30.05.2018 - Traunstein

Wieder mehr Gründer im Landkreis Traunstein

Im vergangenen Jahr wollten wieder mehr Menschen im Landkreis Traunstein ihr eigener Chef werden. Wie die ‎IHK für München und Oberbayern mitteilt, meldeten 2017 insgesamt 1.370 Personen ein Gewerbe an, ein leichtes Plus von 1,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr. In 1.236 Fällen handelte es sich dabei um Firmenneugründungen, ein Zuwachs von 3,3 Prozent.

Neugründungen sind angestiegen / Betriebsnachfolger bleiben Mangelware

Die Betriebsübergaben an einen Nachfolger haben laut IHK-Angaben jedoch wieder nachgelassen und schrumpften sogar um 14,6 Prozent auf 134 Fälle. Die meisten Neugründungen gibt es im Handel (289) und bei Dienstleistungen (274), bei den Betriebsübernahmen liegt das Gastgewerbe (57) und der Handel (26) vorne.

Ausschlaggebend für die Gründungsdynamik ist laut IHK die Konjunktur: Der Arbeitsmarkt in Südostoberbayern bietet Vollbeschäftigung. Erfahrungsgemäß sinkt damit das Interesse an einer unternehmerischen Selbstständigkeit und den damit verbundenen Risiken. „Das Plus im Landkreis bei den Neugründungen entgegen dem Trend in Bayern und Oberbayern (-0,9 bzw. -3,7 Prozent) ist deshalb ein gutes Signal“, erklärt Nikolaus Binder, Vorsitzender des IHK-Regionalausschusses Traunstein. Positiv sei ebenfalls der Trend zur besseren Vorbereitung, unter anderem durch das Beratungsangebot der Kammer.

Nikolaus Binder betont die Rolle der Existenzgründer für die Wirtschaft: „Start-Ups und neue Unternehmen sorgen für Innovationen und Dynamik. Sie sind damit das Fundament für zukünftige wirtschaftliche Erfolge. Auch alteingesessene Betriebe sind bedroht, wenn sich keine Nachfolger finden, die das unternehmerische Risiko von der vorhergehenden Generation übernehmen wollen.“ Die IHK-Gründerbilanz beruht auf Daten des Bayerischen Landesamts für Statistik.