Pressemeldung vom 25.08.2026

Landkreis Neuburg-Schrobenhausen: Wirtschaft für Augenmaß bei Gewerbesteuer

Während in ganz Oberbayern im Vorjahr 33 Kommunen die Gewerbesteuer­hebesätze erhöht haben, ist im Landkreis Neuburg-Schrobenhausen mit Rennertshofen nur eine Gemeinde diesen Schritt gegangen, so die aktuelle Auswertung der IHK für München und Oberbayern zur Gewerbesteuer. In allen anderen Kommunen des Landkreises blieben die Hebesätze unverändert. Der Durchschnitts-Gewerbesteuerhebesatz im Landkreis stieg um einen Prozentpunkt auf 348 Prozent und liegt damit über dem oberbayerischen Durchschnittswert von 343 Prozent.

2025 hat nur Rennertshofen den Gewerbesteuerhebesatz erhöht

Insgesamt nahmen die Kommunen im Landkreis Neuburg-Schrobenhausen im vergangenen Jahr über die Gewerbesteuer 70 Millionen Euro ein, rund 1 Million Euro weniger als im Jahr 2024. Von der angegebenen Summe müssen die Kommunen eine Gewerbesteuerumlage an Bund und Länder abführen, im vergangenen Jahr waren das rund 6 Millionen Euro. Die Netto-Gewerbesteuereinnahmen (nach Abzug der Umlage) standen 2025 für rund 38 Prozent der kommunalen Steuereinnahmen im Landkreis.

„Augenmaß bei den Gewerbesteuern bleibt das A und O einer soliden Finanz- und Wirtschaftspolitik in den Gemeinden. Steigende Hebesätze erhöhen die Kosten für die Unternehmen und können Investitionen erschweren. In der aktuellen Dauerkrise mit ohnehin schon zahllosen Belastungen für die Unternehmen wäre das langfristig umso schädlicher für die Wirtschaft vor Ort“, sagt Christian Krömer, Vorsitzender des IHK-Regionalausschusses Neuburg-Schrobenhausen und Vizepräsident der IHK für München und Oberbayern.

„Dass viele Gemeinden und Städte durch immer höhere Ausgaben finanziell unter Druck stehen, ist nachvollziehbar. Die Kommunen stehen vor einem schwierigen Spagat: Sie müssen ihre wachsenden Aufgaben finanzieren und gleichzeitig attraktive Standortbedingungen für Unternehmen sichern. Aus Sicht der IHK braucht es deshalb Lösungen, die sowohl die Handlungsfähigkeit der Kommunen als auch die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen stärken. Die Haushaltslöcher dürfen aber nicht auf dem Rücken der heimischen Unternehmen gestopft werden“, sagt Krömer.

Oberbayerischer Spitzenreiter beim Gewerbesteuerhebesatz blieb die Landeshauptstadt München mit 490 Prozent. Es folgt die Gemeinde Kirchberg (Lkr. Erding) mit 430 Prozent sowie mit jeweils 420 Prozent die Gemeinden Berglern, Langenpreising (beide ebenfalls Lkr. Erding) und Kösching (Lkr. Eichstätt). Den niedrigsten oberbayerischen Hebesatz von 230 Prozent veranschlagt neuerdings die Gemeinde Baierbrunn (Lkr. München), dahinter folgen die Gemeinden Grünwald (Landkreis München), Pöcking (Landkreis Starnberg), Stammham (Landkreis Altötting) sowie Bad Wiessee (Landkreis Miesbach) mit jeweils 240 Prozent.

Gesetzlich ist den Gemeinden bundesweit ein Mindesthebesatz von 200 Prozent vorgeschrieben, dieser Wert wird ab 2027 allerdings auf 280 Prozent steigen. Dies würde nach aktuellem Stand 13 Kommunen in Oberbayern betreffen, davon aber keine im Landkreis Neuburg-Schrobenhausen.

Basis der IHK-Auswertung ist der Stand der Gewerbesteuerhebesätze von 2025 bereitgestellt durch das Bayerischen Landesamt für Statistik.


Hinweis an die Redaktionen: Die IHK-Auswertung mit Datentabellen zu allen oberbayerischen Landkreisen und deren Kommunen finden Sie unter diesem Link auf der IHK-Website.

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