26.07.2019 - Altötting-Mühldorf

Azubis gesucht – mehr Lehrstellen als Bewerber im Landkreis

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Für die Betriebe im Landkreis Altötting ist es auch dieses Jahr eine große Herausforderung, ihre Ausbildungsplätze mit ausreichend Azubis zu besetzen. Wenige Wochen vor Start des neuen Ausbildungsjahres sind laut Statistik der Bundesagentur für Arbeit noch 379 Lehrstellen unbesetzt.

Noch fast 380 freie Ausbildungsplätze im Landkreis Altötting ‎

Ihnen stehen 145 unversorgte Schulabgänger gegenüber. Bei einer Lücke von 234 fehlenden Bewerbern ist der IHK für München und Oberbayern zufolge damit zu rechnen, dass heuer erneut eine Vielzahl an Ausbildungsplätzen im Landkreis nicht besetzt werden kann.

„Jede Bewerbung ist für die Unternehmerinnen und Unternehmer in der Region wichtig. Wir haben derzeit über 900 gemeldete Ausbildungsplätze – da ist für jede Schulabsolventin und jeden Schulabsolventen das passende Angebot dabei. Wer noch keine Zusagen erhalten hat, darf nicht aufgeben. Es ist noch nicht zu spät, um im September mit einer Ausbildung durchzustarten“, sagt Ingrid Obermeier-Osl, IHK-Vizepräsidentin und Vorsitzende des Regionalausschusses Altötting-Mühldorf.

Mit einer erfolgreichen Ausbildung in der Tasche würden der beruflichen Zukunft alle Türen offen stehen. „Die Entwicklungsmöglichkeiten für die eigene Karriere waren noch nie so individuell wie heute“, erklärt die IHK-Vizepräsidentin. Wie Obermeier-Osl außerdem betont, bietet eine Berufsausbildung nicht nur jungen Menschen hervorragende berufliche Perspektiven. „Egal in welchem Alter oder Lebensabschnitt, eine duale Berufsausbildung kann auch einen ausgezeichneten beruflichen Neustart ermöglichen. Wir leben in einer Zeit voller Veränderungen und Umbrüche, die von uns zunehmend die Bereitschaft zu lebenslangem Lernen einfordert. Beruflich neu anzufangen, ist also keine Frage des Alters, sondern des Mutes, der Neugierde und des Willens“, so die Unternehmerin aus Schwindegg.

Sie appelliert ebenfalls an die Politik, sich noch stärker für eine ausgewogene Balance zwischen dem beruflichen und akademischen Bildungsweg einzusetzen. „Im vergangenen Jahr ist die Zahl der Studienanfänger bayernweit gesunken, bei einem gleichzeitigen Azubi-Plus in Bayerns Betrieben. Das Umdenken in der Gesellschaft verbunden mit mehr Wertschätzung gegenüber der beruflichen Ausbildung hat aber erst begonnen.“

Die Ende Juni veröffentlichten Zahlen der Arbeitsagentur beziehen sich auf alle Bereiche der beruflichen Bildung. Davon ist der IHK-Bereich im Landkreis mit fast 1.500 Azubis in 249 Ausbildungsbetrieben aus Industrie, Handel und Dienstleistungen der größte. Er steht für knapp 60 Prozent aller Ausbildungsverhältnisse. Danach folgen Handwerk und freie Berufe.