Pressemeldung vom 25.08.2026

Wirtschaft im Landkreis Ebersberg wünscht weiter Augenmaß bei Gewerbesteuer

Während in ganz Oberbayern im Vorjahr 33 Kommunen die Gewerbesteuerhebesätze erhöht haben, ist im Landkreis Ebersberg nur Grafing diesen Schritt gegangen. Das zeigt die aktuelle Auswertung der IHK für München und Oberbayern zur Gewerbesteuerentwicklung. In allen anderen Kommunen blieben die Hebesätze unverändert. In Grafing gings im vergangenen Jahr beim Gewerbesteuerhebesatz um 20 Prozentpunkte von 330 auf 350 nach oben. Die Stadt liegt damit über dem Durchschnitts-Gewerbesteuerhebesatz im Landkreis von 338 Prozent.

2025 hat nur Grafing den Gewerbesteuerhebesatz erhöht

Insgesamt nahmen die Kommunen im Landkreis Ebersberg im vergangenen Jahr über die Gewerbesteuer 105 Millionen Euro ein, etwa fünf Millionen Euro weniger als im Jahr 2024. Von der angegebenen Summe müssen die Kommunen eine Gewerbesteuerumlage an Bund und Länder abführen, im vergangenen Jahr waren das fast 17 Millionen Euro. Die Netto-Gewerbesteuereinnahmen (nach Abzug der Umlage) standen 2025 für rund 33 Prozent der kommunalen Steuereinnahmen im Landkreis.

„Augenmaß bei den Gewerbesteuern bleibt das A und O einer soliden Finanz- und Wirtschaftspolitik in den Gemeinden. Steigende Hebesätze erhöhen die Kosten für die Unternehmen und können Investitionen erschweren. In der aktuellen Dauerkrise mit ohnehin schon zahllosen Belastungen für die Unternehmen wäre das langfristig umso schädlicher für die Wirtschaft vor Ort“, sagt Sonja Ziegltrum, Vorsitzende des IHK-Regionalausschusses Ebersberg und IHK-Vizepräsidentin.

„Dass viele Gemeinden und Städte durch immer höhere Ausgaben finanziell unter Druck stehen, ist nachvollziehbar. Die Kommunen stehen vor einem schwierigen Spagat: Sie müssen ihre wachsenden Aufgaben finanzieren und gleichzeitig attraktive Standortbedingungen für Unternehmen sichern. Aus Sicht der IHK braucht es deshalb Lösungen, die sowohl die Handlungsfähigkeit der Kommunen als auch die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen stärken. Die Haushaltslöcher dürfen aber nicht auf dem Rücken der heimischen Unternehmen gestopft werden“, sagt Ziegltrum.

Im Jahr 2025 betrug der durchschnittliche Gewerbesteuerhebesatz der oberbayerischen Gemeinden und Städte 343 Prozent, ein Plus von einem Prozentpunkt gegenüber dem Vorjahr. Oberbayerischer Spitzenreiter beim Gewerbesteuerhebesatz blieb die Landeshauptstadt München mit 490 Prozent. Es folgt die Gemeinde Kirchberg (Lkr. Erding) mit 430 Prozent sowie mit jeweils 420 Prozent die Gemeinden Berglern, Langenpreising (beide ebenfalls Lkr. Erding) und Kösching (Lkr. Eichstätt). Den niedrigsten oberbayerischen Hebesatz von 230 Prozent veranschlagt neuerdings die Gemeinde Baierbrunn (Lkr. München), dahinter folgen die Gemeinden Grünwald (Landkreis München), Pöcking (Landkreis Starnberg), Stammham (Landkreis Altötting) sowie Bad Wiessee (Landkreis Miesbach) mit jeweils 240 Prozent.

Gesetzlich ist den Gemeinden bundesweit ein Mindesthebesatz von 200 Prozent vorgeschrieben, dieser Wert wird ab 2027 allerdings auf 280 Prozent steigen. Dies würde nach aktuellem Stand 13 Kommunen in Oberbayern betreffen, davon aber keine im Landkreis Ebersberg.

Basis der IHK-Auswertung ist der Stand der Gewerbesteuerhebesätze von 2025 bereitgestellt durch das Bayerischen Landesamt für Statistik.

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