Pressemeldung vom 28.10.2026

Wirtschaft in der Region Inn-Salzach legt wieder zu

Die Wirtschaft in der Region Inn-Salzach befindet sich im Aufwind. Nach der Eskalation im Nahen Osten und der folgenden Verunsicherung vom Frühjahr verbessern sich die Geschäfte in den heimischen Unternehmen im Herbst spürbar. Die Erwartungen für die kommenden Monate bleiben aber mager, wie der regionale Konjunkturbericht der IHK für München und Oberbayern zeigt. Ein echter Aufschwung in der Region bleibt also aus. Die durchwachsenen Aussichten in Kombination mit der hohen Kostenbelastung am Standort und einer großen Unzufriedenheit mit den wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen sorgen bei den Unternehmen weiterhin für Zurückhaltung bei ihren Investitions- und Beschäftigungsplänen.

Geschäftslage in Betrieben lässt Tief hinter sich, Erwartungen bleiben aber mager

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IHK-Regionalausschussvorsitzende Ingrid Obermeier-Osl

Die Geschäftslage verbessert sich gegenüber dem Frühjahr und im Vergleich zum Herbst 2025 deutlich: 39 Prozent der Unternehmen sind zufrieden mit ihren Geschäften, elf Prozent zeigen sich unzufrieden. Hintergrund der Aufhellung dürften die hohen schuldenfinanzierten Staatsausgaben sein, die die Auftragsbücher wieder etwas auffüllen und die Kapazitäten stärker auslasten. Der Ausblick auf die kommenden Monate bleibt hingegen mager. Zwar ziehen die Geschäftserwartungen spürbar an, bleiben aber leicht unter dem Langzeitdurchschnitt: 17 Prozent der Unternehmen rechnen mit besseren Geschäften, 18 Prozent gehen von einer Eintrübung aus.

Die Risikogemengelage bleibt auch im Herbst groß. Die Unzufriedenheit mit den wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen gibt zwar etwas nach, ist jedoch mit 64 Prozent das größte Risiko. Dabei wird vor allem die ausufernde Bürokratie beklagt. Auch das Risiko hoher Energie- und Rohstoffpreise (57 Prozent) verliert im Vergleich zum Frühjahr an Dramatik, bereitet aber weiterhin deutlich mehr als der Hälfte der Unternehmen Sorgen. In hohen Arbeitskosten (53 Prozent) sehen hingegen wieder mehr Betriebe als zuletzt ein Risiko. Die Sorge vor zu geringer Inlandsnachfrage beschäftigt weiterhin fast jedes zweite Unternehmen.

Die hohe Kostenbelastung am Standort und die breite Unzufriedenheit mit den wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen sorgen bei den Unternehmen für große Zurückhaltung bei ihren Inlandsinvestitionen. Nur 15 Prozent wollen Investitionen ausweiten, 34 Prozent der Unternehmen wollen hingegen weniger investieren. Bei den Personalplänen stehen die Zeichen weiterhin auf Stellenabbau, wenn auch in etwas geringer ausgeprägter Vehemenz als zuletzt: Elf Prozent der Betriebe wollen ihre Beschäftigung aufbauen, 21 Prozent wollen dagegen Stellen streichen. Eine Wende am Arbeitsmarkt zeichnet sich nicht ab. Im Gegenteil: Hohe Arbeitskosten und schwache Perspektiven zwingen viele Unternehmen zu Einsparungen und personellen Anpassungen.

Obermeier-Osl: Notwendige Reformen werden verschleppt

„Der Aufwind darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass ein echter Wirtschaftsaufschwung nicht in Sicht ist und wir sehnlichst auf die notwendigen Reformen warten“, erklärt Ingrid Obermeier-Osl, Vorsitzende des IHK-Regionalausschusses Altötting- Mühldorf und Vizepräsidentin der IHK. „Das größte Risiko sind die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen – das muss ein Weckruf sein! Statt den Unternehmen den Rücken zu stärken, verschleppt die Politik in Berlin notwendige Reformen. Das hat zur Folge, dass die Firmen weiter Stellen abbauen wollen und vermehrt im Ausland anstatt bei uns in der Region investieren.“ Obermeier-Osl macht deutlich, dass die Politik die Hebel für bessere wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen, zum Beispiel beim Bürokratieabbau oder im Steuer- und Sozialsystem, selbst in der Hand hat.

Die IHK hatte für ihren Konjunkturbericht Mitte bis Ende September zahlreiche Unternehmen in den Landkreisen Altötting und Mühldorf befragt. Dreimal im Jahr wird der IHK-Konjunkturbericht veröffentlicht.

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