Von Eva Müller-Tauber, 9/2026
Eine Zahlungsfrist geringfügig zu überschreiten und eine Rechnung später zu begleichen, das kann jedem Mal passieren. Da drückt man vor allem bei langjährigen, vertrauten Geschäftspartnern mal ein Auge zu. Doch wenn ein Kunde wiederholt nicht rechtzeitig oder gar nicht zahlt, der Hauptlieferant erneut mit Verzögerung liefert, wirkt sich das unmittelbar auf die Handlungsfähigkeit des eigenen Betriebs aus.
Hier sollten insbesondere Kleinunternehmer unbedingt hellhörig werden, rät IHK-Juristin Andrea Nützel. „Denn das ist mitunter ein Hinweis darauf, dass ein Geschäftspartner in einer Krise steckt, und gerade bei kleinen Unternehmern und Soloselbstständigen können sich bereits einzelne Forderungsausfälle erheblich auswirken, schlimmstenfalls sogar das eigene Unternehmen ebenfalls in Schieflage bringen“, warnt die Expertin.
Warnsignale nicht ausblenden
Besonders diese Zielgruppe neige – auch wegen der oft engen persönlichen Verbindung zu ihren Geschäftspartnern – häufiger dazu, zu lange abzuwarten, die Warnsignale einer Krise auszublenden, so Nützel. Ihre Erfahrung: „Ein Großteil stellt seine Leistungen trotz ausbleibender Zahlungen nicht ein, was zu hohen Außenständen bei einzelnen Geschäftspartnern führt.“ Das böse Erwachen folgt spätestens mit den Schreiben des Insolvenzverwalters, in dem dieser die Gläubiger dazu auffordert, ihre Insolvenzforderungen anzumelden.