16.03.2018 - Dachau

Fink: „Wirtschaft im Landkreis geht sorgsam und effizient mit Flächen um“‎

Der Landkreis Dachau ist grün: Zu diesem Ergebnis kommt die IHK für München und Oberbayern nach Auswertung der Zahlen des Bayerischen Landesamtes für Statistik.

IHK gegen Flächen-Obergrenze / 0,9 Prozent des Landkreises wird wirtschaftlich genutzt

Wie Peter Fink, Vorsitzender des IHK-Regionalausschusses Dachau, erklärt, waren Ende 2016 ganze 86 Prozent der Fläche Natur oder wurden landwirtschaftlich genutzt. Lediglich 0,9 Prozent wurden von Gewerbe, Industrie, Handel oder Dienstleistungen beansprucht. „Die Wirtschaft geht sorgsam und effizient mit der Ressource Boden um“, stellt Fink fest.

Eine Obergrenze für Kommunen in der Flächenausweisung lehnt die IHK ab. „Mit einer künstlichen Verknappung der Flächen wird Wohnraum zwangsläufig noch teurer. Die Einschränkung der kommunalen Planungshoheit setzt zudem die unterschiedlichen Nutzungsarten wie Wohnen, Freizeit und Gewerbe unnötig in Konkurrenz zueinander. Wichtige Projekte bleiben dann zu Lasten der Bürger auf der Strecke“, befürchtet der Dachauer Unternehmer. Stattdessen plädiert die Wirtschaft für mehr Effizienz in der Flächennutzung in Form vom Verdichtungen und der Revitalisierung von Brachflächen.

Die Kommunen fordert Fink zu einer besseren Zusammenarbeit auf. „Kirchturmpolitik bringt uns nicht weiter – ein gemeindeübergreifendes Flächenmanagement hingegen schon“, so Fink. In der gewerblichen Nutzung sollten unter anderem auch interkommunale Gewerbegebiete mehr als bisher in Betracht gezogen werden. „Wenn der Bedarf da ist und die Bedingungen stimmen, müssen unsere 17 Kommunen im Landkreis auch in Zukunft flexibel auf die Wünsche und ‎Anforderungen der lokalen Unternehmen eingehen können“, fordert der IHK-Vorsitzende.

Eine wichtige Botschaft hat Fink auch für die Landespolitik: „Wir verlangen von allen ‎politischen Akteuren und Parteien eine ehrliche Diskussion. ‎Wer nur die vermeintlich flächenverschwenderische Wirtschaft ‎an den Pranger stellt und jegliche Entwicklung mit ‎Versiegelung und Betonflut gleichsetzt, führt die Bürger ‎bewusst in die Irre.‎“ Wie aus den Zahlen des Landesamtes für Statistik hervorgeht, hat sich der prozentuale Anteil von Gewerbe- und Industrie an der ‎Gebietsfläche im Landkreis Dachau zwischen 2011 und 2015 ‎nicht verändert. Gleichzeitig hat die Bruttowertschöpfung seit 2010 um ein Drittel zugelegt.

Flächennutzung im Landkreis Dachau zum 31. Dezember 2016‎

NutzungsartAnteil an der Gebietsfläche des Landkreises
Wald, ‎Wiesen, Felder, Landwirtschaft, Gebirge und Gewässer86,5 Prozent
Siedlungs- und Verkehrsflächen13,5 Prozent
Die Siedlungs- und Verkehrsflächen teilen sich wie folgt auf: 
Verkehrsflächen4,5 Prozent
Wohnen3,6 Prozent
Gemischte Nutzung (bsp. landwirtschaftliche Betriebsfläche)2,3 Prozent
Sport, Freizeit und Erholung (bsp. Sportplätze, Grünanlagen, Parks)1,3 Prozent
Industrie und Gewerbe0,6 Prozent
Besondere funktionale Prägung (bsp. Schulen, Verwaltung, Burgen)0,5 Prozent
Handel und Dienstleistungen0,3 Prozent
Ver- und Entsorgung, Halde (bsp. Wasserwerk, Photovoltaikanlagen, Kläranlage)0,3 Prozent
Friedhöfe0,1 Prozent
Quelle: Bayerisches Landesamt für Statistik