Es gibt keine Übergangsfristen, keinen Bestandsschutz, keine Branchenausnahmen und keine Kleinunternehmerregelungen. Weder für Werbematerial, noch für Verpackungsmaterial, noch für Firmennamen, noch für Marken.
Sind in diesen geschäftlichen „Äußerungsformen“ allgemeine Umweltaussagen enthalten, die Verbraucher erreichen können, sind diese Aussagen ab dem 27.09.2026 abmahngefährdet.
Stand: 28.09.2026
Kurz vor Inkrafttreten der neuen strengen Regelungen am 27.09.2026 hat der Bundestag am 24.09.2026 noch §15 b UWG beschlossen. Dieser soll zumindest bis September 2028 dafür sorgen, dass die Vernichtung von bereits im Handel befindlicher Ware nur bei schwerwiegenden Verstößen in Betracht kommt und verhältnismäßig sein muss. Damit soll Kritik des Handels und von Herstellern begegnet werden, dass Warenvernichtung eben gerade nicht nachhaltig und umweltfreundlich ist.
Der Gesetzgeber schreibt Abmahnern deshalb nun vor, dass bei einer Unterlassungsforderung folgendes abgewogen werden muss:
- die Schwere des Rechtsverstoßes,
- die vom Unternehmen bereits unternommenen Anstrengungen zur Herstellung der EmpCo-Konformität,
- die mit einer Beseitigung des Rechtsverstoßes verbundenen Kosten sowie
- die mit der Beseitigung des Rechtsverstoßes verbundenen Umweltbelastungen, die z. B. mit einer Vernichtung von Warenbeständen einhergehen würden.
IHK-Fazit:
Greenwashing ist unfair. Die EmpCo und ab 27.09.2026 das UWG stellen das klar.
Abmahnungen können auch unfair sein. Deshalb soll §15b UWG bis 2028 sicherstellen, dass Warenvernichtung und Abmahnungen zur Generierung von Einnahmen dem Ziel fairer Wettbewerb nicht widersprechen.
Die Neuregelung ist also keine klassische Übergangsfrist oder Abverkaufsregel und schon gar kein Freifahrtschein für Bestandsware, aber immerhin Kontrollmoment bei Abmahnungen.
ToDo:
Wer Altware mit allgemeinen Umweltaussagen nach dem 27.09.2026 anbietet oder verkauft muss argumentieren und belegen können (Lieferscheine, Lagerbilder, etc.), wann die Ware in den Verkehr gebracht wurde, was unternommen wurde, um Verstöße gegen die EmpCo zu beseitigen (Social Media, Website, etc. sauber; Aufkleber, Umverpackungen, etc.), wie hoch die Kosten dafür sind und, dass die Warenvernichtung die Umwelt belasten würde.