IHK-Jahresempfang 2026

Stammtisch der Rekorde

IHK-Jahresempfang mit Super-Resonanz: Rund 600 Teilnehmer, Ministerpräsident Söder wirbt für Zuversicht und betont Bayerns Stärken.

Er gilt ohnehin als Top-Event der oberbayerischen Wirtschaft, aber das Format wird anscheinend immer attraktiver: Der neue IHK-Präsident Peter Inselkammer eröffnete den IHK-Jahresempfang 2026 am 16. Juli mit dem Hinweis, man sei von der Resonanz förmlich überrollt worden. „Ich habe mich gefragt: Kommen die alle wegen mir?“, sagte Inselkammer. Nach der 800. Anmeldung habe man das Ganze geschlossen. Sold out.

Rund 600 Gäste kamen dann an diesem Donnerstag tatsächlich zur Veranstaltung. Und die wurden von dem Event sicher nicht enttäuscht. Bier, Blasmusik, Brezn, die Räumlichkeiten und Freifläche vor der IHK, ein warmer Juli-Abend – aus Sicht der IHK-Orga ist schon das eine sichere Bank. Inselkammer sprach vom „größten Stammtisch der Wirtschaft in München“ und versicherte, das Essen und Trinken werde an diesem Abend sicher nicht ausgehen.

Inselkammer: „Wir wollen bei den Besten mitspielen“

IHK-Präsident Peter Inselkammer

Peter Inselkammer, Präsident der IHK für München und Oberbayern

Inselkammer erklärte den Erfolg dieser Veranstaltung auch mit dem „Leistungsversprechen der IHK“. Und das laute für diesen Abend: netzwerken, Kontakte knüpfen, mit Vertretern des Haupt- und Ehrenamts ins Gespräch kommen. Die Kraft des Ehrenamts sei die große Stärke der IHK. Rund 11.000 Ehrenamtliche engagierten sich in der IHK.

Inselkammer erinnerte daran, dass er nur eine Woche zuvor in diesem Gebäude zum Präsidenten gewählt worden sei - und natürlich werde seine Arbeit geprägt von der größten Krise, die das Land seit Kriegsende erlebt habe. Inselkammer suchte eine Analogie zum kläglichen Ausscheiden der deutschen Nationalmannschaft bei der Fußball-WM. „Wir haben einen anderen Anspruch, wir wollen bei den Besten mitspielen“, versicherte er.

Inselkammer sagte weiter, nur im engen Schulterschluss mit der Politik komme die Wirtschaft aus der Krise raus. Die Basis dafür sei fraglos da. In München und Oberbayern gebe es super Unternehmen mit tollen Produkten und Dienstleistungen. Dieses Potenzial müsse man erschließen. „Wir alle wissen: Es muss jetzt etwas passieren“, stellte er fest.

Als ermutigend wertete er, dass die Bundesregierung mit ihrem Reformpaket die ersten guten Schritte gemacht habe. Ebenso positiv äußerte sich Inselkammer über das Gespräch der IHK-Spitzen mit dem CSU-Präsidium. Es gebe Konsens über die Einsicht, dass man gemeinsam den „Weg der Reformen“ weitergehen müsse.

Söder: „Die Welt hat sich fundamental verändert.“

Markus Söder

Dr. Markus Söder, bayerischer Ministerpräsident

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) griff die Vorlage dankbar auf. Die Sorge, Söder könnte aufgrund seiner neuen Kommunikationsstrategie (weniger Polemik, mehr Demut und so weiter) nicht mehr so spannend sein, war unbegründet. Söder kann es noch. Er erinnerte daran, wie er via Hochzeit vom IHK-Skeptiker zum IHK-Fan mutiert sei. Und er erinnerte an „die unglaubliche Leistung“, die die IHK während der Coronazeit für die Bewilligung der Staatshilfen gezeigt habe.

