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Beitrag zur Nachhaltigkeit: Strom sparen mit der Steckerleiste

Beitrag zur Nachhaltigkeit: Strom sparen mit der Steckerleiste

© benjaminnolte/Adobe Stock

Nachhaltigkeit? Unbedingt!

Nachhaltigkeit ist keine Frage der Unternehmensgröße. Wie Selbstständige und kleine Unternehmen begeistert beitragen.

Von Gabriele Lüke, 7/2026

Klein, aber fein. Egal ob sie ihr Geschäftsmodell gleich auf Nachhaltigkeit ausrichten oder die Nachhaltigkeit bei all ihren Geschäftsaktivitäten im Blick behalten – die 4 nachfolgenden Beispiele zeigen, wie auch kleine Betriebe wirkungsvoll zu mehr Nachhaltigkeit beitragen können und warum sie ihnen wichtig ist.

„Nachhaltigkeit muss attraktiv sein“

Heidi Triska, „abgefüllt & unverpackt“, München, soloselbstständig

Nicht nur über Nachhaltigkeit reden, sondern sie praktisch voranbringen – das war mein Antritt, als ich im Jahr 2019 meinen Laden „abgefüllt & unverpackt“ gründete. Auf 24 Quadratmetern verkaufe ich seitdem Hygieneartikel für Küche und Bad – wie der Name des Ladens schon sagt: unverpackt oder in Mehrwegverpackungen, die die Kunden wieder mitbringen und erneut füllen.

Die Zusammensetzung aller Seifen, Spülmittel, Putzmittel und Cremes ist natürlich auf Bio-Basis. Darüber hinaus verkaufe ich Upcycling Produkte wie Armbänder aus gebrauchten, ausgemusterten und defekten Kite-Leinen oder Taschen aus alten Reissäcken. All das spart auf der einen Seite Verpackungen, vor allem Plastik. Auf der anderen Seite bleiben Materialien im Wertstoffkreislauf.

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Heidi Triska, „abgefüllt & unverpackt“, München

Soziale Nachhaltigkeit mitdenken

Auch achte ich auf kurze Wege, arbeite daher vor allem mit regionalen Manufakturen zusammen. Wenn sich im Umfeld eine neue nachhaltige Produktion gründet, die zu meinem Konzept passt, nehme ich die Produkte gern ins Sortiment und unterstütze die Gründung so. Zuletzt war es eine Körperseife aus Kaffeesatz – Kaffee ist ja sehr fetthaltig und gut für die Haut. Bei wenigen Produkten wie Shea-Butter nehme ich auch längere Lieferwege in Kauf, weil ich damit zum Beispiel Frauenkooperativen in Ghana unterstützen kann. Nachhaltigkeit muss immer auch sozial sein.

Glück durch Sinn

Zugleich ist mir wichtig, dass die Dinge, die ich verkaufe, schön sind. Ich habe früher in einer Beauty-Redaktion gearbeitet. Das hat mir gezeigt: Nachhaltigkeit darf nicht verhärmt oder langweilig daherkommen. Sie soll Spaß machen, muss attraktiv sein.

Die Kundschaft nimmt das gut an. Wohl auch, weil ich sie ausführlich berate. Denn nur wenn sie die Produkte richtig anwenden, ihnen vertrauen können, ihre Geschichte kennen, benutzen sie sie auch dauerhaft und kommen wieder. Ich werde mit meinem Laden nicht reich, aber die Nachhaltigkeit ist mir wichtiger. Wir haben nur diese eine, inzwischen arg gebeutelte Erde. Was ich tue, gibt mir Sinn, macht mich glücklich – und hilft hoffentlich.

„Ich bekenne mich öffentlich zu Nachhaltigkeit“

Javier Castro, Jocv Sustainability – Nachhaltigkeitsberatung, München, soloselbstständig

Ich bin in Ecuador geboren – wir haben die wunderbarsten und artenreichsten Regenwälder der Erde. Unsere Regenwälder zeigen zugleich aber auch nachdrücklich und schonungslos, was es bedeutet, nicht nachhaltig zu wirtschaften. Denn sie sind durch Abholzung, Bergbau und Ölförderung massiv geschädigt. Das Grauen über diese Zerstörung hat meinen beruflichen Weg mitbestimmt.

