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Mit dem Rad zum Kundentermin: eine Möglichkeit auch für Kleinunternehmer, den CO₂-Fußabdruck zu verkleinern

Mit dem Rad zum Kundentermin: eine Möglichkeit auch für Kleinunternehmer, den CO₂-Fußabdruck zu verkleinern

© Photo-Fire/Adobe Stock

Unter der Lupe: der CO₂-Fußabdruck

Was der Begriff bedeutet und warum ein geringer Carbon Footprint auch für Kleinbetriebe und Selbstständige relevant ist.

Von Josef Stelzer, 8/2026

Im Alltag entstehen Treibhausgasemissionen an vielen Stellen, etwa im Büro, im Ladengeschäft, unterwegs oder zuhause. Der Begriff CO2-Fußabdruck, englisch Carbon Footprint, ist vielen Menschen bekannt. Er beschreibt die CO2-Emissionen, die eine Person, ein Unternehmen, ein Produkt oder eine Dienstleistung verursacht.

Fachlich genauer ist heute die Bezeichnung Treibhausgas-Fußabdruck (THG-Fußabdruck). Denn für die Wirkung auf das Klima ist nicht nur Kohlendioxid (CO2) relevant, sondern auch andere Treibhausgase wie Methan (CH4) oder Lachgas (N2O). Ein THG-Fußabdruck erfasst deshalb die gesamten Emissionen aller wichtigen Treibhausgase über den gesamten Lebenszyklus eines Produkts, einer Dienstleistung, eines Unternehmens oder einer Person.

Damit die verschiedenen Gase vergleichbar werden, werden ihre Klimawirkungen in CO2-Äquivalente (CO2e) umgerechnet und zusammengefasst. Deshalb werden THG-Fußabdrücke meist in Tonnen oder Kilogramm CO2e angegeben.

Kleinbetriebe indirekt betroffen

Im Zusammenhang mit Unternehmen gilt es vor allem 2 Begriffe zu unterscheiden: den Product Carbon Footprint (PCF), der die Emissionen eines einzelnen Produktes betrachtet, sowie den Corporate Carbon Footprint (CCF), der die Treibhausgasbilanz eines gesamten Unternehmens darstellt.

Zwar sind nach den neuen europaweiten gesetzlichen Vorgaben meist nur Unternehmen mit mehr als 1.000 Mitarbeitenden und einem Umsatz von über 450 Millionen Euro verpflichtet ihre CO2-Bilanzen samt Carbon Footprints zu erstellen.

Doch Selbständige und Kleinunternehmen können indirekt betroffen sein. „Denkbar ist, dass mögliche Auftraggeber die Auftragsvergabe an die CO2-Intensität der Lieferanten oder Dienstleister koppeln“, sagt IHK-Experte Andri König.

Über 3 Kategorien zur THG-Bilanz

Wie wird der THG-Footprint für Unternehmen nun ermittelt? Erforderlich ist es hierzu die betrieblichen Emissionen in 3 Kategorien zu erfassen, zu berechnen und zu dokumentieren:

  • Scope 1: Direkte Emissionen beim Verbrauch fossiler Energien am Unternehmensstandort, zum Beispiel durch Heizungsanlagen, Klimatisierung oder Firmenfahrzeuge.
  • Scope 2: Indirekte Emissionen, die durch eingekaufte Energie entstehen, etwa Strom, Wärme, Kälte und Dampf. Der CO2-Ausstoß erfolgt jedoch außerhalb des eigenen Unternehmens, etwa beim Stromerzeuger.
  • Scope 3: Indirekte Emissionen entlang der Lieferkette durch eingekaufte Waren und Dienstleistungen, durch Rohstoffe, die ein Unternehmen in der Produktion nutzt, oder durch Pendelverkehre der Beschäftigten. Auch für spezifische Produkte oder Serviceleistungen, etwa Rechenzentren oder in der Logistik, lassen sich Carbon Footprints berechnen.

Mögliche Wettbewerbsvorteile

Ziel ist es, die Emissionen im Unternehmensalltag auf jährlicher Basis zu bilanzieren und durch die Vermeidung von Emissionen beziehungsweise Umsetzung von Effizienz- und Elektrifizierungsmaßnahmen die Emissionen kontinuierlich über die Jahre zu reduzieren. Eine solide Datengrundlage ist hier den ersten Schritt.

Den kontinuierlichen Fortschritt kann der Unternehmer nach außen kommunizieren. Das trägt zu einem positiven Image bei und kann unter Umständen auch helfen, bessere Finanzkonditionen zu erhalten. Bei der Kommunikation gilt es allerdings die Vorgaben der Empowering-Consumers-Richtlinie (EmpCo) zu Umweltaussagen zu beachten, die jetzt im September in Kraft tritt (siehe auch Artikel: „Fair“ und „Öko“ genügen nicht).

Online-Tool für die Berechnung

Für die Ermittlung der Treibhausgasbilanz haben sich Online-Tools bewährt. „Gerade für Selbstständige und Kleinunternehmer ist das kostenfrei nutzbare Tool ecocockpit der Effizienz-Agentur NRW empfehlenswert“, nennt IHK-Expertin Fanny Meierhofer ein Beispiel. Auf Grundlage von Verbrauchswerten, etwa für Strom, Kraftstoffe oder Materialmengen, erstellt es die THG-Bilanz. „Zudem liefert das Tool ein Zertifikat, das als Nachweis für die ermittelten Emissionen dient und das beispielsweise für die Kommunikation mit Lieferanten und Kunden verwendet werden kann“.

IHK-Info: Klimaschutz und Energiewende aus Unternehmenssicht

Wie sich die Themen Klimaschutz und Energiewende auf die Geschäftstätigkeit und Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen auswirken, welche Chancen und Herausforderungen sich für sie ergeben, darüber informiert die IHK ausführlich auf ihrer Website.