„Wirtschaft zuerst“. Laut Söder ist das das Gebot der Stunde. Für ihn ist das auch entscheidend für den Zusammenhalt des Landes. Wenn die Politik nicht mehr in der Lage sei, das Wohlstandsversprechen für seine Bürger einzulösen, gefährde das die Demokratie. Was droht, machte Söder deutlich: „Ich will nicht, dass unser Land von Radikalen regiert wird.“ Der Grund für die heutige Misere, liegt für Söder auf der Hand: „Die Welt hat sich fundamental verändert.“

Die Konsequenzen sind für ihn ebenso klar: Damit aufhören, die Welt mit Instrumenten wie dem Lieferkettengesetz glücklich zu machen. Man müsse auch nicht jede EU-Richtlinie national nachschärfen. Was laut Söder Hoffnung macht, ist zudem das Reformpaket der Bundesregierung. Das sei zwar noch nicht der „Big Bang“, aber endlich gehe im Land wieder etwas voran.

„Wir haben in den vergangenen drei Wochen mehr umgesetzt, als ich gehofft hatte“, sagte Söder. Man habe gute Schritte bei Rente und Gesundheitssystem hinbekommen, der Bürokratieabbau komme voran. Mit dem Infrastrukturgesetz schränke man ein, was viele Projekte blockiert habe: Verbandsklagerecht und überzogene Umweltauflagen. Ein wichtiges Signal für Investoren sei, dass die Bundesregierung Pläne zur Verstaatlichung von Wohnungsgesellschaften untersagt habe.

Söder sagte das, was man im Atrium und im Thierschsaal gerne hörte: Mit ihm werde es keine Verschärfung der Erbschaftsteuer und Substanzbesteuerung geben. Und dann tat Söder, was er am besten kann: Über das beste Bundesland der Welt (Bayern) reden. Beispiel Nummer eins: „Das Oktoberfest hat mehr Besucher als jeweils 11 Bundesländer Einwohner haben.“ Nummer zwei: „Wir Bayern werden nie Kaiser, König oder Kanzler.“ Champions seien sie trotzdem – bei der Innovation.

Laut Söder gibt es drei Dinge, die Bayern jetzt helfen: „Technologie, Technologie, Technologie“. Und da sei man gut unterwegs mit Luft- und Raumfahrt, Medizintechnik, Robotik und den besten Deeptech-Startups des Landes. Zudem profitiere man vom Boom der Rüstungsindustrie. Dafür habe Bayern mit sechs Milliarden Euro für seine Hightech-Strategie den Grundstein gelegt. Nun beginne bereits die Ernte. In Bayern, da war sich Söder sicher, fange die Zukunft erst richtig an.

Prominente Gäste beim IHK-Jahresempfang

Dr. Manfred Gößl

Dr. Manfred Gößl, Hauptgeschäftsführer der IHK für München und Oberbayern

Danach kam der Abend so richtig in Fahrt. Peter Inselkammer löste das Versprechen ein, „ein super Bier“ auszuschenken. Viel Prominenz beteiligte sich an den informellen Gesprächsrunden, die sich an den Stehtischen bildeten. Gesichtet wurden etwa Landtagspräsidentin Ilse Aigner, die Staatsminister Ulrike Scharf und Markus Blume (alle CSU), der Handwerkspräsident Franz-Xaver Peteranderl, Prof. Ursula Münch von der Akademie für Politische Bildung in Tutzing, der Erzbischof Reinhard Marx und Charlotte Knobloch, Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde.

Auch die Fläche zeigte Präsenz mit den OBs der Stadt Rosenheim (Abuzar Erdogan) und Ingolstadt (Michael Kern) sowie den Landräten Robert Niedergesäß (Ebersberg) und Stefan Löwl (Dachau). Und der Jahresempfang erwies sich erneut als Gipfeltreffen des IHK-Ehrenamts. Im ersten Durchlauf wurden gesichtet aus dem IHK-Präsidium: Karin Elsperger, Christian Krömer, Ingrid Obermeier-Osl und Otto Heinz.

Mitgefeiert haben zudem IHK-Ehrenpräsident Eberhard Sasse und viele Mitglieder aus der IHK-Vollversammung und den Regionalaussschüssen. Dazu gehörten u.a. Laura Sasse, Denise Amrhein, Klaus Bauer, Kathrin Lehmann, Detlef Dörré (Ehrenmitglied des Plenums), Michael Zink, Korbinian Baur, Alexander Bitzer, Franziska Steiner-Grätz, Beate Mader und Erika Schindecker.