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© HR Schulz / IHK München

Pressemeldung vom 28.07.2026

„Jetzt schlägt die Stunde des Mittelstands“

Trotz aller Krisen und Herausforderungen zählen in der Wirtschaft Weitermachen und Anpassen mehr denn je – das ist die Botschaft, die vom diesjährigen und dritten Unternehmerempfang des IHK-Regionalausschusses Dachau nachhallt. Rund 100 Gäste aus Politik, Verwaltung und heimischer Wirtschaft sind der Einladung ins Hofgut Edenholzhausen in Schwabhausen gefolgt. Neben Landrat Stefan Löwl kamen auch verschiedene Bürgermeister aus dem Landkreis, allen voran Dachaus Oberbürgermeister Florian Hartmann.

IHK-Chef Manfred Gößl spricht beim dritten IHK-Unternehmerempfang Dachau mit rund 100 Gästen

Auch IHK-Hauptgeschäftsführer Manfred Gößl war zu Gast und machte gleich zu Beginn seiner wirtschaftspolitischen Einschätzungen deutlich: „Fast ganz Deutschland möchte mit dem Landkreis Dachau tauschen!“ Er verwies auf das jüngste Regionalranking des Instituts der deutschen Wirtschaft, bei dem der Landkreis Dachau unter 400 deutschen Regionen auf Platz 20 landet – und damit zu den obersten fünf Prozent gehört. Die Stärke des Wirtschaftsstandorts seien die wirtschaftliche Vielfalt und nicht von einem internationalen Großkonzern abhängig zu sein – wie etwa klassische Autostädte. „Im Landkreis entsteht auch Neues, hier wird an der Zukunft getüftelt“, so Gößl. Laut einer gemeinsamen Auswertung der IHK und des Startup-Verbandes gibt es im Landkreis derzeit mehr als 30 Startups.

Warum droht der Wirtschaft trotz der Stärken des Standorts das niedrigste Wachstum in der Nachkriegsgeschichte? „Seit vier Jahren gewinnt bei der Frage nach dem größten Bremsklotz die Bürokratie“, sagte der IHK-Chef. „Das Allerwichtigste ist, nicht nach China, Russland oder ins Weiße Haus zu schauen, sondern vor dem eigenen Haus zu kehren.“ Die unzähligen Berichts- und Nachweispflichten sei ein hausgemachtes Problem, das nur die Politik in Berlin und Brüssel lösen könne. Werner Mooseder, Vorsitzender des IHK-Regionalausschusses Dachau, ergänzte: „Es gibt Ideen, die man auf Bundesebene umsetzen will. Ergebnisse kommen aber noch nicht spürbar an.“ Der Unternehmer sieht andere EU-Staaten als Vorbild: „Die machen es uns vor, wie es geht – zum Beispiel mit einer volldigitalen Baugenehmigung.“ Gößl empfahl einen Blick nach Skandinavien: „Hätten wir eine digitalisierte und bürokratiearme Staatsverwaltung wie in Schweden, hätten wir ein jährliches Plus an Wirtschaftsleistung von bis zu 146 Milliarden Euro .“ Der IHK-Chef kündigte an: „Solange die angekündigten Entlastungen nicht bei den Betrieben spürbar ankommen, werden wir nicht müde, einen konsequenten Bürokratieabbau einzufordern!“

Gößl appellierte an die anwesenden Unternehmerinnen und Unternehmer aus dem Landkreis Dachau: „Jetzt schlägt die Stunde des Mittelstands!“ Der Wettbewerb sei prügelhart. „Konzertiert Euch deswegen auf das, was ihr könnt“, so Gößl. Jetzt gehe es darum, neue Standbeine auszuprobieren, mit Startups zusammenzuarbeiten, noch mehr auf Bedürfnisse der Kunden einzugehen, sich immer weiterzuentwickeln und anzupassen. „Entwickelt gemeinsam Lösungen, seid mutig und unberechenbar.“

Im Rahmen des Empfangs verabschiedete Mooseder im Namen des IHK-Regionalausschusses zwei jahrzehntelange Ausschussmitglieder, die dem Gremium nach der diesjährigen IHK-Wahl nicht mehr angehören: Christine Unzeitig und Peter Fink. Unzeitig gehörte dem IHK-Regionalausschuss mehr als 25 Jahre an und setze sich davon über 20 Jahre als stellvertretende Vorsitzende für die Wirtschaft in der Region ein. „Christine Unzeitig war eine konstante und verlässliche Stimme der regionalen Unternehmerschaft“, würdigte Mooseder das ehrenamtliche Engagement. Fink gehörte dem IHK-Regionalausschuss mit Unterbrechungen 35 Jahre an, von 2016 bis 2021 amtierte er zudem als Vorsitzender. „Ein echtes IHK-Urgestein“, so Mooseder, der beiden für die Zukunft alles Gute wünschte.

Bildunterschrift (v.l.n.r.): Jochen Wiegmann (IHK-Geschäftsstellenleiter für die Region München), Werner Mooseder (Vorsitzender des IHK-Regionalausschusses Dachau), Oberbürgermeister Florian Hartmann, IHK-Hauptgeschäftsführer Manfred Gößl, Anja Sperr (IHK-Regionalreferentin für den Landkreis Dachau) und Landrat Stefan Löwl

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