Was ist am Wirtschaftsstandort Oberbayern zu tun?
Damit Oberbayern auch künftig ein attraktiver Wirtschaftsstandort für Unternehmen bleibt, sind gezielte Maßnahmen erforderlich. Vor allem müssen Bürokratie und administrative Hürden in der Verwaltung spürbar abgebaut und Planungs- und Genehmigungsverfahren effizienter gestaltet werden. Gleichzeitig braucht es mehr bezahlbaren Wohnraum, um dringend benötigte Fachkräfte gewinnen und halten zu können. Auch eine bessere Mobilität, etwa durch den Ausbau von Sharing-Modellen und flexiblen Verkehrslösungen, ist entscheidend.
Die IHK für München und Oberbayern empfiehlt daher, den Standort durch folgende Schwerpunkte zu stärken:
Bürokratie in den Verwaltungen abbauen
- Eine bürokratiearme Verwaltung bringt nicht nur Zeit- und Kostenersparnisse für die Unternehmen und die Verwaltungen selbst, sondern fördert auch die Kooperation der ansässigen Betriebe mit den örtlichen Verwaltungen.
- In einer agilen Wirtschaft müssen insbesondere Genehmigungsverfahren zügig und vollständig digital abgewickelt werden.
- Eine ermöglichende Verwaltung orientiert sich an den Belangen der Nutzer und unterstützt v. a. die Unternehmen als Poweruser bei der Erledigung ihrer Verwaltungsvorgänge.
- Die Dienstleistungs-/Servicementalität muss ebenso gefördert werden, um den Wirtschaftsstandort Oberbayern weiter zu stärken.
Bezahlbaren Wohnraum bereitstellen
- Wohnraumangebot ist Standortfaktor: Mehr Wohnungsangebot ist eine zentrale Voraussetzung für den Gewinn und die Bindung von Arbeitskräften, auch im Kontext der Zuwanderung ausländischer Fachkräfte, und entscheidet über die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen.
- Es müssen dringend Maßnahmen für den Ausbau von bezahlbarem Wohnraum am Wirtschaftsstandort Oberbayern ergriffen werden, um die Nachteile für Unternehmen und deren Mitarbeitende zu minimieren.
Planungs- und Genehmigungsverfahren optimieren
- Langwierige Planungs- und Genehmigungsverfahren erhöhen die Baukosten und die Planungsunsicherheit.
- Die Beratungsleistungen sollen bei den Bauaufsichtsbehörden gebündelt, ausgeweitet und sichergestellt werden. Auch die serviceorientierte Erreichbarkeit der Behörden muss verbessert werden.
- Nutzerfreundliche, standardisierte Digitalisierung von Planungs- und Genehmigungsprozessen ausbauen (z. B. Aufbau eines kommunalen, digitalen Zwillings und Nutzung von BIM).
Verfügbarkeit von Arbeitskräften sicherstellen
- Besonders der Mangel an beruflich qualifizierten Fachkräften stellt die Betriebe in Oberbayern vor Herausforderungen und gefährdet die wirtschaftliche Entwicklung der Unternehmen.
- Um Produktion und Dienstleistungen sicherzustellen und die Unternehmen weiterhin wettbewerbsfähig zu halten, ist dem Fachkräftemangel unbedingt mit geeigneten Maßnahmen wie der Förderung von Beschäftigung von Arbeitskräften aus dem Ausland oder der Stärkung der Verfügbarkeit bedarfsgerechter Weiterbildungsangebote vor Ort entgegenzuwirken.
Mobilitätsangebot verbessern
- Zur besseren verkehrlichen Anbindung der Unternehmensstandorte für Berufspendler muss das ÖPNV-Angebot in Oberbayern verbessert und mit Hilfe multimodaler Knotenpunkte und alternativer Mobilitätsangebote für die erste bzw. letzte Meile (z. B. Car-Sharing, Bike-Sharing) flexibler gestaltet werden. So können die verschiedenen Verkehrsmittel besser miteinander kombiniert werden und ihre jeweiligen Vorteile besser ausspielen. Nicht zuletzt wird dadurch ein Anreiz zum Umstieg auf Bus und Bahn gesetzt.
- Den Kommunen und Landkreisen kommt beim Aufbau öffentlich zugänglicher Ladeinfrastruktur eine Schlüsselrolle zu. Insbesondere ist dabei auf die Erstellung ganzheitlicher Ladeinfrastrukturkonzepte auf der Basis zuvor ermittelter Bedarfe und Potenziale sowie die Steuerung des Aufbaus vor Ort, z. B. über das Verfügbarmachen von öffentlichen Flächen für die Ladeinfrastruktur, zu achten.