01.09.2017 - Berchtesgadener-Land

IHK-Betriebe im Berchtesgadener Land verzeichnen 300 neue Ausbildungsverträge

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Viele Betriebe im Berchtesgadener Land haben auch heuer große Mühe, zum Beginn des Ausbildungsjahrs am 1. September alle Ausbildungsplätze zu besetzen. Die IHK für München und Oberbayern erwartet erneut, dass eine große Anzahl an Lehrstellen in den Unternehmen frei bleibt. Fast ein Drittel der seit Jahresbeginn im Landkreis gemeldeten Ausbildungsangebote war zuletzt noch unbesetzt. Für die 290 freien Plätze gab es allerdings nur rund 100 unversorgte Bewerber, wie aus der Statistik der Arbeitsagentur hervorgeht.

Weiterhin freie Lehrstellen im Berchtesgadener Land

Insgesamt treten laut IHK-Zwischenbilanz diese Woche 297 Jugendliche eine Lehre bei Unternehmen aus Industrie, Handel und Dienstleistungen im Landkreis an. Gegenüber dem Vorjahr hat die Zahl der neuen Ausbildungsverträge somit um 2,1 Prozent zugelegt. Die Top 5 der IHK-Ausbildungsberufe mit den meisten Bewerbern sind Einzelhandelskaufleute, Verkäufer, Mechatroniker, Industriekaufleute und Kaufleute für Büromanagement.

‎„Angesichts der starken Konjunktur setzen die Betriebe mehr denn je auf den eigenen Fachkräftenachwuchs, die passenden Bewerber bleiben aber Mangelware“, ‎sagt Irene Wagner, Vorsitzende des IHK-Regionalausschusses Berchtesgadener Land. Die Unternehmerin aus Marktschellenberg betont, dass der Engpass in ganz Oberbayern wie schon in den Vorjahren quer durch alle Branchen geht: „Es werden zwar nach wie vor besonders angehende Einzelhandelskaufleute, Verkäufer, Köche und Hotelfachleute gesucht, aber auch Bürokaufleute, Bankkaufleute und Lagerlogistiker fehlen“. Die Vorsitzende des Regionalausschusses führt den Bewerbermangel auf stagnierende Schulabgängerzahlen sowie den Trend zur Akademisierung zurück. Die Zahl der Absolventen der Mittelschulen (früher Hauptschulen) ist in Oberbayern seit 2005 um 28 Prozent zurückgegangen. Gleichzeitig stieg die Zahl der Abiturienten um 57 Prozent.

Um das Image der Ausbildung zu verbessern, fordert Wagner eine bessere Berufsorientierung an den Schulen: „Die duale Ausbildung ist eins der größten Erfolgs­geheimnisse unserer Zeit. Es gibt keinen besseren Start ins Berufsleben. Die Schüler und ihre Eltern können zu Recht stolz sein, wenn sie sich für eine Ausbildung und damit für eine solide Zukunftsperspektive entscheiden“. Haben Betriebe Probleme in der Ausbildung, geben laut einer IHK-Umfrage 76 Prozent von ihnen an, dass die unklaren Berufsvorstellungen der Schulabgänger ein Hindernis seien. Die Unternehmen bieten deswegen mehr Praktikumsplätze an und verbessern ihr Personalmarketing.

Die Zahl der gemeldeten Lehrstellen im Berchtesgadener Land stieg im Vergleich zum Vorjahr um 5,7 Prozent, das sind nahezu 50 zusätzliche Angebote. Insgesamt gibt es aktuell 219 IHK-zugehörige Ausbildungsbetriebe, einige mehr als noch vor einem Jahr. Bayernweit bilden die IHK-Betriebe Jugendliche in mehr als 240 Berufen aus und stehen ‎für fast 60 Prozent aller Ausbildungsverhältnisse. Die Zahlen der Arbeitsagentur beziehen sich auf alle Ausbildungsbereiche, neben Industrie, Handel und Dienstleistung gehören dazu auch das Handwerk und die freien Berufe.

Zahlreiche freie Lehrstellen im Berchtesgadener Land mit sofortigem Ausbildungsbeginn sind unter www.ihk-lehrstellenboerse.de zu finden.