-Coachin aus Herrsching.

Das sieht Dorothee von Krshiwoblozki, IHK Referentin Selbstständige, ebenso: „Eine Präsentation lebt nicht nur von guten Inhalten und klarer Sprache, sondern auch davon, dass sie überzeugend vorgetragen wird.“ Sie betont: „Die meisten Selbstständigen und Kleinunternehmer bringen ohnehin Leidenschaft für ihre Idee, ihre Dienstleistung oder ihr Produkt mit. Gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten kann das den Unterschied machen.“

Nicht in fremde Rollen schlüpfen

Insofern ist vor allem Authentizität ein wichtiger Faktor für gelungene Präsentationen. Natürliche Gesten kommen beim Publikum besser an als ein langweiliger Vortrag mit von Folien abgelesenem Text. Zugleich ist Blickkontakt zum Publikum gefragt. Denn Blickkontakt sorgt bei den Zuhörern meist für erhöhte Aufmerksamkeit.

Zur Authentizität gehört aber vor allem auch, „nicht zu versuchen, in fremde, ungewohnte Rollen zu schlüpfen und zu schauspielern, wenn man es nicht wirklich gelernt hat“, sagt Maucher. Ein aufgesetztes Lachen wirkt eher unglaubwürdig. Mögliche Folge: Das Publikum spürt das „Unechte“ und wendet sich innerlich ab. Dabei spielt es im Grunde keine Rolle, ob es sich um eine Live-Präsentation oder um ein Online-Event handelt.

Nachfragen zulassen

Rein inhaltlich betrachtet, sollten stets Fragen und Anmerkungen aus dem Publikum möglich sein, entweder während des Vortrags oder unmittelbar danach. Unklare Aspekte lassen sich dabei klären, Missverständnisse werden ausgeräumt, die Perspektive und die Erfahrungen des Publikums fließen ein. „Das schafft Nähe und macht den Auftritt generell lebendiger“, ist Maucher überzeugt. Wer Fragen zulässt und souverän beantwortet, unterstreicht zudem seine Fachkompetenz, ergänzt IHK-Selbstständigen-Referentin Julia Fuchs.

Nicht zuletzt trägt das äußere Erscheinungsbild samt Kleidung in einem hohen Maße zum Gesamteindruck bei. Insbesondere Selbstständige, die nicht täglich präsentieren, sollten dabei bedenken: Ungewohnte Garderobe, neue Frisuren oder unübliches Make-up könnten dazu führen, dass man bei der Präsentation nervös und unsicher wirkt. Wer sich unwohl in seiner Haut fühlt, strahlt das auch aus. „Wählen Sie also ein angenehmes Outfit, in dem Sie sich gut bewegen können, das nicht spannt oder rutscht und in dem Sie sich attraktiv fühlen“, sagt Maucher.

Am gewohnten Dresscode orientieren

Zugleich sollten Auftreten und Kleidung den branchenüblichen Gepflogenheiten entsprechen. Wenn IT-Experten etwa über Cybersicherheit oder künstliche Intelligenz referieren, passen womöglich dunkle Jeans mit legeren Jacketts oder ausgefallene Kleider besser als akkurate Anzüge mit Krawatten oder teure Kostüme. Eine Garderobe, die leicht „overdressed“ wirkt, also etwas eleganter oder hochwertiger als es bei vergleichbaren Anlässen üblich ist, dürfte sich in der Regel ebenfalls gut eignen.

Auf jeden Fall sollte eine Präsentation zuvor geübt werden, am besten zusammen mit der Technik sowie der Präsentationstools. „Besonders hilfreich sind dabei erfahrungsgemäß gute Freunde, die ein ehrliches Feedback geben“, sagt Maucher. Oder man vertraut sich Profis an, die auf Schwachstellen der Präsentation sowie auf die Beleuchtung hinweisen. Sie machen Verbesserungsvorschläge für Körpersprache, Bewegungen, Kleidung wie auch für den sprachlichen Ausdruck und liefern wichtige Infos zum optimalen Hintergrund sowie zur Selbstpräsentation.