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Trainieren mit Kollegen – Gesundheitstag beim Naturarzneihersteller Salus

Trainieren mit Kollegen – Gesundheitstag beim Naturarzneihersteller Salus

© Salus

Krankmeldung vermeiden

Wenn Beschäftigte krank sind, haben Unternehmen ein Problem. Der Bayerische Präventionstag zeigt, wie sich erfolgreich gegensteuern lässt.

Von Natascha Plankermann, IHK-Magazin 9/2026

Christian Pauli wollte eigentlich nur seine Frau im Kurs zur betrieblichen Gesundheitsförderung vertreten. Dann erlebte der Geschäftsführer der EFM Präzisionstechnik GmbH aus Gangkofen als einziger Unternehmer die anderen Teilnehmenden: Angestellte, die über Rückenschmerzen redeten, über Erschöpfung, über Momente, in denen der Kopf einfach nicht mehr mitmacht. Pauli hörte zu – und erschrak. „Ich stand selbst kurz vor dem Burn-out“, sagt er heute. Die Gespräche über Bewegung, die Ruhe in der Therme und wohltuende Massagen wirkten nach – und Pauli dachte radikal um.

Seitdem ändert er in seinem Betrieb, was er ändern kann. Dafür machte er 4 Mitarbeitende zu Sparringspartnern, sie entwickelten eine Kooperation mit einem Fitnessstudio, führten bewegte Pausen und das Jobradangebot ein. Die Firma schaffte ergonomische Büromöbel an und bietet ein gesundes Frühstück für alle. „Menschen sollen gern zur Arbeit kommen. Sonst ist der Job der falsche“, ist Pauli überzeugt. Deshalb lädt er anlässlich des Bayerischen Präventionstags Unternehmer aus der Region in seinen Betrieb ein.

Schnell und niederschwellig starten

Denn viele bayerische Firmen kennen das Problem: Der Krankenstand steigt, die Kosten ebenso – und die Stimmung im Betrieb sinkt in den Keller. Der landesweite Präventionstag am 12. Oktober 2026 (s. IHK-Info unten) soll zeigen, wie es anders geht: mit Beispielen aus der Praxis und Angeboten, die auf Mitarbeitende zugeschnitten sind.

„Gesunde Mitarbeitende sind kein Kostenfaktor – jeder profitiert“, ist Unternehmer Pauli überzeugt. Niedrige Hürden für entsprechende Angebote sind aus seiner Sicht wichtig: „Es muss schnell gehen, ohne lange Anträge, damit die Leute mitmachen.“ Er denkt dabei unter anderem an jene, die schon Probleme mit dem Bewegungsapparat haben. Er möchte als Arbeitgeber gegensteuern, bevor aus kleinen Beschwerden chronische werden.

Von Yoga bis Bio-Kantine

Beim Naturarzneimittelhersteller Salus in Bruckmühl gehört Gesundheitsförderung von Anfang an zur Unternehmenskultur. Schon Firmengründer Otto Greither lebte sie vor fast 111 Jahren vor.

Heute gehen die Mitarbeitenden in die Bio-Kantine. Sie haben die Möglichkeit, sich in psychischen Ausnahmesituationen externe Hilfe zu holen oder Vorsorgeuntersuchungen finanziell fördern zu lassen. Sie machen bei Bewegungs-Challenges für den guten Zweck mit und hören Vorträge zur Suchtprävention oder zur Resilienz im Arbeitsalltag.

Männer drücken sich gern …

„Für unser beliebtes Rückentraining buchen wir professionelle Coaches. Pilates und Yoga bieten aber unsere eigenen Kolleginnen und Kollegen mit entsprechender Ausbildung an“, sagt Veronika Voglrieder aus der Personalabteilung. „Das motiviert ungemein. Wer sieht, die Kollegin nebenan schafft das auch, der ist dabei.“

Ein monatlicher Newsletter hält alle auf dem Laufenden. Im November startet der Männer-Monat „Movember“: Prostata, Herz, Kreislauf werden in den Fokus genommen. Voglrieder: „Auch in unserem Betrieb reden Männer ungern über Gesundheit. Wir wollen das ändern.“ Das Prinzip bei Salus lautet: Gesundheit lebt vom Mitmachen, nicht vom Verordnen – deshalb ist das Unternehmen auch bei dem landesweiten Präventionstag dabei.

An Gesundheitsfürsorge nicht sparen

Claudia Schlebach, Referatsleiterin Mobilität, Handel, Dienstleistungen, Wirtschaftshilfen bei der IHK für München und Oberbayern, hebt die Chance solcher Angebote für Unternehmen hervor, die mit hohen Fehlzeiten kämpfen: „Es geht darum, Mitarbeitende gesund zu erhalten, statt Ausfälle nur zu verwalten.“

Auch Frank Oette vom Bayerischen Heilbäder-Verband e.V. ist von diesem Ansatz überzeugt und meint: „Sparen an der Gesundheit hilft nicht in Zeiten, in denen Menschen länger arbeiten sollen.“ In Kur- und Heilbädern existiert nach seinen Worten jahrhundertealtes Wissen – egal ob es um das Training des Bewegungsapparats geht oder um Probleme mit der Psyche.

Kurorte fördern betriebliche Gesundheit

Letztere profitiert auch von den Angeboten der Kurorte mit zertifizierten Kur- und Heilwäldern, die bald auch als Erste deutschlandweit das offizielle Prädikat „Waldheilbad“ erhalten können. Oettes Ziel: langfristige Kooperationen zwischen Betrieben und Kurorten sowie Angebote, die auf spezielle Bedürfnisse zugeschnitten sind.

Workation im Waldheilbad

Ein Modell ist zum Beispiel ist die Workation im Kurort: zeitweise arbeiten, dafür länger bleiben als nur ein paar Tage. Oder die klassische ambulante Vorsorgeleistung, bei der die Krankenkasse die Kosten für die medizinischen Leistungen übernimmt. Oette: „Es geht darum, mehr Lebenszeit gesund zu verbringen und Krankheiten kurz zu halten.“ Davon profitieren alle.

IHK-Info: Bayerischer Präventionstag am 12. Oktober 2026

Der bayernweite Präventionstag zeigt, wie Gesundheitsangebote wirken und welchen Mehrwert sie für Mitarbeitende und Betriebe haben. Fachvorträge und der Austausch mit Unternehmen vor Ort geben praxisnahe Einblicke. Veranstaltungsübersicht, Infos und Anmeldung gibt es hier.