Pressemeldung vom 28.10.2026

Wirtschaft in der Region München kommt nicht vom Fleck

Die Eskalation im Nahen Osten mit den Rückschlägen für die Weltwirtschaft bleibt weiterhin nicht folgenlos für die Region: Die Wirtschaft in München und Umland tritt im Herbst auf der Stelle. Der regionale IHK-Konjunkturindex steigt lediglich um einen Zähler auf 108 Punkte. Damit bleibt das Barometer erneut unter seinem Langzeitdurchschnitt von 118 Punkten. Die Lage in den Betrieben hat sich im Vergleich zum Frühjahr kaum verbessert, die Aussichten sind durchwachsen. Der Stellenabbau geht weiter.

Unternehmen so unzufrieden mit wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen wie noch nie

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IHK-Vizepräsidentin Sonja Ziegltrum

Ein Drittel der Betriebe in der Region München bezeichnet ihre Lage aktuell als gut, mehr als jedes fünfte als schlecht. Die restlichen Betriebe sprechen von einer befriedigenden Lage. Die aktuelle Geschäftslage der Unternehmen zeigt sich immerhin in gewissem Maße robust gegen den fortlaufenden Konflikt im Nahen Osten und dessen Auswirkungen auf die Energiemärkte. Auch die Geschäftserwartungen verbessern sich gegenüber dem Frühjahr nur geringfügig: 23 Prozent der Betriebe rechnen mit einer Belebung, 18 Prozent mit einer Verschlechterung ihrer Geschäfte. Damit liegen die Erwartungen weiterhin unterhalb des Langzeitdurchschnitts und auch deutlich unter dem Niveau vom Herbst 2025. Die Aussichten sprechen gegen einen echten Wirtschaftsaufschwung.

Die Wirtschaft steht einer Vielzahl von Risiken gegenüber: Vor allem die Unzufriedenheit mit den wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen nimmt zu – darüber klagen 68 Prozent der Unternehmen, ein neuer Negativrekord in der Region. Darunter zählen die Unternehmen beispielsweise Bürokratie und mangelnde Planungssicherheit. 63 Prozent, und damit so viele wie zuletzt, leiden unter der fehlenden Inlandsnachfrage. Die Energie- und Rohstoffpreise werden von 51 Prozent der Unternehmen genannt, trotz des anhaltenden Konflikts im Nahen Osten lässt hier die Dramatik etwas nach. Das Risiko Arbeitskosten bleibt mit 50 Prozent auf ähnlichem Niveau wie im Frühjahr.

Die Rekordunzufriedenheit mit den wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen sowie die durchwachsenen Aussichten tragen auch dazu bei, dass die Unternehmen sich bei Investitionen weiterhin zurückhaltend zeigen. 23 Prozent der Unternehmen wollen Investitionen ausweiten, 20 Prozent schrauben ihre Investitionen zurück. Der Stellenabbau geht weiter, hat sich aber etwas verlangsamt: 18 Prozent rechnen mit einer steigenden Zahl an Beschäftigten, 23 Prozent hingegen mit einem anhaltenden Stellenabbau.

IHK-Vizepräsidentin Ziegltrum: Reformen für mehr Vertrauen in Wirtschaftsstandort

„Ein echter Aufschwung, auf den die Wirtschaft in der Region seit Jahren sehnlichst wartet, bleibt weiterhin aus“, erklärt IHK-Vizepräsidentin Sonja Ziegltrum. „Dass die Unternehmen mehr und mehr über die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen klagen, muss ein Weckruf sein! Statt den Unternehmen den Rücken zu stärken, verschleppt die Politik in Berlin notwendige Reformen. Das hat zur Folge, dass die Firmen auf der Personalbremse stehen und vermehrt im Ausland anstatt bei uns in der Region investieren.“ Ziegltrum macht deutlich, dass die Politik die Hebel für bessere wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen, zum Beispiel beim Bürokratieabbau oder im Steuer- und Sozialsystem, selbst in der Hand hat.

„Der Wirtschaftsstandort in und um München hat grundsätzlich großes Potenzial für wirtschaftlichen Erfolg“, zeigt sich die IHK-Vizepräsidentin zuversichtlich. „Die ganze Region gehört zu den Top-Innovationstreibern in ganz Europa, die Zahl an Startups und Gründungen erreichen Rekordwerte. Diese Entwicklung ist aber nur dann für die gesamte Wirtschaftsregion erfolgsversprechend, wenn die jungen Firmen auch hier wachsen, investieren und Beschäftigung schaffen und nicht ab einer gewissen Größe ins Ausland abwandern. Für langfristiges Vertrauen in den Standort braucht es echte Reformen.“

Die IHK hatte für ihren Konjunkturbericht Mitte bis Ende September zahlreiche Unternehmen in den Landkreisen Dachau, Ebersberg, Erding, Freising, Fürstenfeldbruck, Landsberg am Lech, München und Starnberg sowie in der Landeshauptstadt befragt. Dreimal im Jahr wird der IHK-Konjunkturbericht veröffentlicht.

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