Pressemeldung vom 25.08.2026

Wirtschaft im Landkreis Altötting wünscht weiter Augenmaß bei Gewerbesteuer

Während in ganz Oberbayern im Vorjahr 33 Kommunen die Gewerbesteuerhebesätze erhöht haben, ist im Landkreis Altötting keine einzige diesen Schritt gegangen, so die aktuelle Auswertung der IHK für München und Oberbayern zur Gewerbe­steuer. Damit blieb der durchschnittliche Hebesatz im Landkreis mit 331 Prozent unverändert und liegt damit unter dem Durchschnittswert aller 500 oberbayerischen Kommunen von 343 Prozent.

2025 hat keine der 24 Gemeinden im Landkreis den Gewerbesteuerhebesatz erhöht

Insgesamt nahmen die Kommunen im Landkreis Altötting im vergangenen Jahr über die Gewerbesteuer 137 Millionen Euro ein, rund 10 Millionen Euro mehr als im Jahr 2024. Von der angegebenen Summe müssen die Kommunen eine Gewerbesteuerumlage an Bund und Länder abführen, im vergangenen Jahr waren das rund 17 Millionen Euro. Die Netto-Gewerbesteuereinnahmen (nach Abzug der Umlage) standen 2025 für mehr als die Hälfte (51 Prozent) der kommunalen Steuereinnahmen im Landkreis.

„Augenmaß bei den Gewerbesteuern bleibt das A und O einer soliden Finanz- und Wirtschaftspolitik in den Gemeinden. Steigende Hebesätze erhöhen die Kosten für die Unternehmen und können Investitionen erschweren. In der aktuellen Dauerkrise mit ohnehin schon zahllosen Belastungen für die Unternehmen wäre das langfristig umso schädlicher für die Wirtschaft vor Ort“, sagt Ingrid Obermeier-Osl, Vorsitzende des IHK-Regionalausschusses Altötting-Mühldorf und Vizepräsidentin der IHK für München und Oberbayern.

„Dass viele Gemeinden und Städte durch immer höhere Ausgaben finanziell unter Druck stehen, ist nachvollziehbar. Die Kommunen stehen vor einem schwierigen Spagat: Sie müssen ihre wachsenden Aufgaben finanzieren und gleichzeitig attraktive Standortbedingungen für Unternehmen sichern. Aus Sicht der IHK braucht es deshalb Lösungen, die sowohl die Handlungsfähigkeit der Kommunen als auch die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen stärken. Die Haushaltslöcher dürfen aber nicht auf dem Rücken der heimischen Unternehmen gestopft werden“, sagt Obermeier-Osl.

Die Landkreisgemeinde Stammham ruft gemeinsam mit Grünwald (Lkr. München), Bad Wiessee (Lkr. Miesbach) und Pöcking (Lkr Starnberg) mit einem Hebesatz von 240 Prozent den zweitniedrigsten Wert in ganz Oberbayern auf. Den niedrigsten oberbayerischen Hebesatz von 230 Prozent veranschlagt die Gemeinde Baierbrunn (Lkr. München).

Oberbayerischer Spitzenreiter beim Gewerbesteuerhebesatz blieb die Landeshauptstadt München mit 490 Prozent. Es folgt die Gemeinde Kirchberg (Lkr. Erding) mit 430 Prozent sowie mit jeweils 420 Prozent die Gemeinden Berglern, Langenpreising (beide ebenfalls Lkr. Erding) und Kösching (Lkr. Eichstätt).

Basis der IHK-Auswertung ist der Stand der Gewerbesteuerhebesätze von 2025 bereitgestellt durch das Bayerischen Landesamt für Statistik.

Ansprechpartner Pressestelle