Pressemeldung vom 28.10.2026

IHK-Konjunkturumfrage: Regionale Wirtschaft bewegt sich nur wenig aus dem Tal

Die Stimmung bei den Unternehmen in der Region Ingolstadt hat sich nach dem Rückschlag vom Frühjahr nur wenig stabilisiert. Der regionale IHK-Konjunkturindex legt um fünf Zähler auf 96 Punkte zu, bleibt damit aber weiterhin deutlich unter dem langjährigen Durchschnitt von 115 Punkten. Die Geschäfte laufen kaum besser; die Aussichten auf die kommenden Monate bleiben pessimistisch.

Große Zurückhaltung bei Investitions- und Beschäftigungsplänen

Zu ihrer aktuellen Lage befragt bezeichnen 29 Prozent der Betriebe ihre Geschäfte als gut und 24 Prozent als schlecht. Das ist ein ähnliches Bild wie bei der Frühjahrsumfrage. Immerhin zeichnet sich eine leichte Stabilisierung im Vergleich zum Herbst 2025 ab. Hintergrund dürften die hohen schuldenfinanzierten Staatsausgaben sein, die die Inlandsnachfrage im Jahresverlauf gestützt haben.

Die Geschäftserwartungen bleiben pessimistisch, auch wenn die Unternehmen den Schock vom Frühjahr zunehmend hinter sich lassen. Mit Blick auf die kommenden Monate rechnen nur 17 Prozent von ihnen mit einer Belebung ihrer Geschäfte, 29 Prozent gehen weiterhin von einer Verschlechterung aus. Damit setzt sich die seit Herbst 2023 andauernde Phase, in der die pessimistischen die optimistischen Unternehmensstimmen überwiegen, fort. Die Region kämpft mit einer tiefgreifenden Wachstumsschwäche.

Die Risiken, die die Geschäfte der Unternehmen in den kommenden Monaten zu belasten drohen, sind breit gestreut. An erster Stelle nennen die Betriebe die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen (69 Prozent). Dieser Wert bewegt sich nah an den Rekordwerten von 71 Prozent der Nennungen zu Jahresbeginn 2025 und 74 Prozent der Nennungen im Frühjahr 2025. Besonders angeprangert wird die Bürokratie. Die Dramatik bei den Energie- und Rohstoffpreisen lässt nach dem Schock vom Frühjahr dieses Jahres mit Beginn des Irankonflikts leicht nach. Der Wert liegt mit 64 Prozent der Nennungen aber immer noch auf einem hohen Niveau und über dem bayerischen Durchschnitt von 60 Prozent. Die Arbeitskosten (61 Prozent) und die Inlandsnachfrage (58 Prozent) lassen etwas in der Anzahl der Nennungen nach, bereiten den heimischen Unternehmen aber weiterhin Sorge.

Die Kombination aus durchwachsenen Aussichten und hoher Unzufriedenheit mit den wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen sorgen für schwache Investitionsabsichten der Unternehmen. 35 Prozent wollen in den kommenden Monaten weniger investieren, 16 Prozent mehr. Am Arbeitsmarkt setzt sich – mit etwas weniger Vehemenz – der Stellenabbau fort. 32 Prozent der Unternehmen wollen Stellen streichen, 18 Prozent der Befragten rechnen mit mehr Beschäftigung. Der Beschäftigungsabbau ist damit in der Region weiterhin stärker ausgeprägt als in Bayern insgesamt.

Schabmüller: „Von einem wirklichen Aufschwung sind wir weit entfernt“

„Auch wenn sich die Stimmung in unseren Betrieben ein wenig stabilisiert hat, muss uns die hohe Unzufriedenheit mit den wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen sehr zu denken geben“, erklärt Franz Schabmüller, IHK-Vizepräsident und Sprecher des IHK-Forums für die Region Ingolstadt. „Ausufernde Bürokratie, eine immer höhere Regulierungsdichte zusammen mit mangelnder Planungssicherheit sind zudem nicht die einzigen Wachstumshemmnisse. Auch die hohen Arbeitskosten und Energiepreise bremsen unsere Unternehmen aus, untergraben ihre Wettbewerbsfähigkeit und lassen sie mit Sorgenfalten in die Zukunft blicken.“ Ein entschlossener Reformkurs der Bundesregierung, der die Unternehmen insbesondere bei Bürokratie, den Lohnnebenkosten und den Energiepreisen entlaste, sei zwingend erforderlich, so Schabmüller. „Die Politik muss mit Entschlossenheit und klaren Entscheidungen jetzt alles dafür tun, dass unsere Unternehmerinnen und Unternehmer wieder Vertrauen in den Standort Deutschland zurückgewinnen“, appelliert der Sprecher des IHK-Forums.

Am Konjunkturbericht der IHK für München und Oberbayern für die Region Ingolstadt haben sich Unternehmen aus Ingolstadt und den Landkreisen Eichstätt, Pfaffenhofen sowie Neuburg-Schrobenhausen beteiligt. Die Umfrage fand im September dieses Jahres statt. Der Bericht wird drei Mal im Jahr veröffentlicht.

Weitere Informationen zur regionale Konjunkturumfrage Region Ingolstadt unter Regionale Konjunktur Region Ingolstadt

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