Pressemeldung vom 25.08.2026

Wirtschaft im Landkreis München wünscht weiter Augenmaß bei Gewerbesteuer

Während in ganz Oberbayern im Vorjahr 33 Kommunen die Gewerbesteuerhebesätze erhöht haben, ist im Landkreis München nur eine Kommune diesen Schritt gegangen. Wie eine aktuelle Auswertung der IHK für München und Oberbayern zur Gewerbesteuerentwicklung zeigt, senkte eine andere Kommune sogar den Hebesatz. In allen anderen Kommunen blieben die Hebesätze unverändert.

2025 hat eine Kommune den Gewerbesteuerhebesatz erhöht – und eine sogar gesenkt

In Neuried ging der Hebesatz von 330 auf 360 Prozent nach oben. Anders in Baierbrunn: Die Gemeinde senkte den Gewerbesteuer-Hebesatz um 70 Prozentpunkte. Mit 230 Prozent ist Baierbrunn neuerdings die Kommune mit dem niedrigsten Hebesatz in ganz Oberbayern, gefolgt Grünwald, Pöcking (Landkreis Starnberg), Stammham (Landkreis Altötting) sowie Bad Wiessee (Landkreis Miesbach) mit jeweils 240 Prozent. Durchschnittlich lag der Hebesatz im Landkreis München im vergangenen Jahr bei 303 Prozent.

Insgesamt nahmen die Kommunen im Landkreis München im vergangenen Jahr über die Gewerbesteuer fast 1,1 Milliarden Euro ein, mehr als 80 Millionen Euro mehr als im Jahr 2024. Von der angegebenen Summe müssen die Kommunen eine Gewerbesteuerumlage an Bund und Länder abführen, im vergangenen Jahr waren das etwa 177 Millionen Euro. Die Netto-Gewerbesteuereinnahmen (nach Abzug der Umlage) standen 2025 für fast 65 Prozent der kommunalen Steuereinnahmen im Landkreis.

„Augenmaß bei den Gewerbesteuern bleibt das A und O einer soliden Finanz- und Wirtschaftspolitik in den Gemeinden. Steigende Hebesätze erhöhen die Kosten für die Unternehmen und können Investitionen erschweren. In der aktuellen Dauerkrise mit ohnehin schon zahllosen Belastungen für die Unternehmen wäre das langfristig umso schädlicher für die Wirtschaft vor Ort“, sagt Andrea Felsner-Peifer, Vorsitzende des IHK-Regionalausschusses Landkreis München.

„Dass viele Gemeinden und Städte durch immer höhere Ausgaben finanziell unter Druck stehen, ist nachvollziehbar. Die Kommunen stehen vor einem schwierigen Spagat: Sie müssen ihre wachsenden Aufgaben finanzieren und gleichzeitig attraktive Standortbedingungen für Unternehmen sichern. Aus Sicht der IHK braucht es deshalb Lösungen, die sowohl die Handlungsfähigkeit der Kommunen als auch die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen stärken. Die Haushaltslöcher dürfen aber nicht auf dem Rücken der heimischen Unternehmen gestopft werden“, sagt Felsner-Peifer.

Im Jahr 2025 betrug der durchschnittliche Gewerbesteuerhebesatz der oberbayerischen Gemeinden und Städte 343 Prozent, ein Plus von einem Prozentpunkt gegenüber dem Vorjahr. Oberbayerischer Spitzenreiter beim Gewerbesteuerhebesatz blieb die Landeshauptstadt München mit 490 Prozent. Es folgt die Gemeinde Kirchberg (Lkr. Erding) mit 430 Prozent sowie mit jeweils 420 Prozent die Gemeinden Berglern, Langenpreising (beide ebenfalls Lkr. Erding) und Kösching (Lkr. Eichstätt).

Gesetzlich ist den Gemeinden bundesweit ein Mindesthebesatz von 200 Prozent vorgeschrieben, dieser Wert wird ab 2027 allerdings auf 280 Prozent steigen. Dies würde nach aktuellem Stand 13 Kommunen in Oberbayern betreffen, davon acht im Landkreis München: Baierbrunn (230), Gräfelfing (250), Grünwald (240), Oberhaching (250), Aying (260), Pullach i. Isartal (260), Straßlach-Dingharting (250) und Taufkirchen (250).

Basis der IHK-Auswertung ist der Stand der Gewerbesteuerhebesätze von 2025 bereitgestellt durch das Bayerischen Landesamt für Statistik.

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