Als Diplomchemiker habe ich zunächst viele Jahre unter anderem beim TÜV SÜD als Angestellter im Bereich der Nachhaltigkeit gearbeitet. Nun bin ich mit Jocv Sustainibilty in München selbstständig. Meine Geschäftsidee: Der Markt wird zunehmend von einer wachsenden Anzahl an Nachhaltigkeitsstandards geprägt. Damit diese seriös sind, müssen sie auf objektiv mess- und überprüfbaren Kriterien beruhen.
Gegen Greenwashing
Ich helfe den Standardgebern mit meiner technischen und organisatorischen Expertise dabei, die Kriterien zu entwickeln: Was ist überhaupt zertifizierbar? Welche Anforderung kann man wie prüfen und vergleichbar machen? Zugleich schule ich die Auditoren und Prüfer dieser Standards. Wenn Kunden es nicht ernst meinen, zum Beispiel nur Lobby-Nachhaltigkeitszertifikate oder Greenwashing-Aussagen entwickeln wollen, erlaube ich mir im Übrigen, eine Anfrage abzusagen.
Geschäftlich und privat
Nicht nur über mein Geschäftsmodell möchte ich mehr Nachhaltigkeit anstoßen und helfen, dass wir die 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung und das 1,5-Grad-Ziel doch noch erreichen. Auch als Mitglied im Expertengremium des Integrity Council for the Voluntary Carbon Market (ICVCM) unterstütze ich die nachhaltige Entwicklung: ICVCM hat sich zum Ziel gesetzt, die Integrität des freiwilligen CO2-Marktes zu erhöhen.
Und auch in meinem persönlichen Alltag bilde ich mich in Nachhaltigkeitsfragen weiter fort, reduziere meinen persönlichen CO2-Fußabdruck, fliege nicht innerhalb Europas, esse wenig Fleisch, bekenne mich öffentlich zu Nachhaltigkeit etwa auf LinkedIn. So kann ich geschäftlich und privat für mehr Nachhaltigkeit wirken.
„Nachhaltigkeit lässt mich besser schlafen“
Maren Martschenko I Martschenko – Markenberatung, Gstadt am Chiemsee, soloselbstständig
Als Markenberaterin für Solopreneure, Start-ups und kleine Unternehmen habe ich keinen besonders großen geschäftlichen CO2-Fußabdruck. Dennoch gehen mich Nachhaltigkeit und Klimaschutz etwas an – ich sehe mich als mitverantwortlich für eine nachhaltige Zukunft.
Deshalb leiste ich meinen Beitrag und versuche dabei, so ganzheitlich, so sozial und ökologisch wie möglich vorzugehen. Ganz im Sinne der 17 Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen von 2015. Und das heißt auch, mich immer neuen Entwicklungen zu stellen.
Da ich viel digital arbeite, beschäftigt mich im Moment natürlich die Künstliche Intelligenz: Die Rechenzentren, über die das Training der KI-Modelle und ihr Betrieb laufen, verbrauchen an sich schon enorm viel Strom. Darüber hinaus müssen sie gekühlt und belüftet werden. Klar ist auch: mehr KI, mehr Rechenzentren, noch mehr Strom.
Europäische Lösungen
Ich versuche daher meinen persönlichen KI-Einsatz in Grenzen zu halten, lasse mir die generierten Tokens anzeigen. Denn jeder generierte Token bedeutet Stromverbrauch, den ich aber besser aussteuern, also auch reduzieren kann, wenn ich die Anzahl der Tokens kenne.