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Social Commerce macht sichtbar – Influencer helfen dabei

Social Commerce macht sichtbar – Influencer helfen dabei

© insta_photos/Adobe Stock

Neue Vertriebswege gehen

Onlinehandel heißt heute nicht mehr nur, einen Onlineshop zu betreiben, sondern auch über Social-Media-Plattformen zu verkaufen. Davon profitieren gerade auch kleinere Unternehmen.

Von Gabriele Lüke, 9/2026

Albrecht von Schultzendorff, Gründer von möhrengrün in München, hat mit seinem vegetarischen Hack-Allerlei aus getrockneten Pflanzen eine nachhaltige Foodinnovation am Start. Innovativ ist er auch im Vertrieb. Er verkauft seine Waren nicht nur über den Onlineshop auf seiner Website, sondern auch über Social Media: „Ich erreiche darüber zusätzliche Mitglieder meiner Zielgruppe, stärke meine Marke und erhoffe mir natürlich mehr Absatz.“

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Kooperiert mit Influencern – möhrengrün-Gründer Albrecht von Schultzendorff

Von Schultzendorff entschied sich für das chinesische Portal TikTok beziehungsweise TikTokShop, die neue Verkaufsfunktion, die TikTok seit 2025 auch in Deutschland anbietet. „Um den Verkauf anzukurbeln, beauftrage ich vor allem das TikTok-Influencernetzwerk. Die Creators bewerben mein Produkt für mich und bringen die Reichweite“, erläutert er. „Social Commerce wird immer wichtiger. Wir müssen als Hersteller und Händler dorthin gehen, wo die Kunden ihre Zeit verbringen – und das sind eben vielfach die sozialen Medien.“

Vertriebsschub durch Social Media

IHK-Handelsreferent Peter Groten sieht das ähnlich. Zumal sogenannte In-App-Verkäufe schon seit einiger Zeit zum Angebot der meisten Social-Media-Kanäle gehören. Bei TikTokShop kann der Käufer vom Anschauen bis Bezahlen sogar alles in der App, also medienbruchfrei abwickeln. Bei Instagram Shopping wird zum Bezahlen auf eine externe Website weitergeleitet. „Social Commerce ist eine gute Erweiterung der Onlinestrategie. Gerade auch kleine Handelsunternehmen können davon profitieren, ihre Sichtbarkeit erhöhen und den Vertrieb fördern“, so Groten.

Wer einmal beginnt, über Social Media seine Produkte zu präsentieren, muss allerdings mehrmals wöchentlich mit Posts, Fotos, Reels oder Aktionen aktiv sein und in Kontakt mit seinen Followern treten, sonst springen sie ab. Social Commerce erfordert Zeit und personelle Kapazitäten. Das müssen Selbstständige bedenken. Dorothee von Krshiwoblozki, IHK-Referentin Selbstständige, betont: „Social Commerce kann gerade für kleinere Unternehmen eine gute Möglichkeit sein, neue Kundengruppen zu erreichen. Wichtig ist, die passenden Plattformen auszuwählen und die Aktivitäten so zu planen, dass sie dauerhaft zum Geschäftsalltag passen.“

Gute Basis: eigener Onlineshop

Wie können kleine Firmen also vorgehen? „Ein eigener Onlineshop ist eine gute Basis. Es gibt genügend vorgefertigte Tools, ein Onlineshop ist heute keine Herausforderung mehr“, sagt IHK-Digitalisierungsreferent Bernhard Kux. Da nicht jeder Social-Media-Kanal einen medienbruchfreien Verkauf ermöglicht, kann über den Shop dann auch der Kaufabschluss abgewickelt werden. Kux betont: „Bezüglich der Social-Media-Portale geht es nicht darum, alle zu bedienen, sondern abzuwägen, wo die Zielgruppe sich am ehesten aufhält, welche Kanäle passen.“ Seine Tipps für den Einstieg:

  • Ziele definieren – was will ich mit Social-Media-Marketing erreichen? ‎
  • Zielgruppen definieren – wen will ich ansprechen?
  • Inhalte festlegen – was will ich kommunizieren?
  • Mitbewerber analysieren – welche Strategien verfolgen die Konkurrenten?
  • Social-Media-Kanäle definieren – welche Plattformen eignen sich am besten für die eigene Zielgruppe?
  • Kanäle verknüpfen – wie vernetze ich Social-Media mit dem kompletten Marketing-Mix?
  • Social-Media-Controlling durchführen – welche Kennzahlen sind ‎wichtig für die Erfolgsmessung?‎

„Sinnvoll kann zudem sein, auf Provisionsbasis Influencer einzubinden oder sich mit Geschäftspartnern zusammenzutun und die Reichweite zu erhöhen“, ergänzt IHK-Handelsexperte Groten.

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Ist begeistert vom Live-Shopping – Modeexpertin Karin Elsperger

Karin Elsperger macht ebenfalls gute Erfahrungen mit Social Media, speziell mit Live-Shopping-Events auf Instagram. Sie ist Inhaberin der gleichnamigen Modeagentur in München und verkauft Damenmode italienischer Hersteller an ausgewählte Einzelhändler. Mit diesen hat sie sich nun zusammengetan. „Wir bestimmen einen Termin und ein Thema – ein Blusen-Special, neue Kaschmirwaren oder auch Schuhe. Dann komme ich mit den Kollektionen in den Laden, wir schalten die Kamera an und gehen live“, erzählt sie. „Die Zuschauerinnen stellen Fragen, wir beraten sie, zeigen ergänzende Accessoires.“ Das komme gut an und führe nicht selten zum Direktverkauf. „Damit es funktioniert, braucht man den richtigen Kooperationspartner, das passende Zeitfenster am Abend oder Samstag und ausgefallene Ware – und man muss natürlich Zeit für die Nachbereitung und den Versand einplanen“, betont sie. „Social Commerce, vor allem auch Liveformate, machen mir persönlich viel Spaß und sind inzwischen ein wichtiges Vertriebsstandbein für mich geworden.“

IHK-Info: Podcast zum Liveshopping mit Karin Elsperger

Karin Elsperger, Unternehmerin und Vizepräsidentin der IHK für München und Oberbayern, spricht im Podcast mit IHK-Referentin Dorthee von Krshiwoblozki über ihre Erfahrungen mit Liveshopping auf Instagram. Den Podcast gibt es hier:
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Weitere Informationen zum Social-Media-Marketing gibt es hier auf der IHK-Website.