2025 haben zwei Kommunen den Gewerbesteuerhebesatz erhöht – eine sogar gesenkt
Während die Hebesätze in Vierkirchen von 360 auf 400 Prozent sowie in Weichs von 360 auf 370 Prozent stiegen, drehte Hebertshausen den Hebesatz um 50 Prozentpunkte nach unten – die Gemeinde liegt mit 400 Prozent aber immer noch über dem Durchschnitts-Gewerbesteuerhebesatz im Landkreis von 350 Prozent.
Insgesamt nahmen die Kommunen im Landkreis Dachau im vergangenen Jahr über die Gewerbesteuer 104 Millionen Euro ein, etwas mehr als im Jahr 2024. Von der angegebenen Summe müssen die Kommunen eine Gewerbesteuerumlage an Bund und Länder abführen, im vergangenen Jahr waren das rund elf Millionen Euro. Die Netto-Gewerbesteuereinnahmen (nach Abzug der Umlage) standen 2025 für rund 33 Prozent der kommunalen Steuereinnahmen im Landkreis.
„Augenmaß bei den Gewerbesteuern bleibt das A und O einer soliden Finanz- und Wirtschaftspolitik in den Gemeinden. Steigende Hebesätze erhöhen die Kosten für die Unternehmen und können Investitionen erschweren. In der aktuellen Dauerkrise mit ohnehin schon zahllosen Belastungen für die Unternehmen wäre das langfristig umso schädlicher für die Wirtschaft vor Ort“, sagt IHK-Hauptgeschäftsführer Manfred Gößl. „Dass viele Gemeinden und Städte durch immer höhere Ausgaben finanziell unter Druck stehen, ist nachvollziehbar. Die Haushaltslöcher dürfen aber nicht auf dem Rücken der heimischen Unternehmen gestopft werden“, sagt Gößl.
Im Jahr 2025 betrug der durchschnittliche Gewerbesteuerhebesatz der oberbayerischen Gemeinden und Städte 343 Prozent, ein Plus von einem Prozentpunkt gegenüber dem Vorjahr. Oberbayerischer Spitzenreiter beim Gewerbesteuerhebesatz blieb die Landeshauptstadt München mit 490 Prozent. Es folgt die Gemeinde Kirchberg (Lkr. Erding) mit 430 Prozent sowie mit jeweils 420 Prozent die Gemeinden Berglern, Langenpreising (beide ebenfalls Lkr. Erding) und Kösching (Lkr. Eichstätt). Den niedrigsten oberbayerischen Hebesatz von 230 Prozent veranschlagt neuerdings die Gemeinde Baierbrunn (Lkr. München), dahinter folgen die Gemeinden Grünwald (Landkreis München), Pöcking (Landkreis Starnberg), Stammham (Landkreis Altötting) sowie Bad Wiessee (Landkreis Miesbach) mit jeweils 240 Prozent.
Gesetzlich ist den Gemeinden bundesweit ein Mindesthebesatz von 200 Prozent vorgeschrieben, dieser Wert wird ab 2027 allerdings auf 280 Prozent steigen. Dies würde nach aktuellem Stand 13 Kommunen in Oberbayern betreffen, davon aber keine im Landkreis Dachau.
Basis der IHK-Auswertung ist der Stand der Gewerbesteuerhebesätze von 2025 bereitgestellt durch das Bayerischen Landesamt für Statistik.