Herbst 2026: Leichter Aufwind in der bayerischen Wirtschaft
Der aus Lageurteilen und Erwartungen zusammengesetzte BIHK-Konjunkturindex legt gegenüber dem Frühjahr um 4 Zähler auf 105 Punkte zu und erreicht nach dem Rückschlag infolge der Eskalation des Irankonflikts wieder das Niveau vom Herbst 2025. Gleichzeitig liegt das Barometer weiterhin unter dem Langzeitdurchschnitt von 111 Punkten.
Nach zwei Jahren Dauertief lässt die Geschäftslage ihre Talsohle hinter sich. Mit 14 Punkten steigt der Saldo aus guten und schlechten Lageurteilen sowohl gegenüber dem Frühjahr als auch gegenüber Herbst 2025 um 5 Zähler an, bleibt jedoch unter dem Langzeitdurchschnitt von 17 Punkten. Hintergrund der Erholung sind die hohen schuldenfinanzierten Staatsausgaben, die die Inlandsnachfrage stützen. Auch die Auslandsnachfrage hat sich im Jahresverlauf von schwachem Niveau ausgehend verbessert. Die Dienstleister zeigen sich zufrieden. In der Industrie hat sich die Geschäftslage im Jahresverlauf erholt, auch wenn die Aufwärtsdynamik gegenüber dem Frühjahr schwach bleibt. Baugewerbe und Tourismus melden saisonüblich bessere Geschäfte als im Frühjahr, eine Belebung gegenüber Herbst 2025 bleibt jedoch aus. Der Handel ist weiterhin unzufrieden: Der schwache private Konsum ist vor allem für den Einzelhandel eine Belastung.
Die Aussichten für die kommenden Monate bleiben mager und sprechen gegen einen klassischen Wirtschaftsaufschwung. Zwar steigen die Geschäftserwartungen gegenüber dem Frühjahr um 3 Zähler auf -3 Punkte an, bleiben aber unter dem Niveau vom Herbst 2025. Auch liegt der Saldo seit nun fast fünf Jahren unter dem Langzeitdurchschnitt von 7 Punkten. Bei den Dienstleistern und in der Industrie halten sich optimistische und pessimistische Stimmen in etwa die Waage. Handel, Baugewerbe und Tourismus blicken dagegen pessimistisch auf die kommenden Monate.
Die Rekordunzufriedenheit der Unternehmen mit den wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen verdeutlicht, warum trotz der besser laufenden Geschäfte die Inlandsinvestitionen schwach bleiben. In der Industrie lässt die Investitionsbereitschaft am heimischen Standort sogar weiter nach, während die Auslandsinvestitionen spürbar anziehen. Derweil setzt sich der Stellenabbau in der bayerischen Wirtschaft fort, auch wenn sich die Abbaudynamik zuletzt verlangsamt hat.