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Javier Castro, Jocv Sustainability – Nachhaltigkeitsberatung, München

Als Diplomchemiker habe ich zunächst viele Jahre unter anderem beim TÜV SÜD als Angestellter im Bereich der Nachhaltigkeit gearbeitet. Nun bin ich mit Jocv Sustainibilty in München selbstständig. Meine Geschäftsidee: Der Markt wird zunehmend von einer wachsenden Anzahl an Nachhaltigkeitsstandards geprägt. Damit diese seriös sind, müssen sie auf objektiv mess- und überprüfbaren Kriterien beruhen.

Gegen Greenwashing

Ich helfe den Standardgebern mit meiner technischen und organisatorischen Expertise dabei, die Kriterien zu entwickeln: Was ist überhaupt zertifizierbar? Welche Anforderung kann man wie prüfen und vergleichbar machen? Zugleich schule ich die Auditoren und Prüfer dieser Standards. Wenn Kunden es nicht ernst meinen, zum Beispiel nur Lobby-Nachhaltigkeitszertifikate oder Greenwashing-Aussagen entwickeln wollen, erlaube ich mir im Übrigen, eine Anfrage abzusagen.

Geschäftlich und privat

Nicht nur über mein Geschäftsmodell möchte ich mehr Nachhaltigkeit anstoßen und helfen, dass wir die 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung und das 1,5-Grad-Ziel doch noch erreichen. Auch als Mitglied im Expertengremium des Integrity Council for the Voluntary Carbon Market (ICVCM) unterstütze ich die nachhaltige Entwicklung: ICVCM hat sich zum Ziel gesetzt, die Integrität des freiwilligen CO2-Marktes zu erhöhen.

Und auch in meinem persönlichen Alltag bilde ich mich in Nachhaltigkeitsfragen weiter fort, reduziere meinen persönlichen CO2-Fußabdruck, fliege nicht innerhalb Europas, esse wenig Fleisch, bekenne mich öffentlich zu Nachhaltigkeit etwa auf LinkedIn. So kann ich geschäftlich und privat für mehr Nachhaltigkeit wirken.

„Nachhaltigkeit lässt mich besser schlafen“

Maren Martschenko I Martschenko – Markenberatung, Gstadt am Chiemsee, soloselbstständig

Als Markenberaterin für Solopreneure, Start-ups und kleine Unternehmen habe ich keinen besonders großen geschäftlichen CO2-Fußabdruck. Dennoch gehen mich Nachhaltigkeit und Klimaschutz etwas an – ich sehe mich als mitverantwortlich für eine nachhaltige Zukunft.

Deshalb leiste ich meinen Beitrag und versuche dabei, so ganzheitlich, so sozial und ökologisch wie möglich vorzugehen. Ganz im Sinne der 17 Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen von 2015. Und das heißt auch, mich immer neuen Entwicklungen zu stellen.

Da ich viel digital arbeite, beschäftigt mich im Moment natürlich die Künstliche Intelligenz: Die Rechenzentren, über die das Training der KI-Modelle und ihr Betrieb laufen, verbrauchen an sich schon enorm viel Strom. Darüber hinaus müssen sie gekühlt und belüftet werden. Klar ist auch: mehr KI, mehr Rechenzentren, noch mehr Strom.

Europäische Lösungen

Ich versuche daher meinen persönlichen KI-Einsatz in Grenzen zu halten, lasse mir die generierten Tokens anzeigen. Denn jeder generierte Token bedeutet Stromverbrauch, den ich aber besser aussteuern, also auch reduzieren kann, wenn ich die Anzahl der Tokens kenne.

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Maren Martschenko I Martschenko – Markenberatung, Gstadt am Chiemsee

Zudem hoste ich die KI-Bots und -Modelle lokal über einen eigenen Server, damit ich Ökostrom nutzen kann. Auch wähle ich nur solche Anbieter, die der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) entsprechen. Das bedeutet auch, Schritt für Schritt US-amerikanische Lösungen durch europäische zu ersetzen. Daten sind ein Vertrauensgeschenk meiner Kunden, mit dem ich verantwortungsbewusst umgehe. Diese ethische Seite gehört auch zur Nachhaltigkeit.

