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Politprominenz zu Gast – Sozialministerin Ulrike Scharf und Ministerpräsident Markus Söder mit IHK-Hauptgeschäftsführer Manfred Gößl und IHK-Präsident Peter Inselkammer (v.l.)

Politprominenz zu Gast – Sozialministerin Ulrike Scharf und Ministerpräsident Markus Söder mit IHK-Hauptgeschäftsführer Manfred Gößl und IHK-Präsident Peter Inselkammer (v.l.)

© Das Kraftbild

Stammtisch der Superlative

IHK-Jahresempfang: Rekordbesuch mit mehr als 600 Teilnehmern – Ministerpräsident Markus Söder wirbt für Zuversicht und betont Bayerns Stärken.

Von Martin Armbruster, IHK-Magazin 9/2026

In der jetzigen Krisenstimmung so ein Event erfolgreich hinzubekommen, das ist alles andere als selbstverständlich. Entsprechend gelöst äußerte sich der Hausherr, Hauptgeschäftsführer Manfred Gößl, über den Verlauf des IHK-Jahresempfangs 2026, der Mitte Juli im IHK-Stammhaus stattfand. „So gut war die Stimmung noch nie“, befand Gößl.

Der neue IHK-Präsident Peter Inselkammer eröffnete den Abend mit dem Hinweis, man sei von der Nachfrage förmlich überrollt worden. Nach der 800. Anmeldung habe man das Ganze geschlossen. Sold out. Das gab es noch nie. Rund 620 Gäste kamen dann in die IHK. Damit wurden die Rekordzahlen der vergangenen beiden Jahre nochmals übertroffen.

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Bester Stimmung – mehr als 600 Besucher kamen zum großen Jahresempfang ins Stammhaus der IHK für München und Oberbayern

Inselkammer schürte die ohnehin hohen Erwartungen der Gäste: „Es gibt gleich ein heimisches Spitzenbier.“ Der Präsident stach dann persönlich mit 2 Schlägen ein Fass Ayinger an und reichte dem Bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder (CSU) das erste Krügerl. Auch das gab es bei dem Jahresempfang noch nie.

Kraft des Ehrenamts ist großes Plus

Inselkammer sprach vom „größten Stammtisch der Wirtschaft in München“, bei dem es um Netzwerken, Kontakte knüpfen und einen guten Austausch zwischen Wirtschaft, Politik, konsularischem Corps und Gästen aus allen gesellschaftlichen Gruppen geht. Besonders hob er die ehrenamtlich Engagierten hervor. Die Kraft des Ehrenamts sei die große Stärke der IHK.

Mehr als 11.000 Ehrenamtliche engagierten sich in der IHK. Inselkammer erinnerte daran, dass er nur 1 Woche zuvor zum IHK-Präsidenten gewählt worden sei. Und leider stecke man deutschlandweit tief drin in der größten Krise der Nachkriegszeit. Er verglich die Lage der deutschen Wirtschaft mit der kläglichen Performance der deutschen Nationalmannschaft bei der Fußball-WM: „Wir in Bayern haben einen anderen Anspruch, wir wollen bei den Besten mitspielen.“

Das Potenzial dazu sei da. Im IHK-Bezirk gebe es großartige Unternehmen. Im Schulterschluss mit der Politik müsse man nun den Schalter umlegen, um wieder nach vorn zu kommen. „Wir alle wissen: Es muss jetzt etwas passieren“, stellte Inselkammer fest.

„Wirtschaft zuerst“ als Gebot der Stunde

Söder griff die Vorlage dankbar auf. Im Schnelldurchlauf fasste der Ministerpräsident alles zusammen, woran Deutschland krankt. „Wirtschaft zuerst“ – das ist für ihn das Gebot der Stunde, das hält er auch für entscheidend für den Zusammenhalt des Landes. Wenn die Politik nicht mehr in der Lage sei, das Wohlstandsversprechen für seine Bürger einzulösen, gefährde das die Demokratie. Was droht, machte Söder klar: „Ich will nicht, dass unser Land von Radikalen regiert wird.“

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„Wirtschaft zuerst“, forderte Bayerns Ministerpräsident Markus Söder in seiner Gastrede im Atrium

Die Konsequenzen sind für ihn ebenso klar: mehr auf die eigene Wettbewerbsfähigkeit schauen und damit aufhören, die Welt etwa mit dem Lieferkettengesetz zu beglücken. Man dürfe auch nicht jede EU-Richtlinie national nachschärfen. Was laut Söder Hoffnung macht, ist das Reformpaket der Bundesregierung. Das sei zwar nicht der „Big Bang“, aber endlich gehe im Land wieder etwas voran.

