Bensegger: „Großer Tag für Betriebe und ihre neuen Auszubildenden“
„Am Tag des Ausbildungsbeginns steht an erster Stelle die Freude über die große Zahl an jungen Talenten, die sich für eine Ausbildung als ersten Schritt in ihre berufliche Zukunft entschieden haben. Es ist ein Tag voller Zuversicht und Optimismus. Allen Azubis, ihren Ausbilderinnen und Ausbildern in den Betrieben sowie den Lehrkräften an den Berufsschulen wünsche ich einen erfolgreichen Start in das neue Ausbildungsjahr“, erklärt Andreas Bensegger, Vorsitzender des IHK-Regionalausschusses Rosenheim.
„Wir müssen aber leider auch feststellen, dass sich die schwierige Lage am Ausbildungsmarkt weiter verschärft. Aus Sicht der Betriebe, in denen noch Ausbildungsplätze frei sind, ist oftmals fehlendes Interesse sowie die Ausbildungsreife der Bewerberinnen und Bewerber der Engpass. Gleichzeitig ist die wirtschaftliche Dauerkrise am Ausbildungsmarkt angekommen und verunsichert Betriebe und Interessierte, vor allem in der Industrie. Schulische Ausbildungen im öffentlichen Sektor, im Gesundheits- und Pflegebereich, aber auch das Handwerk, verzeichnen dagegen Zuläufe“, so Bensegger.
Die IHK betont, dass in den nächsten Wochen noch viel Bewegung am Ausbildungsmarkt sein wird. Das liegt unter anderem daran, dass Ausbildungsverträge immer häufiger auch noch im September und Oktober abgeschlossen werden. Eine aussagekräftige Bilanz kann daher erst zum Jahresende gezogen werden.
Jeder zweite Ausbildungsbetrieb gibt in einer aktuellen IHK-Umfrage an, dass Ausbildungsplätze unbesetzt geblieben sind. Der überwiegende Grund dafür ist, dass die Betriebe keine geeigneten oder gar keine Bewerbungen bekommen haben. Fehlende Voraussetzungen bei den Bewerberinnen und Bewerbern beklagen 94 Prozent der Betriebe: Deutliche Defizite sehen sie vor allem bei Soft Skills wie Belastbarkeit, Disziplin, Leistungsbereitschaft und Engagement. Einen überwiegend guten Eindruck vermitteln hingegen die Englischkenntnisse, Teamfähigkeit sowie IT- und Medienkompetenz der jungen Frauen und Männer.
Das ist in den IHK-Ausbildungsbetrieben im Landkreis Rosenheim der beliebteste IHK-Beruf bei den jungen Männern: Industriemechaniker. Bei den jungen Frauen ist es die Industriekauffrau. In der Stadt Rosenheim führt der Fachinformatiker bei den männlichen Azubis und bei den jungen Frauen die Bankkauffrau. Es gibt mehr als 200 verschiedene IHK-Berufe, in denen Jugendliche eine Ausbildung absolvieren können.
Jugendliche, die noch auf der Suche sind, haben nach wie vor gute Chancen, einen Ausbildungsplatz zu finden. Laut aktueller Statistik der Arbeitsagentur zu Ende August sind in der Region Rosenheim noch 458 Lehrstellen unbesetzt. Diesem Angebot stehen 114 unversorgte Ausbildungsbewerber gegenüber. Es kommen somit rein rechnerisch auf jeden unversorgten Bewerber weit über zwei freie Lehrstellen. Die Angaben der Arbeitsagentur beziehen sich auf alle Ausbildungsbereiche, zu denen neben den IHK-Sparten Industrie, Handel und Dienstleistungen auch das Handwerk, die freien Berufe und der öffentliche Dienst gehören.
Insgesamt bilden in Stadt und Landkreis Rosenheim aktuell rund 635 IHK-zugehörige Betriebe aus. Sie stehen für mehr als die Hälfte aller Ausbildungsverhältnisse in der dualen Berufsausbildung.