Alle Bereiche angehen

Was ich schon länger tue: Ich beziehe nicht nur Ökostrom, ich setze auch energiesparende Geräte ein, nutze die nachhaltige Suchmaschine Ecosia. So wie ich sparsam KI nutze, poste ich wenig, aber sehr gezielt. Ich nehme die Bahn statt Auto oder Flugzeug, zahle meinen freien Mitarbeitenden faire Honorare. Nicht zuletzt versuche ich, auch bei Kunden und Partnern Bewusstsein zu schaffen, in dem ich Nachhaltigkeit immer wieder thematisiere oder entsprechend des Carbon-Footprints Bäume pflanze, statt Weihnachtsgeschenke zu verschicken. All das lässt mich besser schlafen.

„Nachhaltigkeit ist ein positiver Nebeneffekt unserer Arbeit“

Jan Hawliczek, Die Grüne 3 GmbH, Ingolstadt, Team aus 11 Personen

Unser Unternehmen heißt „Die Grüne 3“. Das geht auf ein grünes Logo und drei Freunde zurück. Die Nachhaltigkeit stand bei Namensgebung und Geschäftsentwicklung also nicht Pate. Wichtig ist sie uns dennoch – noch wichtiger, seitdem wir als Geschäftsführer-Ehepaar Kinder haben, denen wir eine intakte Welt hinterlassen wollen.

Wir haben zwei Standbeine. Zum einen bieten wir Active-Sourcing-as-a-Service an. Wir sind eine Art ausgegliederte Recruitingabteilung, die für andere Unternehmen ganz gezielt Mitarbeitende sucht. Über Businessnetzwerke und Lebenslaufdatenbanken ermitteln wir geeignete Personen, sprechen sie individuell und persönlich initiativ an, qualifizieren sie vor. Die Kunden bekommen von uns somit passgenaue Vorschläge und sparen es sich, Hunderte oft unspezifische Bewerbungen selbst durchzuschauen. Zudem schulen wir mit unserer Academy Personal- und Recruitingabteilungen, wie sie selbst gezielter rekrutieren.

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Jan Hawliczek, Die Grüne 3 GmbH, Ingolstadt

Anregungen weitergeben

Durch diese Art der Rekrutierung gewinnen wir aber auch Erkenntnisse, aus denen wir Nachhaltigkeitsimpulse für unsere Kunden ableiten können – quasi als Nebeneffekt. Wir fragen immer auch, was ein Kandidat, eine Kandidatin von dem suchenden Unternehmen hält, wie er das Prestige des Unternehmens als Arbeitgeber sieht, was er in Bezug auf Produkte, Prozesse, Führungskultur oder Werte erwartet. Dies spiegeln wir dem Kunden zurück. Daraus kann er Rückschlüsse ziehen: Ist er schon mitarbeiterorientiert genug? Sind die Produkte umweltfreundlich, die Lieferketten fair genug? So fördern wir indirekt auch seine nachhaltige Positionierung.

Werthaltige Werbemittel

Wir tun aber auch einiges direkt: Unser Messestand ist wiederverwendbar. Unsere Schreibtische habe ich selbst aus Vollholz gebaut. Das Firmenauto ist ein E-Fahrzeug. Wir nutzen energieeffiziente Technik, arbeiten weitgehend papierlos und digital. Unsere Werbemittel sind hochwertig, wir achten auf ihren CO2-Fußabdruck und setzen sie nur sehr sparsam ein. So haben wir etwa eine nachhaltige Brotdose aus recyceltem Plastik – wir fragen die Kunden, ob sie sie wirklich gebrauchen können, ob ihre Kinder, Enkel, Patenkinder sie zum Beispiel in der Kita verwenden können. Denn zum Wegwerfen wäre sie einfach zu schade.

Unser Mittagessen holen wir in Mehrwegbehältern aus der Kantine an unserem Bürostandort. Wir achten auf die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, kommunizieren stets wertschätzend und kooperieren mit anderen Anbietern, ohne Angst, dass sie uns sofort Kunden wegschnappen. Nachhaltigkeit heißt, über den Tellerrand blicken: Wenn es den anderen gut geht, geht es auch uns gut.

IHK-Info: 14. Bayerischer CSR-Tag am 29. September 2026

Der 14. Bayerische CSR-Tag der neun bayerischen Kammern (BIHK) zeigt, wie Unternehmen auch in fordernden Zeiten Verantwortung übernehmen – für eine nachhaltige und resiliente Wirtschaft, eine gesunde Umwelt und gesellschaftlichen Zusammenhalt.