2025 haben sechs Gemeinden im Landkreis den Gewerbesteuerhebesatz erhöht
Die Gemeinde Chiemsee erhöhte um 20 Prozentpunkte, Amerang, Großkarolinenfeld, Schechen und Vogtareuth jeweils um 10 Prozentpunkte. Senkungen gab es keine. Damit stieg der durchschnittliche Hebesatz im Landkreis um zwei Prozentpunkte auf 344 Prozent und liegt nun knapp über dem Durchschnittswert aller 500 oberbayerischen Kommunen von 343 Prozent. Der Hebesatz der Stadt Rosenheim blieb konstant bei 400 Prozentpunkten.
Insgesamt nahmen die Kommunen im Landkreis Rosenheim im vergangenen Jahr über die Gewerbesteuer 201 Millionen Euro ein, rund 1 Million Euro mehr als im Jahr 2024. Von der angegebenen Summe müssen die Kommunen eine Gewerbesteuerumlage an Bund und Länder abführen, im vergangenen Jahr waren das fast 23 Millionen Euro. Die Netto-Gewerbesteuereinnahmen (nach Abzug der Umlage) standen 2025 für rund 39 Prozent der kommunalen Steuereinnahmen im Landkreis. In der Stadt Rosenheim legten die Gewerbesteuereinnahmen 2025 auf 71 Millionen Euro zu, ein Plus von 23 Prozent. Davon gingen wiederum 6,5 Millionen Euro in die Bund-Länder-Umlage.
„Augenmaß bei den Gewerbesteuern bleibt das A und O einer soliden Finanz- und Wirtschaftspolitik in den Gemeinden. Steigende Hebesätze erhöhen die Kosten für die Unternehmen und können Investitionen erschweren. In der aktuellen Dauerkrise mit ohnehin schon zahllosen Belastungen für die Unternehmen wäre das langfristig umso schädlicher für die Wirtschaft vor Ort“, sagt Andreas Bensegger, Vorsitzender des IHK-Regionalausschusses Rosenheim.
„Dass viele Gemeinden und Städte durch immer höhere Ausgaben finanziell unter Druck stehen, ist nachvollziehbar. Die Kommunen stehen vor einem schwierigen Spagat: Sie müssen ihre wachsenden Aufgaben finanzieren und gleichzeitig attraktive Standortbedingungen für Unternehmen sichern. Aus Sicht der IHK braucht es deshalb Lösungen, die sowohl die Handlungsfähigkeit der Kommunen als auch die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen stärken. Die Haushaltslöcher dürfen aber nicht auf dem Rücken der heimischen Unternehmen gestopft werden“, sagt Bensegger.
Oberbayerischer Spitzenreiter beim Gewerbesteuerhebesatz blieb die Landeshauptstadt München mit 490 Prozent. Es folgt die Gemeinde Kirchberg (Lkr. Erding) mit 430 Prozent sowie mit jeweils 420 Prozent die Gemeinden Berglern, Langenpreising (beide ebenfalls Lkr. Erding) und Kösching (Lkr. Eichstätt). Den niedrigsten oberbayerischen Hebesatz von 230 Prozent veranschlagt neuerdings die Gemeinde Baierbrunn (Lkr. München), dahinter folgen die Gemeinden Grünwald (Landkreis München), Pöcking (Landkreis Starnberg), Stammham (Landkreis Altötting) sowie Bad Wiessee (Landkreis Miesbach) mit jeweils 240 Prozent.
Gesetzlich ist den Gemeinden bundesweit ein Mindesthebesatz von 200 Prozent vorgeschrieben, dieser Wert wird ab 2027 allerdings auf 280 Prozent steigen. Dies würde nach aktuellem Stand 13 Kommunen in Oberbayern betreffen, davon aber keine im Landkreis Rosenheim.
Basis der IHK-Auswertung ist der Stand der Gewerbesteuerhebesätze von 2025 bereitgestellt durch das Bayerischen Landesamt für Statistik.