Von Martin Armbruster
Herr Inselkammer, mit Ihnen hat Deutschlands größte IHK wieder einen Präsidenten. Glückwunsch. Wie hat Ihr Umfeld darauf reagiert?
So einen Schritt spricht man vorher ab – mit seiner Frau, mit seiner Familie. Klar, ich habe gecheckt, ob das mit meinem bisherigen Leben zusammenpasst. Was mich ermutigt hat: Ich habe von Anfang an sehr viel positives Feedback bekommen. Ich habe oft gehört: Sehr schön, dass ein mittelständischer Unternehmer das macht. Ich bin in dieses Amt in den vergangenen Monaten reingewachsen. Und irgendwann habe ich gespürt: Ja, das ist der richtige Weg.
Das Plenum hat Sie ohne Gegenstimme gewählt. Werten Sie das als Vertrauensbonus?
Natürlich freue ich mich über das Votum. Mit einem guten Ergebnis hatte ich gerechnet, weil es schon im Vorfeld so viel Zuspruch gab. Aber Standing Ovations der Vollversammlung, das hat mich schon überrascht und auch wirklich bewegt. Da fehlten mir die Worte. Das war richtig emotional.
Wie zufrieden sind Sie mit dem neuen IHK-Präsidium, das Ihre Arbeit unterstützen wird?
Hotellerie, Gastronomie, da weiß ich gut Bescheid. Aber wenn es um Verkehr oder Digitalisierung geht, haben wir in der IHK kompetentere Leute als mich. Daher freut es mich, dass wir im Präsidium einen guten Mix aus Branchen und Firmengrößen haben. Wir haben Geschlechterparität. Neben den neuen Mitgliedern haben wir Vizepräsidenten und -präsidentinnen, die jahrelange Erfahrung mit diesem Amt haben. Das sichert eine gewisse Kontinuität unserer IHK-Arbeit.
Vergangene Woche Vollversammlung, heute unser Interview und BIHK-Spitzengespräch mit dem CSU-Präsidium, morgen eröffnen Sie den IHK-Jahresempfang. Wie erleben Sie Ihre ersten Tage als IHK-Präsident?
Ich hatte die einmalige Chance, mich als Präsident in Vertretung einige Monate lang auf das Präsidenten-Amt vorzubereiten. Das hat schon sehr geholfen. Ich wusste daher schon ziemlich genau, was da auf mich zukommt und welche Themen auf unserer IHK-Agenda stehen. Aber jetzt, im Amt, geht es tatsächlich Schlag auf Schlag.
Als Sprecher der Wiesn-Wirte wissen Sie, wie Interessenvertretung geht. Als BIHK-Präsident stehen Sie für eine Million bayerische Unternehmen. Wie fühlt sich das an?
Wiesn-Wirte, ja, das ist ein öffentlichkeitswirksames Thema, aber tatsächlich reden wir da von 15 Wirten, deren Interessen fast identisch sind. Als Münchner IHK-Präsident bin ich automatisch auch BIHK-Präsident. Da vertrete ich das Interesse aller Branchen Bayerns. Vor der Aufgabe habe ich tatsächlich Respekt.
Der Auftakt ist Ihnen aber offenbar ganz gut gelungen.
Ja, die ersten Tage waren jetzt schon wirklich spannend. Gerade das Treffen mit dem CSU-Präsidium hat mich heute beeindruckt. Das war wirklich ein guter Austausch. Und was mir aufgefallen ist: Man spürt schon, wie ernst die Politik unsere Themen nimmt. Und wie gut auch ein Ministerpräsident zuhört, wenn wir unsere Punkte in die Diskussion einbringen, weil wir wirklich die Stimme der Wirtschaft sind.