IHK-Magazin 7-8/2026
Die bayerische Wirtschaft kommt nicht aus dem Tief, das zeigt die aktuelle Umfrage der bayerischen IHKs (BIHK) unter rund 3.400 Unternehmen: Der BIHK-Konjunkturindex sinkt um 6 Punkte auf 101 Zähler und liegt damit seit 3 Jahren unter dem langjährigen Durchschnitt von 111 Punkten (s. Grafik). „Ausbleibende Reformen und ein neuerlicher Energiepreisschock durch den Iran-Krieg würgen das Wachstum ab“, sagt BIHK-Hauptgeschäftsführer Manfred Gößl.
Die Geschäftslage ist insgesamt angespannt. Zwar sind die Dienstleister noch zufrieden und auch das Baugewerbe beurteilt die Lage leicht positiv, aber Tourismus und Handel schätzen die Situation klar negativ ein. Viele Gaststätten, Hotels, Eventveranstalter und Einzelhändler spüren bereits die Zurückhaltung der Konsumenten, deren Kaufkraft vor allem durch die höheren Energiepreise gesunken ist. In der Industrie wiederum halten sich gute und schlechte Lageurteile die Waage. Hier hat sich die Auftragslage aus dem In- und Ausland von einem niedrigen Niveau aus verbessert.
Handel, Bau und Tourismus sehen Abwärtstrend
Was ihre Geschäftsaussichten angeht, sind die Unternehmen pessimistisch. Alle Branchen rechnen mit schlechteren Geschäften. Der Handel, das Baugewerbe und der Tourismus bewerten ihre Perspektiven besonders negativ.
Als größtes Risiko sehen die bayerischen Unternehmen die stark gestiegenen Energie- und Rohstoffpreise. 65 Prozent der Firmen nennen sie als Gefahr für ihr Geschäft. Hinzu kommen unattraktive wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen (64 Prozent), die schwache Inlandsnachfrage (62 Prozent) und hohe Arbeitskosten (58 Prozent). Angesichts der vielen Risiken sind die Unternehmen mit Inlandsinvestitionen äußerst zurückhaltend. Alle Branchen planen zudem, Stellen abzubauen.
Weitere Preissteigerungen erwartet
„Für die kommenden Monate erwarten die Unternehmen keine schnelle Verbesserung“, sagt BIHK-Chef Gößl. „Die Preisentwicklung an den Tankstellen ist nur der Vorbote für weiter steigende Preise in der Breite, die nach und nach entlang der Lieferketten bei den Kunden und Verbrauchern ankommen werden.“