Berliner Reformpaket lässt hoffen

Mit dem beschlossenen Infrastruktur-Zukunftsgesetz löse man auf, was viele Projekte blockiert habe: Verbandsklagerecht und überzogene Umweltauflagen. Überdies habe die Bundesregierung die Kraft gehabt, ein drohendes Übel abzuwenden: die Berliner Landespläne zur Verstaatlichung großer Wohnungsgesellschaften. Söder sagte das, was man im Atrium und im Thiersch-Saal mit Applaus bekräftigte: keine Verschärfung der Erbschaftsteuer, Ja zum Erhalt der Minijobs und her mit der Senkung der Stromsteuer für alle.

Und dann tat Söder, was er am besten kann, er sprach über das beste Bundesland der Welt. Beispiel Nummer 1: „Das Oktoberfest hat mehr Besucher als 11 Bundesländer Einwohner haben.“ Nummer 2: „Wir Bayern werden nicht Kaiser, König oder Kanzler“, dafür seien wir Champions bei Hightech und Innovation.

Bayern Hightech-Land Nummer 1

Laut Söder gibt es 3 Dinge, die Bayern an der Spitze halten: „Technologie, Technologie, Technologie.“ Da sei man besonders gut unterwegs mit Luft- und Raumfahrt, Biotechnik, Robotik, den meisten und besten Deeptech-Start-ups des Landes, man profitiere vom Boom der Rüstungsindustrie. Dafür habe Bayern mit 6 Milliarden Euro für seine Hightech-Strategie den Grundstein gelegt. Nun beginne bereits die Ernte. In Bayern, da war sich Söder sicher, fange die Zukunft erst an.

Danach kam der Abend so richtig in Fahrt. Es gab alles, was man von einem Sommerfest erwartet. Bier, Brezn, Blasmusik und Kaiserschmarrn, ein warmer Juli-Abend, die bewährten Locations im IHK-Stammhaus.

Gut angenommen wurde die Möglichkeit zur Aufnahme eines Beitrags für die DIHK-Kampagne „Wir unternehmen das“, deren Ziel es ist, ein positives Unternehmerbild in Deutschland zu stärken. Unternehmer und Ehrenamtliche konnten von sich ein Porträt machen lassen mit dem Slogan „Ja, ich bin Möglichmacher“, „Ideengeberin“ oder „Zukunftsgestalter“.

Positives Gäste-Feedback

Wie gut das Ganze ankam, zeigen die Einträge der Gäste auf Social Media. Andreas Brinkmann schreibt „Danke an die IHK für einen rundum gelungenen Abend“. David Capriati erklärt, der Termin sei für ihn ein Highlight im Veranstaltungskalender. David-Pierce Brill beschreibt das Event als „schönes Fest mit dem Who's who der bayerischen Politik und Wirtschaft“. Und Florian Fahr betont, der IHK-Jahresempfang zeige, wie wichtig der persönliche Austausch sei.

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Im Austausch – Ilse Aigner, Präsidentin des Bayerischen Landtags, mit IHK-Präsident Peter Inselkammer

An diesem Austausch war auch viel Prominenz interessiert. Sie alle suchten das Gespräch: die Bayerische Landtagspräsidentin Ilse Aigner, Sozialministerin Ulrike Scharf (beide CSU), DEHOGA-Bayern-Präsidentin Angela Inselkammer, Handwerkskammerpräsident Franz Xaver Peteranderl, der Erzbischof von München und Freising Reinhard Kardinal Marx, die Politologin Ursula Münch sowie Charlotte Knobloch, Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern.

Ein Stelldichein der Polit-Prominenz

Zu den VIPs zählten zum Beispiel auch der Vorsitzende der CSU-Landtagsfraktion Klaus Holetschek, die Europaabgeordnete Christine Singer (Freie Wähler) und der CSU-Bundestagsabgeordnete Hans Theiss. Starke Präsenz zeigten die Grünen mit Katharina Schulze, der Vorsitzenden der Landtagsfraktion, Landtagsvizepräsident Ludwig Hartmann, dem Landtagsabgeordneten Johannes Becher und der Landesvorsitzenden Eva Lettenbauer.

Erfreulich aus IHK-Sicht war ferner das kommunalpolitische Interesse an dem Empfang. Zu den Gästen gehörten Rosenheims neuer Oberbürgermeister Abuzar Erdogan (SPD), Ingolstadts Oberbürgermeister Michael Kern (CSU) und Münchens Stadtreferenten Beatrix Zurek (Gesundheit) und Christian Scharpf (Wirtschaft). Der Jahresempfang geriet zudem erneut zum Gipfeltreffen des IHK-Ehrenamts.

Das neue IHK-Präsidium und die frisch gewählten Vorsitzenden der IHK-Regionalausschüsse waren fast komplett vertreten. Trotz des gegen 22 Uhr aufziehenden Gewitters setzten viele Gäste ihren lockeren Austausch noch lange am IHK-Wirtschaftsstammtisch fort.