Pressemeldung vom 28.10.2026

IHK-Konjunkturumfrage: Wirtschaft im Oberland im leichten Aufwind

Die wirtschaftliche Stimmung im Oberland befindet sich in einem leichten Aufwind. Der regionale IHK-Konjunkturindex steigt auf den höchsten Wert seit über zwei Jahren und liegt jetzt bei 111 Punkten. Das sind elf Punkte mehr als im Frühjahr 2026, aber noch immer sechs Punkte unter dem langjährigen Durchschnitt von 117 Punkten. Während die Unternehmen ihre laufenden Geschäfte spürbar besser bewerten als noch im Frühjahr und im Vorjahr, bleiben die Aussichten auf die kommenden Monate verhalten.

Mehr Investitionen, jedoch keine Trendwende am Arbeitsmarkt

Zu ihrer aktuellen Lage befragt bezeichnen 39 Prozent der Betriebe ihre Geschäfte als gut und 15 Prozent als schlecht. Damit ist im Vergleich zum Frühjahr eine deutliche Verbesserung zu beobachten. Die Unternehmen in der Region dürften, wie auch die bayerische Wirtschaft insgesamt, von den hohen, schuldenfinanzierten Staatsausgaben profitieren. Die tourismusstarke Region kann zudem auf einen guten Sommer zurückblicken. Auch bei den Dienstleistern hat sich die Lage deutlich verbessert.

Die Geschäftserwartungen hingegen ziehen zwar im Vergleich zum Frühjahr ebenfalls an, bleiben aber dennoch verhalten. Mit Blick auf die kommenden Monate rechnet knapp ein Fünftel der Betriebe (19 Prozent) mit einer Belebung seiner Geschäfte, ein weiteres Fünftel geht jedoch von einer Verschlechterung aus. Die Aussichten sprechen gegen einen echten Wirtschaftsaufschwung.

Die Risiken, die die Geschäfte der Unternehmen in den kommenden Monaten zu belasten drohen, sind vielschichtig. An erster Stelle stehen die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen mit 77 Prozent der Nennungen. Das ist für die Region ein Negativrekord. Auch die Energie- und Rohstoffpreise werden mit 65 Prozent so häufig als Geschäftsrisiko genannt wie seit der Energiekrise 2022 nicht mehr. Die Arbeitskosten werden von den Unternehmen hingegen mit 61 Prozent an Nennungen etwas weniger häufig als Risiko bezeichnet als noch im Frühjahr. Auch der Fachkräftemangel ist in der Risikonennung mit 39 Prozent weiterhin rückläufig. Die fehlende Inlandsnachfrage bereitet etwa der Hälfte der Betriebe Sorgen.

Den verhaltenen Aussichten zum Trotz wollen die Unternehmen jedoch wieder mehr investieren. Ihre Investitionsabsichten erreichen den höchsten Wert seit 2019: 29 Prozent wollen wieder mehr investieren, 14 Prozent weniger. Am Arbeitsmarkt zeigen sich jedoch keine positiven Signale. Der Stellenabbau setzt sich fort, eine Trendwende ist nicht in Sicht. Hohe Arbeitskosten und die durchwachsenen Perspektiven zwingen 22 Prozent der Unternehmen dazu, Stellen zu streichen. Nur acht Prozent der Befragten streben mehr Beschäftigte an.

Schleicher: „Von einem wirklichen Aufschwung sind wir weit entfernt“

„Auch wenn sich die Stimmung in unseren Betrieben aufgehellt hat, muss uns die Rekordunzufriedenheit mit den wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen sehr zu denken geben. Die Lage bleibt alarmierend“, erklärt Stefan Schleicher, Vorsitzender des IHK-Regionalausschusses Weilheim-Schongau. „Die ausufernde, lähmende Bürokratie, eine immer höhere Regulierungsdichte zusammen mit mangelnder Planungssicherheit sind nicht die einzigen Wachstumshemmnisse. Auch die hohen Arbeitskosten und Energiepreise bremsen unsere Unternehmen massiv aus, untergraben ihre Wettbewerbsfähigkeit und lassen sie mit tiefen Sorgenfalten in die Zukunft blicken.“ Ein entschlossener Reformkurs der Bundesregierung, der die Unternehmen spürbar bei Bürokratie, Lohnnebenkosten und den Energiepreisen entlaste, sei zwingend erforderlich, so Schleicher. „Nur so kann die Politik das verspielte Vertrauen der Unternehmerinnen und Unternehmer in den Standort Deutschland zurückgewinnen“, lautet der Appell des Vorsitzenden.

Am Konjunkturbericht der IHK für München und Oberbayern für das Oberland haben sich Unternehmen aus den Landkreisen Weilheim-Schongau, Garmisch-Partenkirchen, Miesbach und Bad Tölz-Wolfratshausen beteiligt. Die Umfrage fand im September dieses Jahres statt. Der Bericht wird drei Mal im Jahr veröffentlicht.

Weitere Informationen zur regionale Konjunkturumfrage Region Oberland unter Regionale Konjunktur Oberland

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