2025 haben zwei Kommunen den Gewerbesteuerhebesatz erhöht – drei sogar gesenkt
Nach unten ging der Hebesatz in Berglern (von 450 auf 420 Prozent), in Langenpreising (von 440 auf 420) und in Wartenberg (von 450 auf 399). Zusammen mit der Gemeinde Kirchberg (430 Prozent) gehören Berglern und Langenpreising trotz der Senkung zu den Kommunen in Oberbayern mit den höchsten Hebesätzen. Nach oben ging der Hebesatz in Isen (von 360 auf 370 Prozent) und in Wörth (von 320 auf 350). Der Durchschnitts-Gewerbesteuerhebesatz im Landkreis lag im vergangene Jahr bei 364 Prozent.
Insgesamt nahmen die Kommunen im Landkreis Erding im vergangenen Jahr über die Gewerbesteuer 104 Millionen Euro ein, etwa 20 Millionen Euro weniger als im Jahr 2024. Von der angegebenen Summe müssen die Kommunen eine Gewerbesteuerumlage an Bund und Länder abführen, im vergangenen Jahr waren das acht Millionen Euro. Die Netto-Gewerbesteuereinnahmen (nach Abzug der Umlage) standen 2025 für rund 37 Prozent der kommunalen Steuereinnahmen im Landkreis.
„Augenmaß bei den Gewerbesteuern bleibt das A und O einer soliden Finanz- und Wirtschaftspolitik in den Gemeinden. Steigende Hebesätze erhöhen die Kosten für die Unternehmen und können Investitionen erschweren. In der aktuellen Dauerkrise mit ohnehin schon zahllosen Belastungen für die Unternehmen wäre das langfristig umso schädlicher für die Wirtschaft vor Ort“, sagt Veronika Kamm, Vorsitzende des IHK-Regionalausschusses Erding-Freising.
„Dass viele Gemeinden und Städte durch immer höhere Ausgaben finanziell unter Druck stehen, ist nachvollziehbar. Die Kommunen stehen vor einem schwierigen Spagat: Sie müssen ihre wachsenden Aufgaben finanzieren und gleichzeitig attraktive Standortbedingungen für Unternehmen sichern. Aus Sicht der IHK braucht es deshalb Lösungen, die sowohl die Handlungsfähigkeit der Kommunen als auch die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen stärken. Die Haushaltslöcher dürfen aber nicht auf dem Rücken der heimischen Unternehmen gestopft werden“, sagt Kamm.
Im Jahr 2025 betrug der durchschnittliche Gewerbesteuerhebesatz der oberbayerischen Gemeinden und Städte 343 Prozent, ein Plus von einem Prozentpunkt gegenüber dem Vorjahr. Oberbayerischer Spitzenreiter beim Gewerbesteuerhebesatz blieb die Landeshauptstadt München mit 490 Prozent. Den niedrigsten oberbayerischen Hebesatz von 230 Prozent veranschlagt neuerdings die Gemeinde Baierbrunn (Lkr. München), dahinter folgen die Gemeinden Grünwald (Landkreis München), Pöcking (Landkreis Starnberg), Stammham (Landkreis Altötting) sowie Bad Wiessee (Landkreis Miesbach) mit jeweils 240 Prozent.
Gesetzlich ist den Gemeinden bundesweit ein Mindesthebesatz von 200 Prozent vorgeschrieben, dieser Wert wird ab 2027 allerdings auf 280 Prozent steigen. Dies würde nach aktuellem Stand 13 Kommunen in Oberbayern betreffen, davon aber keine im Landkreis Erding.
Basis der IHK-Auswertung ist der Stand der Gewerbesteuerhebesätze von 2025 bereitgestellt durch das Bayerischen Landesamt für Statistik.