4 Punkte für einen schnellen Check
Probleme entwickeln sich schleichend. Doch es lässt sich schon in einem frühen Stadium recht schnell herausfinden, ob daraus eine Unwucht wird. „Quick Check“ nennt Wadlinger die Möglichkeit, sich in kurzer Zeit einen Überblick über die Lage zu verschaffen und eine mögliche Krise zu erkennen. „Der Quick Check gibt gute Anhaltspunkt.“ Wadlinger empfiehlt vor allem diese 4 detaillierten, praxisnahen Tipps für einen schnellen Check:
1. Geschäftsmodell/Angebot regelmäßig überprüfen und anpassen:
Selbstständige sollten sich regelmäßig vergegenwärtigen, mit welchem Produkt respektive welchen Leistungen sie das meiste Geld verdienen, ob die Angebote noch zeitgemäß sind, wer die wichtigsten Zielkunden sind und ob die Auftragslage ausreichend hoch ist.
2. Finanzen/Liquidität kontinuierlich im Auge behalten:
Der Kontoauszug spricht eine deutliche Sprache. Wichtig ist, ihn mindestens wöchentlich, besser noch häufiger zu lesen – um Anzeichen einer Krise schnellstmöglich festzustellen. Ganz wichtig ist eine ausreichende Liquidität. Sie sollte für mindestens 6 Monate vorhalten.
Ebenfalls sollten Selbstständige zu jeder Zeit wissen, ob sie Gewinne oder Verluste (oder zumindest schwarze Zahlen) schreiben. Um dies ermitteln zu können, muss man alle Kosten kennen und im Griff haben.
Spätestens, wenn der Selbstständige nur noch kostendeckend arbeitet, muss er tätig werden, zum Beispiel an folgenden Stellschrauben drehen:
3. Markt/Vertrieb ankurbeln:
Wichtig ist, neue Kunden zu gewinnen. Allerdings sollte man dies nicht erst in der Krise, sondern kontinuierlich tun. „Alleine mit vorhandenen Kunden kann man auf Dauer nicht bestehen“, mahnt Experte Wadlinger. Für die Kundenakquise und Vertrieb sollten mehrere Vertriebskanäle genutzt werden.
4. Organisation/Prozesse verbessern:
Krisen können auch auftreten, wenn die Arbeitsabläufe im Betrieb ineffizient sind, die Mitarbeiter nicht ausreichend qualifiziert sind oder auch – wie oft auch bei Selbstständigen – die eigene Arbeitsbelastung auf Dauer zu hoch ist. Insofern gilt es auch, die Organisation und Prozesse im Blick zu behalten.
„Sobald man nur einige der oben genannten Punkte nicht zufriedenstellend beantworten kann, ist es ratsam, einen Berater der IHK aufzusuchen“, betont Wadlinger. „Dabei besser früher als zu spät in die Beratung kommen. Umso leichter ist es, das Ruder noch herumzureißen.“