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Keep it simple: Kleinbetriebe können vorhandene Daten sammeln und nutzen

Keep it simple: Kleinbetriebe können vorhandene Daten sammeln und nutzen

© Hispanolistic/iStock

Unter der Lupe: ESG

Wer Daten zu den Nachhaltigkeitskriterien strukturiert erfasst, kann nicht nur Kundenanfragen beantworten, sondern auch Potenziale im eigenen Betrieb erkennen.

Von Stefan Bottler, 10/2026

Abrechnungen für Strom, Wärme oder Wasser gehören in jedem Unternehmen zur kaufmännischen Praxis. Doch sie sind nicht nur für die Buchhaltung wichtig. „Mit diesen Informationen können Unternehmer häufig bereits erste Fragen von Kunden zu Nachhaltigkeitsthemen beantworten“, sagt. Andri König, IHK-Referent für Nachhaltigkeit. Sie fallen in die Kategorie ESG-Daten.

ESG steht für „Environmental, Social, Governance“ und beschreibt die Bereiche Umwelt, Soziales und verantwortungsvolle Unternehmensführung. Große Unternehmen nutzen diese Kriterien zunehmend, um Nachhaltigkeitsleistungen zu bewerten und Informationen entlang ihrer Lieferketten einzuholen.

Kundenservice statt Pflicht

Viele kleine und mittlere Unternehmen verbinden die Abkürzung ESG zunächst mit neuen Berichtspflichten, die viel Zeit und Geld kosten. Tatsächlich gelten gesetzliche Nachhaltigkeitsberichtspflichten nach aktuellem Stand nur für einen begrenzten Kreis großer Unternehmen. Für kleine Unternehmen ergibt sich die Bedeutung von ESG vor allem indirekt: Kunden, Banken oder andere Geschäftspartner fragen entsprechende Informationen zunehmend nach.

„Kleine Unternehmen sind gesetzlich nicht verpflichtet, einen eigenen Nachhaltigkeitsbericht zu erstellen“, erklärt König. „Sie sollten aber in der Lage sein, grundlegende ESG-Fragen zu ihrem Unternehmen zu beantworten, betont der IHK-Experte.

Umweltthemen: Reichlich Datenmaterial

Vor allem im Bereich Umwelt lassen sich viele Informationen vergleichsweise einfach zusammentragen. Dazu gehören beispielsweise oben genannte Daten zum Strom- und Energieverbrauch, zu Heizkosten, Abfallmengen oder zu bereits umgesetzten Effizienzmaßnahmen. Wer LED-Beleuchtung nutzt, erneuerbare Energien bezieht oder den Energieverbrauch oder Abfallmengen systematisch reduziert, kann dies gegenüber Kunden und Geschäftspartnern dokumentieren.

Auch der Bereich Soziales umfasst Themen, die in vielen Betrieben bereits gelebte Praxis sind. Wer in betriebliche Altersvorsorge investiert, regelmäßig Weiterbildungen anbietet, ein Lohn-Gap zwischen männlichen und weiblichen Beschäftigten unterbindet und außerdem Benefits wie etwa das „Deutschland-Ticket“ anbietet, kann bei seinen Auftraggebern und Geschäftspartnern punkten.

Im Bereich Unternehmensführung geht es unter anderem um klare Verantwortlichkeiten, die Einhaltung gesetzlicher Vorgaben, Datenschutz sowie nachvollziehbare betriebliche Prozesse.

Wer dokumentiert, profitiert

Für Unternehmen kann die Erfassung von ESG-Daten auch unabhängig von Kundenanforderungen einen Nutzen bringen. Energie- und Materialverbräuche werden transparenter, Einsparpotenziale leichter erkennbar und Informationen für Ausschreibungen oder Finanzierungsgespräche schneller verfügbar. Nachhaltigkeitsdaten können damit helfen, Wettbewerbsfähigkeit und Zukunftsfähigkeit des Unternehmens zu stärken.

Köngis Rat lautet daher: „Konzentrieren Sie sich auf die wesentlichen Themen und dokumentieren Sie diese nachvollziehbar. Oft ist bereits mehr vorhanden, als den Unternehmen bewusst ist.“ Der Einstieg ins ESG-Reporting ist also nicht schwer. Wichtig sei vor allem, strukturiert mit den wichtigsten Nachhaltigkeitsdaten zu beginnen.

IHK-Info: ESG-Reporting

Wer ins Nachhaltigkeits-Reporting einsteigen will, findet Tipps zur Orientierung und Umsetzung unter anderem beim neuen Europäischen Standard für die freiwillige Nachhaltigkeitsberichterstattung, dem vom BMWE geförderten Deutschen Nachhaltigkeitskodex sowie im IHK-Ratgeber Nachhaltigkeitsberichterstattung.